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Der Israelit · 1876-08-23 · Heft 34 (23.8.1876) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 34 (23.8.1876)
Date
1876-08-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Erste öeiiage zu tlr. 34 des Zsraelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 14. August. Die „Ulmer Schnellpost" vom 13. d. M. veröffentlicht einen Artikel der „Heilbronner Nekarzeitung", in welchem gesagt wird, daß der „Israelit" den Abgeordneten vr. Lasker in Folge seiner Thätigkeit bei Gelegenheit des Gesetzes, den Austritt aus der Gemeinde betreffend, „nicht als Freund des Judenthums anerkennen will." Diese Darstellung beruht auf einem horrenden Jrrthum. Unsere geehrten Leser wissen, wie sehr wir Lasker's Wirksamkeit gewürdigt haben und wie oft wir es ausgesprochen, daß derselbe den Dank aller Freunde der Gewissensfreiheit verdient. Der begeisterten Rede, die Lasker im Hause der Abgeordneten über Juden und Judenthum gehalten, haben wir die verdiente Anerkennung gezollt, und es ist. uns ganz unbegreiflich, wie man uns solch thörichtes Urtheil insinuiren kann. Die verehrlichen Redactionen der „Heilbronner Nekarzeitung", wie der „Ulmer Schnellpost" ersuchen wir höflichst, von dieser unserer Erklärung Notiz zu nehmen. Wir sind von jeher Feinde der Hierarchie und vertreten stets und immer die heilige Sache der Gewissensfreiheit. Kleittekdlittgen bei Nördlingen, 13. Aug Herr Districts-Rabbiner David S. Weiskopf hat seinen Sitz von Wallersteitt hierher verlegt. In Wallerstein, einst eine sehr bedeutende israelitische Gemeinde und Geburtsort des berühmten Rabbi Lippmann Heller y's"?, Verfasser der Dr niBDin, wohnen in Folge Wegzuges nur noch wenige Glaubensgenossen. England. London. Fräulein Johanna v. Rotschild hat der israel. Freischule, deren Schüler den Fond zur Anschaffung eines Rettungsbootes sammeln, 10,000 Frs. gegeben, um auf diese Weise ihre Betheiligung an diesem patriotischen Unternehmen zu bezeugen. Man hat dem Schiffe den Namen „Michael Henry" gegeben zu Ehren des in der Blüthe seiner Jahre verstorbenen Chef-Redacteurs des „Jew. Chr.". Um die edle Geberin zu feiern, sowie um den Patriotismus der Schuljugend zu stärken, wurde unter der Präsidentschaft des Herrn Arthur Cohen eine großartige Schulfeierlichkeit abgehalten. (Arch Jsr- London. Bei Gelegenheit der Anwesenheit der marokkanischen Gesandtschaft stellte sich derselben eine Deputation der „Angl. Jew. Assoc." vor, um sich für ihre marokkanischen Glaubensgenossen, die so manchen Unbilden seitens der übrigen Bevölkerung ausgesetzt sind, zu verwenden. Der Gesandte gab die befriedigende Antwort, daß er alle ausgesprochenen Wünsche der Gesellschaft dem Sultan mittheilen werde; übrigens, fügte er hinzu,würden die Juden inMarokko gleich denMuhamedanern behandelt und wenn auch manchmal einzelne Ausschreitungen gegen dieselben vorkämen, so wären diese aus Ursachen lokaler Natur hervorgerufen worden, wie sie auch in andern Ländern hie und da Vorkommen. (Jew. ChrH Feuilleton. Prostlyteu. Bon Friedrich Rott. XIV. Nun eilten die Mädchen herbei und begannen ihr Werk. Hermine, obwohl seit den Kinderjahren nicht mehr an eine derartige Bedienung gewöhnt, ließ wort- und willenlos alles mit sich geschehen, was den beideu gewandten Zofen gut erschien. Zuerst entledigten sie sie der schweren Oberkleider, ordneten die prachtvollen durch die Reisekleidung jedoch etwas derangirten Locken von Neuem und legten dann das Brautkleid ihr an. Es war ein herrliches kostbares Gewand von schwerem weißen Seidenstoff mit reichen Gold- und Silberstickereien bedeckt. Vom Myrthenkranz, den die jungfräuliche Stirn schmückte, hinab floß ein weißer Schleier aus Brüsseler Spitzen über das glänzende Kleid, und über dem Schleier stelen die weißen Orangenblüthen, die zwischen den Myrthen geflochten waren, in langen Ranken hernieder. Trotz ihrer immer noch fast geisterhaften Blässe staunten die sie bedienenden Mädchen über die wunderbare Schönheit ihrer neuen Herrin, die durch den kost-

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