Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1876)
- Date
- 1876-08-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447677--12837-2468679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Mohel 1× ep/1006163
OCR text
793 Frankfurt a Nr , 20. Aug. Das in der verlängerten Uhland-Straße erbaute israelitische Waisenhaus geht seiner Vollendung entgegen und wird am 3. September eröffnet. Hamburg. Herr Hartwig Herz, eines der intelligentesten Mitglieder unserer Gemeinde, hat der Talmud-ToraeSchule die Summe von 180.000 Mark bei seinen Lebzeiten vermacht, ein Seitenstück zu der hochherzigen Stiftung des Herrn S. Levysohn. Es ist dres eine Anerkennung der Ziele und Leistungen der Schule allen Anfeindungen gegenüber, welchen dieselbe in letzter Zeit von gewisser Seite ausgefetzt war. Wenn Männer wie Herr Sally Levysohn, einer der Vertreter der Orthodoxie und Herr Hartwig Herz, welcher der freien Richtung angehört, eine Anstalt durch großartige Stiftungen fördern, muß dieselbe sowohl den Anforderungen bes strengen Judenthums, als auch dem der Intelligenz entsprechen. Noch mehr. Herr Hartwig Herz hat jene große Summe zu Ehren des Leiters der Talmud- Tora, des Herrn Oberrabbiner Stein, der am 3. Elul sein 25jähriges Amtsjnbiläum begeht, jtestirt. Es liegt die Frage nahe, wer größer sei, der der ein solches Werk ausführt, oder der um dessentwillen es geschieht. Der Talmud sagt: nznyn p im» rupj/on (d? ftoro'a) npisn myo n\n lew» Aus Mecklenburg. Herr Martin Burchard (unser Glaubensgenosse) aus Neubukow, Mitinhaber der Firma Simon Evers & Comp, zu Yokohama und Hamburg, ein Sohn des Herrn Valentin Burchhard, hat im März d. I. an Se. König!. Hoheit den Grotzherzog von Mecklenburg- Schweriu zwei alte japanesische Schwerter gesandt mit der Bitte, dieselben der Großherzoglichen Waffensammlung im Schloß zu Schwerin einverleiben zu wollen. Diese Vermehrung der Sammlung dürfte um so werthvoller sein, als mit Einführung Europäischer Sitten und Gebräuche in Japan die Damurai — Kriegerkaste — welche allein zum Tragen der zwei Schwerter, eines langen und eines kurzen berechtigt waren, seit 1867 beseitigt ist. Se. König!. Hoheit der Großherzog hat nachstehendes Dankschreiben an Herrn M Burchhard gerichtet: „Die Mir von Ihnen durch Vermittelung der Firma Simon & Comp, in Hamburg überreichten beiden japanesischen Schwerter sind Mir zur Bereicherung Meiner Waffensammlung eine willkommene Gabe und sage Ihnen für Ihre freundliche Aufmerksamkeit hierdurch Meinen aufrichtigsten Dank bei Uebersenvung Meiner hier beifolgenden Verdienst-Medaille. Schwerin, den 15. April 1876. Friedrich Franz." (Rostocker Ztg.) L. Aus Mecklenburg, im Aug. Es dürfte wohl kaum ein Ländchen im Deutschen Reiche sein, wo der Mangel an tüchtigen Mohalim D’^mo fühlbarer wäre als in unserem gesegneten Mecklenburg. Das Vertrauen zu den hiesigen Mohalim ist seit einiger Zeit etwas wankend geworden, und von nun an wird die Kunst des Herrn H. Cohn, Hamburg, Deichstraße 18, der in hiesiger Stodt schon eine sogenannte „Nach - Mohlschaft" vollziehen mußte, in Mecklenburg, als ein der Sache durch und durch kundiger und sehr geschickter Mohel, allgemein in Anspruch genommen. Bemerkenswerth ist noch, daß genannter Herr Cohn in Hamburg Banquier und Haupt-Lotterie-Collecteur ist, der bei Unbemittelten nicht nur den heiligen Act gratis vollzieht und sich keine Reisekosten vergüten läßt, sondern auch Geld zur Pflege der Wöchnerin in reichem Maaße zurückläßt. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie«. Im verflossenen Jahre sind in Oester» reich 810 Zeitungen und Zeitschriften, darunter 11 jüdische, erschienen. Aus Ungarn. Die Gemeinde Koht in Ungarn hat ihren Rabbinatsposten wieder besetzt und eine glückliche Wohl getroffen. Diese fiel nämlich auf den berühmten und gelehrten Herrn Maier Reichhart, Sohn des nw 'ms cnNrD’n, Enkel des tpnp n^jn “i:ndn mm’ 'ino p'bp, welcher ^“an D’BsntP 's diese Stelle antreten wird. Aus Mähren. Das Muster-Statut für die isr. Cultus-Gemeinden in Mähren, ausgearbeitet vom Curatorium des isr. Landesmassafondes in Brünn, wurde den sämmtlichen mährischen Gemeinden zur Einsicht vorgelegt. Dem Statut ist ein Tableau des topographischen Umfanges der festzusetzenden Gebiete der isr. Cultus-Gemeinden Mährens beigefügt. Mit letzterem sind die Gemeinden nicht zufrieden, weil die Steuerbeitrage dadurch verringert werden. Mit dem Statut selbst, zur Einsicht vorgelegt, sind die Rabbinen unzufrieden, weil es ohne Einsicht für eine gedeihliche Stellung derselben abgefaßt ist. Das Muster-