Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 29 (19.7.1876)
- Date
- 1876-07-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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6S2 wahrt immer mehr und mehr, daß unserer alten Weisen Spruch: 1x2 -2.1 sxu □-'■?&? □« auch Bei uns sich im vollsten Sinne des Wortes bewahrheitet; denn nicht nur, daß seit jener denkwürdigen Trennungszeit irgend eine Ruhestörung sich nicht gezeigt, sondern vielmehr die herrschende Eintracht in unserer Gemeinde gottlob Nichts zu wünschen übrig ließ und läßt, und Gott sei Dank haben wir trotz immenser Ausgaben nie den .kleinsten Mangel an Geld, ja es sind so zu sagen stets beträchtliche Summen hinlänglich in Vorrath. Der allgemeine Friede ist unstreitig der Hauptfactor, welchem die beispiellose Opferwilligkeit sämmtlicher Gemeindemitglieder zu verdanken ist. Viele waren derMeinung, daßwirohne unsere Gegner die bestehenden Gemeindeinftitutionen zu führen und zu erhalten nichtvermögen, demzufolge einen Theil unserer Gemeindebeamten zu entlassen oder deren Gehälter zu reduciren wir gezwungen sein werden. Nun stellte es sich n"3 heraus daß das Ganze eine glückliche — Täuschungwar, denn alle bisherigen Gemeindefunctionäre bliebeu mit ihrem vollen Gehalte unangefochten in ihrem Amte und 0 Wunder! es wurde noch hiezu ein berühmter Kantor mit sechs on-npo angestellt. — Aber die Krone, die heilige Krone des Hauptes einer eigentlichen Ox? ->'z/wie unsere Gemeinde ist, das wahre Bindemittel, für die Mitglieder eines Gemeindeverbandes, nämlich ein tüchtiger Rabbiner, ein vom wahren Sinne des orthod. Judenthums durchdrungener Seelensorger fehlte uns bisher. — Auch dazu hat uns der Allgütige seinen väterlichen Beistand angedeihen lassen und wir waren so glücklich, in Herrn vr. S. Breuer den lange Gesuchten endlich zu finden, welches aus den zahlreich eingelaufenen Gratulations-Depeschen von den größten talmudischen Koryphäm Ungarns deutlich herauszulesen ist. Man spricht von unserem nunmehrigen Oberrabbiner im Allgemeinen, daß er unserer Gemeinde nach allen Richtungen hin vollkommen zu genügen im Stande sein wird. Durch diese treffliche Acquisition stehen wir keiner Großgemeinde unseres Vaterlandes nach, worüber wir uns innigft freuen und überaus glücklich schätzen. Wir besitzen also jetzt eine musterhafte sechsklassige Knaben- und Mädchenschule, einen tüchtigen Kantor nebst ausgezeichneter Begleitung, ausgezeichnete Rabbinatsaffefforen und?nnx jnnx 3’3n einen für unsere Gemeinde eben passenden Oberrabbiner, dessen baldiger Ankunft wir sehnsuchtsvoll entgegensetzen Zum Schluffe rufen wir ihm zu: nnx *p-o! Möge Dein Kommen ein segenbringendes sein. L. S. I. P»pa, im Juli. Der „Ungar. Jsr." brachte unlängst die ungeheuerliche Mittheilung, daß die orthodoxe isr. Gemeinde zu Papa eine Orgel in ihrer Synagoge aufstellen wolle; daß das eine unverschämte Lüge, zu der auch nicht der geringste Anlaß gegeben worden, bedarf wohl nicht erst der Versicherung. Frankreich. Paris, Juni. (Monatsbericht der „All. Jsr. Univ.") (Die Israeliten von Rumänien.) Die durch das neuliche Rundschreiben des Präfecten von Dorhoi provocirten Austreibungen der Israeliten sind in Folge der, mit Unterstützung des österr. Consuls, in Bucarest gethanen Schritte fast sofort wieder eingestellt worden. (Die Israeliten von Rom.) Es hat sich soeben in Rom unter Vorsitz des H. Vittore Rava ein Verein gebildet, um den moralischen und materiellen Fortschritt der armen Israeliten daselbst vermittelst des Schulunterrichts, der Ausbildung zu Handwerkern, der Verbreitung guter Bücher rc. zu fördern. Derselbe bittet die „Alliance" um ihre Unterstützung. — Das C.-Comite hat zwar den Grundsatz, in den Culturländern keinerlei Bildungsanstalten zu unterstützen, und hat denselben stets streng durchzuführen gesucht; allein das Regenerationswerk der Israeliten von Rom, das sich unter ganz eigenthümlichen Verhältnissen darstellt, das überall die herzlichsten Sympathien erweckt hat, wie solche neulich besonders durch die HH. I r. Treuenfels-Stettin und Dr. Berliner-Berlin einen beredten Ausdruck gefunden haben, soll die Spuren einer langen und traurigen Vergangenheit verwischen helfen und scheint aus diesem Grunde ausnahmsweise die Unterstützung der „Alliance" zu verdienen. Das Central-Comite gewährt daher in Berücksichtigung der Bitte des H. Rava dem von diesem verehrten Glaubensgenossen geleiteten Verein eine Subvention von 300 Fr. (Die Israeliten der Türkei.) Das Bezirkscomite der Türkei setzt seine Bemühungen in Angelegenheit de? Israeliten von Bosnien und der Herzegowina fort. — Ein bedauerlicher Vorfall hat sich am 14. Mai in Folge des augenblicklichen Verschwindens eines griechischen Knaben in der Vorstadt Haskeui zugetragen. Griechische Weiber und ein griechischer Mann drangen in ein Privathaus ein und durchsuchten alle Winkel und Behältnisse desselben bis auf den Brunnen. Den Israeliten wurde jedoch sofort Statisfaction gegeben; die griechischen Notabeln besuchten die Notabeln der jüdischen Gemeinde und hielten mit denselben eine gemeinschaft-