Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1876)
- Date
- 1876-08-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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769 Beifügung von 75 Mk. Hierauf überreichte Herr Lehrer Cornelius aus Rotenburg im Namen von ca. 30 Kollegen einen sehr geschmack- und werthvollen Regulator. Auch von den Schulkindern, Verwandten und früheren Schülern erhielt der Jubilar eine Menge theils sehr werthvoller Geschenke, so daß er vor Rührung kaum die Worte des Dankes Hervorbringen konnre. Den Höhepunkt erhielt das Fest durch die Ankunft des Landraths, Herrn Groß, aus Eschwege, welcher mit herzlichen und tiefgefühlten Worten dem Jubilar seine eigene Theilnahme ausdrückte, und dann ihm mittheilte, daß Se. Mas. der Kaiser und König allergnadigst geruht habe, den Jubilar mit dem allgemeinen Ehrenzeichen mit der Zahl 50 zu decoriren; worauf er demselben die betreffenden Insignien überreichte. Ein stürmisches Hoch auf Se. Majestät den Kaiser endete diesen feierlichen Akt. — Nun gings zur Tafel. Herrliche Toaste, muntere Scherze, Musik, gute Speisen und Getränke würzten das Mahl, so daß eine sehr animirte Stimmung sich überall kund gab. Ganz besonders wohlthuend bemerkte man das leutselige und theilnehmende Verhältniß des Herrn Landraths Groß und des Herrn Lokalinspectors Gonnermann zum Jubilare und war ein frischer Geist des Einverständnisses allseitig in erfreulichster Weise wahrzunehmen. — So hat sich hier die Gemeinde selbst ein ehrendes Denkmal gesetzt, indem sie ihren alten Lehrer zu ehren wußte. — Möge Gottes Gnade den Jubilar noch recht lange in seiner geistigen Kraft und Frische erhalten. (Tagebl. u. Anz. f. d. Prov. Hessen.) WLrzbttrg, Anfangs August. Ueberzeugt von dem allgemeinen Interesse, das die israelitische Lehrerbildungs-Anstalt dahier in allen wahrhaft jüdischen Kreisen mit Recht genießt, beeileich mich in meiner Correspondenzpflicht von dem günstigen Resultate der eben beendeten Jahres-Prüfung resp. der diesjährigen Schluß-Prüfung zu referiren, und zwar, daß von den vier in diesem Jahre austretenden, zum practischen Schuldienst übertretenden Candidaten zwei die erste und zwei die zweite Note erhielten. Wie es die Organisation dieser Anstalt mit sich bringt, erstehen die Austretenden das Examen in den weltlichen Fächern am K. Schullehrer- Seminar dahier, und wer die vielseitigen Ansprüche bei diesem Examen kennt, und dabei in Betracht ziehet, welche Unterrichtszeit für die speciell jüdischen Gegenstände reservirt bleibt, muß über dieses günstige Resultat staunen, und sowohl von der umsichtigen Leitung der Anstalt durch deren Begründer und Vorstand dem Herrn Distrietsrabbiner S. B. Bamberger dahier, als auch von dem Willen und Leistungen des Lehrerpersonals mehr als überzeugt werden. Wie ganz anders waren die Verhältnisse der Heranbildung isr. Lehrer in Bayern, bevor diese segensreiche Anstalt ins Leben getreten war: die Candidaten hatten wöchentlich zwei Standen Unterricht in den Religionsfächern, und was konntehier erreicht werden! Und was konnten in solcher Weise herangebildete Lehrer dann für Religionskenntntß in ihren Schulen entfalten? Eben so mangelhaft und verschiedenartig war ehedem die Vorbereitung für den Seminar-Unt'reicht, wahrend jetzt die Schüler in Höchberg, Burgpreprch rc. im Sinne und Geiste der isr. Lehrer-BildungS- Anstalt ihre Zöglinge gleichmäßig bilden und vorbereiten. Für das nächste Schuljahr soll demgemäß auch eine beträchtlich.' Anzahl (10 bis 12) von Aspiranten zum Eintritt in die hiesige Lehrerbildungs-Anstalt sich angemeldet haben. Um dieser Anforderung aber entsprechen zu können, bedarf es ganz besonderer Mittel, indem sogar bauliche Veränderungen in der Anstalt nöthig werden. Wohl aber ist mit Gewißheit anzunehmen, daß einer solch großartigen Sache es an entsprechender Unterstützung nicht fehlen werde, und wird es mit göttlicher Hilfe dem Manne, der diese Anstalt zur Ehre Gottes gegründet und auf diese Höhe gebracht hat, gelingen, auch für deren ferneres Gedeihen und Emporblühen die erwünschte Unterstützung zu finden. Solche Gelegenheiten materielle Mittel zum Nutzen und Frommen ganzer Gemeinden zu verwcrthen und zu verewigen, bieten sich nicht gar zu häufig dar, und darum möchten alle Freunde von mny ,m,n nach Kräften zur ferneren Erhaltung und Erweiterung der isr. Lehrerbildungs-Anstalt beisteuern, nm' X“? -pspyn, der Reiche kann nichj zu viel geben, o’oo’ xb bim und der Unbemittelte nicht zu wenig. Jede Gabe verfolgt das edle Ziel rrp"ixrfci rrnn bmanb. Aus Mecklenburg Die im September v. I. erlaffene Großherzogliche Verordnung, betr. die Prüfung von Lehrerinnen für Bürger- und höhere Mädchenschulen, beschränkte den Kreis der Bewerberinnen um die Zulassuag zu dieser Prüfung auf Angehörige des evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. indem unter den der Meldung beizufügenden Papieren ein Taufschein aufa'fuhrt und unter den Prüfungsgegenstünden hinsichtlich der Prüfung in der Religion solche Forderungen gestellt würden, welche die Zugehörigkeit der evangelisch-lutherischen Kirche voraussetzen. Im Einklänge damit stand es, daß ein Rostocker Kaufmann isr. Bekenntnisses, welcher im März d. I. seine Tochter zur Prüfung anmeldete, eine Zu-