Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1876)
- Date
- 1876-07-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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694 welche dort seit vielen Jahren leben, polizeilich ausg-wiesen worden, die nun die Intervention der österreichischen Regierung anrufen. Holland. Amsterdam. Herr A A. Pinto aus Haag wurde vom Könige aus den sechs ihm vorgeschlagenen Herren zum Mitglied des obersten Gerichtshofes ernannt. Diese Herrn Pinto erwiesene hohe Ehre hat unter unfern Glaubensgenossen in Holland große Zufriedenheit hervorgerüfen. Frankreich. Paris. Den 28. Mai hat die „nationale Gesellschaft zur Ermunterung des Guten" in ihrer zur Verkeilung von Belohnungen bestimmten öffentlichen Sitzung zwei Ehren-Medaillen an zwei Personen von sehr verschiedener socialer Stellung, die aber beide dem isr. Cultus angehören, gewährt. Frau James v. Rothschild hatte schon vor Jahren ein Hospicium errichtet, in welchem 40 Greise alle nöthigen Bedürfnisse finden und für den Rest ihrer Tage Kost, Kleidung u. s. w. erhalten. Diese Gründung, heißt es in dem betreffenden Bulletin, erklärt in beredten Worten die Ehrenmedaille, welche unsere Gesellschaft heute derjenigen anbietet, welche von ihrem Vermögen einen so guten Gebrauch zu machen versteht. Herr Leon Nowochelski aus Bulwalki (Polen) hat vor 18 Jahren einen Unterstützungsverein für polnische Israeliten gegründet. Dieser Verein hat nicht blos sich als Ziel gestellt, Kranken, Wittwen und Waisen polnischer Nationalität zu Hilfe zu kommen, sondern er dehnt auch seine Wohlthaten auf Bedürftige aller Nationalitäten aus. Man erzählt sich Tausende der rührendsten Zügen von der Wohlthätigkeit des Herrn Nowochelski Mütter, die nicht die nöthigen Mittel zur Bekleidung ihrer Kinder haben, arme Mädchen, denen zu ihrer Ausstattung bei ihrer Berheirathung dies und jenes fehlt, werden von einer unbekannten Hand unterstützt, zu den Beerdigungskosten eines armen Familienvaters werden Beiträge gegeben. Die Hand, die die Unterstützung gewährt, verbirgt sich, aber man »erräth sie. Man zeigt es uns an, und wir belohnen diesen Mann, der ein nachahmungswürdiges Beispiel bietet, durch eine Ehren-Medaille. Mit diesen Worten drückt sich das Bulletin über Herrn N. aus. (Arch. Isr.) Paris. Hier starb unlängst Herr Hermann Oppenheim, Chef der Firma Alberti Oppenheim u. Co. in Alexandrien. Der im besten Mannesalter Verstorbene, dessen Wiege in Windecken bei Frankfurt stand, hat es verstanden, sich aus kleinen Verhältnissen und trotz mannichfaltiger Wechselfälle zu einer bedeutenden und einflußreichen Finanzmacht emporzuarbeiten. Frühzeitig nach London gelangend, und dort einen Einblick in das verwickelte Getriebe der Haute Finance erhaltend, war er es, welcher später die Agentur in den egyptischen Vorschuß- und Anlehensgeschäften an sich zu ziehen wußte, sodaß er bald dieses Gebiet fast ausschließlich beherrschte. Oppenheim war es auch, welcher die großen Anlehen mit dem Khedive abschloß und speciell an den deutschen Markt durch Vermittelung der Mitteldeutschen Creditbankgruppe die ersten egyptischen Fonds brachte. Zu seinen großen Erfolgen trug namentlich auch der Umstand bei, daß er, ebenso wie später Hirsch in der Türkei, das egyptische Geschäft als seine Specialität ansah und auf diese seine ganze Kraft verwendend, allen anderen Unternehmungen principiell fern blieb. Anerkannt muß werden, daß das Glück ihn nicht vergeßlich machte, und daß er stets großartige Unterstützungen nach Deutschland sandte. Der Verstorbene, welcher enorme Reichthümer hinterlaffen haben muß, besaß Geschäftshäuser in Alexandrien, London, Paris und Konstantinopel. Paris. Unser junger Glaubensgenosse, Herr Emil Saldi, welcher in Rom den großen Preis erworben, zeichnet sich nicht blos als Künstler (Sculpteur) aus, wie dies seine in der hiesigen Kunstausstellung ausgestelltenWerke, die von Baronin James v. Rothschild erworben worden sind, bezeugen, sondern er mal t sich auch durch seine literarischen Kenntnisse bemerkbar. Nachdem ein Memorandum über Archeologie von ihm in der Akademie der Inschriften verlesen worden ist, hat er den ersten Band eines größeren Werkes „die egyptische Sculptur" betitelt, bereits veröffentlicht. (Arch. Isr.) Paris. Trotz der dringenden Einladung des Centralconsistoriums h u sich bis jetzt noch kein Candidat zu den neu cccixten Rabbinerstellen in drei algerischen Gemeinden gemeldet. (Un. Isr.) England. London. „Hamagid" wird von hier ge^ schrieben: Vor vielen Jahren heirathete ein Israeli eine Christin, von welcher Ehe zwei Söhne und