Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 29 (19.7.1876)
- Date
- 1876-07-19
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. Zweite Leilage zu Ar. 29 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Ierichi. Vier Schönschreibhefte — jüdischer Currentschrift. Würzburg, Eigenthum und Verlag von Jacob B u. m b e r g e r. In Commission bei I. Kaufmann, Buchhandlung, Frankfurt a. M. Preis pro Heft 12 Pf. (4 Bogen). Diese vier Schönschreibhefte sind sehr praktisch eingerichtet. Sie ersparen dem Lehrer viel Mühe und Zeit; da das Kind ohne weitere Anleitung nach der am Anfang der Zeilen gegebenen Vorschrift selbstständig arbeiten kann. In unserer Zeit, wo für den Unterricht in der jüdischen Schrift sehr wenig Zeit übrig bleibt, ist diese Einrichtung nicht hoch genug anzüschlagen, und schon aus diesem Grunde sind diese Hefte sehr zu empfehlen. Ein weiterer, wohl zu beachtender Vorzug in denselben ist, daß die Buchstaben systematisch, vom Leichtern zum Schwereren übergehend, vorgeführt werden, so daß dadurch in leichter Weise die jüdische Schrift seitens der Schüler erlernt wird. Im vierten Hefte sind die Namen^der berühmtesten Männer und Frauen aus der h. Schrift, der jüdischen Monate, der 24 Bücher der h. Schrift, der Feiertage, Halbfeiertage, Fasttage u. s. w. als Mustervorschrifteil gegeben, was gewiß von jedem bewährten Schulmanne als eine das Praktische mit dem Nützlichen verbindende Anordnung mit Freuden begrüßt werden wird. Jedes Heft enthält 32 Seiten zur Uebung, und ohne Zweifel wird jeder Schüler, wenn er die vier Hefte vollgeschrieben hat, orthographisch und kalligraphisch die jüdische Schrift schreiben können. Ich kann obenbezeichnete Hefte allen Collegen, erwachsenen Schülern auch zum Selbsterlernen der jüdischen Schrift (den jüdischen Buchstaben ist zu diesem Zwecke die deutsche Benennung angefügt) auf's Wärmste empfehlen. K. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Heidelberg, 3. Juli. Erlauben Sie, daß ich Ihnen v n einer gestern in Heidelberg stattge-! habten kleinen Feier berichte. Die Frau Großher- > zogin Louise, als Protectorin des bad. Frauenvereins wünschte, treuen, weibl. Dienstboten, die wenigstens 25 Jahre in einem Hause waren, eine Anerkennung zukommen zu lassen. Zu diesem Zwecke waren der Herr Stadtdirector, zwei Bürgermeister, einige Herren vom Stadtrath, der Frauenverein und deren Vorstand, Herr Geheimr. Bluntschli, im Rathhausfaale versammelt. Es waren sieben zu Belohnende da. Herr Geheimr. B. hielt eine kurze Ansprache, worin er den schönen Gedanken der hohen Frau hervorhob, daß es aber auch keine Kleinigkeit sei, 25 Jahre treu zu sein, wenn man bedenke, wie viel 1000 Stunden ein Jahr enthalte rc. Sechs der Dienerinnen erhielten silberne Medaillen und ein schönes Diplom dazu, eine erhielt eine goldene Medaille. Herr Geheimrath Bluntschli sagte dabei: Minna Meyer, über 40 Jahre (sie ist aber 50), im Dienste der Familie Reckendorf, ist die einzige im badischen Lande, die dieses Zeichen der Anerkennung erhält, was gleich ehrenvoll für die Dienerin, wie für die Herrschaft ist." Es ist dies ein neuer Beweis, daß unser Fürstenhaus keinen Unterschied zwischen den Menschen in Hinsicht des Glaubens macht. Denn Minna Meyer ist Jüdin, deren Mutter (bis zu ihrem Tode) 46 Jahre in der Familie Reckendorf war. Paderborn. Nach dem achtzehnten Jahresbericht über die israelitische Waisen-Erziehungs- Anstalt für Knaben und Mädchen aus Rheinland und Westfalen zu Paderborn von Fanny Nathan, Gründerin und Vorsteherin der Anstalt, zählt diese Anstalt 43 Zöglinge, 22 Knaben, 2l Mädchen. Seit dem 20jährigen Bestehen haben 93 Waisenkinder daselbst ihre Erziehung genossen. Die Einnahmen betrugen 25864 Mark, die Ausgaben 24242 Mark. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Päptt, im Tamus. Der wohlthätige Einfluß, der bereits gänzlich vollzogenen Trennung der Fortschrittler-Partei von der orthodoxen Muttergemeinde wird endlich auch in unserer Mitte gehörig gewürdigt. Man hat sich überzeugt, daß die Furcht, der Austritt unserer Neologen möchte uns pecuniär schaden, unbegründet war. Mange-