Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1876)
- Date
- 1876-08-02
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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737 (Nekrolog. Frankfurt a. M. (Unlieb verspätet.) Die hiesige Gemeinde und mit ihr das Gesammtjudenthum hat wieder einen Mann verloren, dessen nunmehr abgeschlossenes Leben wenigstens in allgemeinen Umrissen hervorgehoben zu werden verdient. Der am 15. Sivan in ein besseres Jenseits übergegangene Salomon Schwab V't hat sich in denjenigen Punkten groß und musterhaft gezeigt und bewährt, die den Kern des JudenthumS bilden, min, der Mittelpunkt des jüdischen Lebens war auch der Hauptinhalt seines Lebens. Ohne seine Jugend ausschließlich oder doch großentheils derselben gewidmet zu haben und dadurch dafür gewonnen zu sein — dazu hat es dem Frühverwaisten an Gelegenheit und Mitteln gefehlt — hat derselbe sich im Mannesalter inmitten des Lebens Ringen und Mühen in dieselbe hineingearbeitet. Freudig ergriff er jede, insbesondere in den letzten zwanzig Jahren seines Aufenthaltes in hiesiger Gemeinde sich ihm darbietende Gelegenheit zum Thoralernen, da trieb es ihn, sich auf die Schulbank neben die Kinder zu setzen, um zu lernen. Bei seinem ungewöhnlich emsigen geschäftlichen Streben fand er noch immer viel Zeit für diesen höheren Zweck, denn jeder nur freie Moment gehörte ihm dazu. Als nun seine Unternehmungen von einigem Erfolg beglückt waren, da bethätigte sich seine Liebe zur Thora in dem Maaße, in welchem er seine Mittel der Unterstützung und Förderung derselben zuwendete. Hierzu namentlich spendete er mit vollen tänden, davon zeugen die Spendenlisten der hie- . gen jüdffche'n Unterrichts-Anstalten, wie die diesbezüglichen im „Israelit". Der sel. Joseph Blumenthal fand bei seinen Collecten in hiesiger Stadt für den Unterricht und die Erziehung der Waisen der heiligen Stadt einen tüchtigen Gesinnungsgenossen ihn ihm und nach dessen Tode hatte er es übernommen, dafür thätig zu sein.*) Als ein ferneres Symptom seiner nrn« minn ist zu erwähnen, daß er zu seinem Schwiegersohn einen Rabbiner aus berühmter Rabbinen- Familie, den Herrn vr. S. Auerbach (gegenwärtig in Homburg) erwählte. Dieser gab auch in seinen anregenden und ergreifenden Worten an der Bahre den Gedanken, die das Hinscheiden eines solchen Mannes Hervorrufen, erhöhenden Ausdruck. Anknüpfend an der Schriftsteller rw3 nj’*ni *) Wie wir vernehmen, hat jetzt dessen Sohn, Herr M. S. Schwab, die Vertretung des Blumenthal'schen Waisen-JnstituteS übernommen. 'ui “jVd3 ]i% hob er das Leben des Mannes hervor, das nunmehr nur als Borbild vorschwebt und sprach den Wunsch und die Hoffnung für einen gediegenen Nachwuchs aus, welche Worte nicht leer verhallen werden. Denn so lange es noch solche für das GotteSwort begeisterte Männer gibt, ist auch für unsere hierin arme Zeit der Satz anwendbar: 13103 0”13ff 10123 D'PJKff 210' 313 ]'«! „Ein Geschlecht, das solche Männer hervorbringi, ist noch nicht verwaist!" *6 'ut '">331 öbtk »nn onix '0'33 nw 'JNi! D^iy oyi oop2 'm i»id' 1925] C. Literarische Anzeigen. Bei I. Kauffmann in Frankfurt a. M. ist soeben erschienen und von demselben direct sowie durch jede Buchhandlung zu beziehen: Äw VergaugmM traft Gegenwart. Jüdische Lrzählungen von ör. LeAnt«tnn, Rabb. der Israel. Religionsgesellschast zu Mainz. _ Zweiter Theil. Zu Bar-Mizwah-, Chanukah-, Purim-und anderen Geschenken besonders geeignet. Preis 2 Mark 50 Pfennige. I. Kausfwann s Buchhandlung in Frankfurt a. M. NB. Auch der erste Theil, Preis 2 Mark, ist in der genannten Buchhandlung stets vorräthig. Tatmud Zeruschalmi, nach einer Handschrift des Rabbenu Salomo Syreleio, nebst dem Commentare desselben herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von vr. M. Lehman«, Rabbiner in Mainz. 1. Theil, Tractat Berachot. Preis 6 Mk.! Frankfurt a. M. I. Kauffmann, i 1379] Buchhandlung.