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Der Israelit · 1876-08-23 · Heft 34 (23.8.1876) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 34 (23.8.1876)
Date
1876-08-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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794 Statut ist ein Muster wie man den Rabbinen zum Meschubes herabwürdigt. So heißt es im 1. Abscbn. § 9: Ausgeschlossen von der Wählbarkeit sind: b. die besoldeten Gemeindebeamten. Politisch wahlberechtigt sind die Rabbinen nach den Staatsgefetzen. die Cultus-Gemeinden entziehen ihnen das Wahlrecht. § 17 II. Abschn. heißt es: der Wirkungskreis dev Ausschusses umfaßt b. die Entlassung von Beamten. Wird der Rabbiner nicht zur schweifewedelnden Creatur werden wollen, so kann er eines schönen Tages sein Entlassungsdecret erwarten. Abschn. V. ß 40: der Rabbiner hat im Allgemeinen folgende Rechte und Pflichten: Liest man aber die fünf Absätze mit der schärfsten Brille, so entdeckt man wohl 5 Pflichten aber nicht ein einziges Recht. Der 4. Punkt lautet ä) die Begutachtung von Vorschlägen, betreffend den Gottesdienst, sowie aller hierauf und auf die Ritualien Bezug habenden Anfragen des Vorstandes. Wie wenn aber der Vorstand nicht fragen will, und auf eigne Faust aufräumen will, dann hat der Rabbiner sich nicht zu regen. Würde er Einwendungen machen, dann würde man ihn entlassen. Da haben Sie also ein Muster-Statut wie ein Statut nicht kein soll. Italien. Herr Elias Nizza ist neulich dahier gestorben und hat den israel. Wohlthätigkeits- Anstalten beträchtliche Summen hinterlassen; so 15,000 Lire dem israel. Hospital und 15,000 Lire dem Wohlthätigkeits-Comitv. (Ed. Jsr.) England. London, 21. August. Wiewohl Sie unlängst den vollen Zorn der „Archives Jsraälites" über sich ergehen lassen mußten, weil sie einem Abtrünnigen, den Sie irrthümlich für einen Treugebliebenen hielten , einige anerkennende Worte widmeten, so will ich es dennoch wagen, Ihren geehrten Lesern von einem Manne zu erzählen, der leider dem Judenthume nicht mehr angehört: es ist der be-' rühmte englische Prämierminister Benjamin Disraeli. Bekanntlich wurde derselbe als kleines Kind von seinem Vater zur Taufe geführt; aber stets hat er sich bemüht, durch sein Wirken wie durch seine Schriften dem jüdischen Namen Ehre zu machen. Als ihm einst im englischen Parlamente seine Abstammung vorgeworfen wurde, rief er mit donnernder Stimme: „Meine ^hnen sind schon Hohepriester eines civilisirten Volkes gewesen, da die Vorfahren der edlen Lords noch als Wilde in den Wäldern Schweine hüteten." — Wie müssen doch diejenigen Juden erröthen, die sich ihrer Abstammung schämen und um Alles in der Welt nicht verrathen möchten, daß sie Juden sind!! Di:raeli ist dieser Tage von der Königin zum Grafen von Beaconsfeald erhoben worden. Bei dieser Gelegenheit werden in England wieder Stimmen laut, die es bedauern, daß ein als Jude Geborener in den englischen Erbadel eintrete. Dagegen tritt ein hochgeachteter, christlicher Kaufmann, Herr Ogilvie aus Dundee in Schottland, auf. Was derselbe über Juden und Judenthum sagt, ist so merkwürdig, daß ich es Ihren Lesern in der Uebersetzung vorführen will: Herr O. schreibt in „The Evening News" vom 17.d.M.: „WirEngländer,Schotten, Irländer lieben unser Vaterland und sind stolz darauf, demselben anzugehören. Wir halten unsere Nation für eine von Gott gesegnete und begünstigte. Aber können wir wohl behaupten, daß wir jemals von Gott so gesegnet und geführt worden seien, wie die Juden? Die Juden find Gottes eigenthümliches (xeouliar) Volk. Er hat erklärt, daß von ihnen und durch sie alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen, und Gott ist kein Mensch, daß er seine Versprechungen bereue. Alle Geschlechter der Erde sind noch nicht gesegnet durch die Juden; allein die Zeit, in welcher das geschieht, wird kommen, und die Juden, welche man heute geringschätzig ansieht, werden die Werkzeuge sein in seiner Hand zur Erfüllung dieser Verheißung. So sagt das Wort, welches nicht gebrochen werden kann, ebensowenig als es irgend Jemanden gibt, der das Recht hätte, sich besser zu dünken als die Juden. Sie waren die vorzüglichste Race seit dem Beginn der Geschichte und sie werden das vorzüglichste Geschlecht bleiben, berufen, diejenigen Völker zu beherrschen, von denen sie unterdrückt worden sind. Auch Benjamin Disraeli verdankt seine großen Erfolge, seine Begabung zum Herrschen seiner Abstammung. D. Ogilvie. Dundee, 16. August." So schreibt ein hochgeachteter, christlicher Engländer in einer angesehenen Zeitung. Was werden die deutschen Judenfresser dazu sagen? Asien. Bagdad. Es dürfte viele unserer Leser nicht wenig interessiren, zu erfahren, daß der Geburtsort des Patriarchen Abraham, das biblische „Ur Kaßdim" (das chaldäische Ur), heute noch vorhanden ist, und zwar unweit der Stadt Nisibin in der Provinz Irak Arabi (Mesopotamien). Das heutige

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