Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1876)
- Date
- 1876-08-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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747 später seit 1859 alle politischen Rechte; sie sind Herren der Presse, der Finanzen und in Folge dessen auch zum großen Theil Herren der Politik, denn wer das Recht hat, ins Parlament zu kommen, oder die Finanzen und die Presse hat, ist Herr der Politik. Und damit Sie sehen, wie mächtig die Juden in Oesterreich sind, will ich Ihnen Folgendes erzählen:.Ich ging gegen 1867 ins Ausland, und in Wien wurde mir gesagt, daß Herr v. Beust mich zu sehen wünsche, um zu wissen, welcher Mensch ich sei, der ich gewagt habe, gegen die Juden aufzutreten, denn er kann es weder mit ihnen, noch mit den Jesuiten aufnehmen. Ich ging nicht zu ihm." Nachdem er die Abgeordneten noch eines- Breiteren über die Juden, welche blos Geld suchen, also bloS dik Dümmsten aufsuchen, und diese in Rußland zahl-» reicher alS in Rumänien sind, beruhigt und ein Längeres über feine Verdienste um das Land, über das Vermögen, das er ihm geopfert, und derlei Erhebendes mehr gesprochen, wurde die Convention bei namentlicher Abstimmung mit 87 gegen 12 Stimmen angenommen. Feuilleton. f titjamin. XXIV. Während die erzählten, wichtigen Dinge in Paris vorgingen, trat Theodor eines Tages, als er aus dem Frühgottesdienste nach Hause gekommen war, in das Frühstückszimmer. Er traf dort jedoch nur die Mutter, welche in sichtlicher Betrübniß ihren Mocka schlürfte. Fragend sah sie Theodor an, und Frau Sprinzchen, diesen Blick verstehend, sagte: „Der Vater befindet sich nicht wohl. Er hat schon einigemal nach Dir gefragt, Theodor, gehe doch in sein Zimmer und frage, was er wünscht." Theodor eilte in das Zimmer seines Vaters. Da saß David Hirschfeld in seinem Lehnsessel, müde und matt, mit halbgeschlossenen Augen. „Guten Morgen, lieber Vater!" rief Theodor. „Es ist Dir nicht wohl, sagt die Mutter?" „„Guten Morgen, Theodor. Nein, es ist mir nicht gut. Ich habe eine schlechte Nacht gehabt. Riegele die Thüre zu, ich will mir Dir allein reden."" Nachdem Theodor dem Befehle seines Vaters entsprochen hatte, fragte ihn sein Vater: „Was hältst Du von Träumen, Theodor?" „„Wie meinst Du das, Vater, soll ich Dir erklären, wie Träume entstehen?"" „Ach nein, ich will nur wissen, ob die Träume eine religiöse Bedeutung haben, ob sie die Zukunft verkünden. Du bist doch fromm und hast etwas gelernt, deßhalb frage ich Dich um Deine Meinung." „„Im Allgemeinen ist den Träumen keine besondere Bedeutung zuzusprechen. „Man achtet nicht auf Träume" *), lehrt ein Weiser im Talmud. Ich glaube, daß die meisten Träume sich mehr auf die Vergangenheit beziehen als auf die Zukunft."" „Wie meinst Du das?" „„Die meisten Träume wurzeln in dem, womit sich des Menschen Geist vorher beschäftigt hat. Und darin liegt etwas Bedeutung; denn die Zukunft ersteht aus der Vergangenheit, während die Gegenwart ein unfaßbarer Moment ist. Im Traume steigen die Gedanken auf, unbeherrscht von der Willenskraft, und zeigen manchmal das in seiner ganzen Schärfe, was der Mensch im wachen Zustande unterdrückt und nicht aufkommen läßt."" „Du triffst das Richtige, mein Sohn; komm, setze Dich zu mir und höre meinen Traum. ES kam mir vor, ich sei gestorben, und meine unsterbliche Seele steige empor zu Gottes Thron. Zur Linken des Thrones stand der Ankläger, zur Rechten mein Schutzengel als Bertheidiger. Da führte mein Schutzengel alle meine guten Thaten vor, die Almosen, die ich so reichlich gegeben, die milden Stiftungen, die ich gestiftet; aber hohntachend rief der Ankläger: „All' das ist von gestohlenem, von geraubtem Gelde bestritten " Und Gott winkte, und die Strafengel schwebten herbei, und packten mich mit glühenden Zangen und faßten mich. In meiner Angst schrie ich furchtbar; aber eine Donnerstimme ertönte und rief: „Hinab mit Dir in den untersten Höllenpfuhl!" Und die Engel riefen: „Wehe dem Menschen, dessen Vertheidiger zu seinen Anklägern werden!" Und ich fühlte mich fortgeriffen, immer tiefer und tiefer. Da erwachte ich. Ach, ich habe schon oft schwer und schrecklich geträumt, und wenn ich dann erwachte, so freute ich mich, daß es nur ein Traum war. Nicht also diesmal. Ich fühle mich zerschlagen am ganzen Körper, und mein Geist ist niedergeschlagen." „„Was gedenkst Du zu thun, mein Vater?"" „Du bist ein guter Sohn. Du machst mir keine Vorwürfe über das Vergangene; Du fragst nur, wie ich das Geschehene wieder gut zu machen .nmibw j’P’jcD j’f> ("