Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1876)
- Date
- 1876-08-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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77t Dieser wird hoffentlich bestrebt sein, das begonnene Werk seines sel. Vaters mit derselben Pünktlichkeit und Gediegenheit fortzusetzen. 7>"2"L":"5>. England. London Die Missionsgesellschaft sucht eine immer größere Thätigkeit in London zu entfalten. So hat sie in Spitalfields eine Abendschule errichtet und die israel. Kinder zum Besuche eingeladen. Manche mit dem Treiben dieser Gesellschaft unbekannte, meistens arme Ellern schicken auch ihre Kinder dahin, woselbst sie mit Thee und sonstigen Erfrischungen regalirt und von einer Rede des berüchtigten Missionärs Stern heimgesucht wurden, in welcher ihre schlechten Wege gegenüber der schönen Moralität ihrer christl. Mitschüler hervorgehoben wurden. Ob diese Schule schon Erfolge gehabt, ist nicht bekannt. (Jew. World.) Amerika. New-Nork. Der frühere amerikanische Consul in Rumänien. Herr Peixotto, ist am l5.Juli in Nerr-Iork eingetroffen und herzlich von feinen Freunden und Bewunderern daselbst empfangen worden. Der ungeheuer großen Hitze, welche dahier herrscht, sind viele arme jüdische Kinder zum Opfer gefallen; die Sterblichkeit unter denselben ist sehr groß. (Heb. In.) Philadelphia. Bei Gelegenheit der Weltausstellung sind wir von einem ganzen Schwarm von Missionären überschwemmt worden. Auch scheint ein The l derselben sich häuslich hier niederlassen zu wollen; denn sie haben Sonntagsschulen errichtet, in die Kinder durch allerlei Kunst- und PerführungSstückchen gelockt werden. Die Rabbinen der verschiedenen Gemeinden haben bereits Schritte eingeleitet, die dieser Seelenfängerei das Handwerk legen werden. (Jew. Record") F t 11 i 1 I e t o ti. |) injatnin. XXIV. Frau Lennoir war nach der Auffindung deS Testaments mit dem Schnellzuge nach F. gereist und hatte ihren Pflegesohn mit dieser wunderbaren Kunde nicht wenig überrascht. Frau Lennoir wollte sofort den Schutz des Gerichts angerufen wissen; ihr Pflegesohn aber war nicht dieser Ansicht. „Haben wir," sagte er, „ich und meine Mutter nicht genugsam empfunden, wie wehe es thut, so plötzlich aus gesichertem Besitz verjagt zn werden? Ich will zu Theodor gehen und ihm den Sachverhalt mittheilen." „„Undwillst Dir."" sagte Frau Lennoir neckisch, „..für dies einst so schmerzlich vermißte Aktenstück die Schwester des Freundes eintauschen. Run, ich habe nichts dagegen, wenn Ihr Euch friedlich arrangirt — allein, zuvor müssen wir doch Deine Mutter fragen, die hierbei auch ein Wort mi Zureden hat."" Frau Lennoir und ihr Pflegesohn fuhren nach H. — Frau Carolina war glücklich, die Retterin ihres Sohnes kennen zu lernen. Als sie aber von der Auffindung des Testaments hörte, erschrak sie mehr als sie sich freute „Nein," sagte sie, „ich kann, ich darf nicht dulden, daß unsere Ansprüche geltend gemacht werden, um Theodor's willen nicht, der mich vom Bettelstäbe, vom Hungertode errettete!" „„LiebeMutter,"" cntgegnete Binjamin, „„ich kann auf die Geltendmachung meiner Ansprüche nicht verzichten!" " „WaS sagst Du, mein Sohn? Verblendet Dich der Götze des Reichthums? Ich denke. Du und ich, wir sollten wissen, welch' ein zweifelhaftes, unzuverlässiges Glück der Reichthum ist. Wäre uns das große Vermögen ungeschmälert geblieben, Du wärst vielleicht ein verschwenderischer, ausschweifender, jähzorniger Mensch geworden, und vor Allem, Du wärst wahrscheinlich nicht Jude geblieben. O, ich zittere, wenn ich daran denke! Nein, Binjamin, danken wir Gott, der uns gnädiglich behütet hat. Ich gebe meine Einwilligung nicht zu einem Prozesse." „„Ihr Sohn,"" entgegnete Frau Lennoir lächelnd, „„denkt auch nicht an einen Prozeß; er will ein friedliches, gütliches Arrangement. Er liebt Theodors Schwester und will sie eintauschen gegen dieses Dokument."" Dagegen hatte Frau Corolina nichts einzuwenden. Binjamin reiste nach F. und begab sich vom Bahnhofe aus in das Haus David Hirfchfeld'S; er fragte nach Theodor und wurde auf dessen Zimmer gewiesen. AlS Theodor ihn erblickte, ging er ihm entgegen und sagte: „Sie kommen gerade recht, Herr Lennoir, Sie als Franzose können so freundlich sein, eine Annonce zu revidiren, die ich für die Pariser Zeitungen abgefaßt habe." Er reichte Binjamin ein beschriebenes Papier. ES war eine Aufforderung an Binjamin Hirschfeld, sich in F. zu melden, wo rhm ein großes Vermögen in Aussicht stehe. „Und Ihr Bater?" fragte Binjamin.