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Der Israelit · 1876-07-12 · Heft 28 (12.7.1876) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 28 (12.7.1876)
Date
1876-07-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Erste Leilage;it Ar. 28 des Zsraelit. Leitender Artik e l Das Schächte« «ad die Pouteroie. ii. Mainz, 22. Juni. Wir geben nun in Folgendem einige Gutachten von Autoritäten der Thier-Arznei-Wiffenschaft: Gutachten des Herrn John Gamgee, Direktor des Albert-Veterinary-College in London. London, 26. Januar 1867. Auf Ansuchen Sr. Hochwürden des Hrn. Dr. Adler, Oberrabbiner der sämmtlichen Gemeinden des britischen Reiches, bezeuge ich hiermit: I. Daß die Methode, das Vieh durch rasches Durchschneiden der großen Halsadern zu tödten, nach meiner Ansicht nicht für eine grausame Weise, Thiere behufs menschlicher Nahrung zu tödten, gehalten werden kann. Es ist fast allgemein anerkannt, daß es die beste Tödtungsart für Schafe und einige andere Thiere ist, und es gibt keinen Grund, der uns zu der Annahme bewegen könnte, daß diese Tödtungsart, an einem großen vierfüßigen Thiere in Ausführung gebracht, mehr Schmerz verursacht. II? Die Wirkung, die Kehle der Ochsen, dem jüdischen Ritus gemäß, zu durchschneiden, besteht darin, daß die großen Jugularvenen und Carotiden mit einem Male durchschnitten werden; dadurch wird die Gehirnhöhle fast augenblicklich aus getrocknet und der Blutstusses beraubt, und in Folge des blutleeren Zustandes der Gehirnhöhle Synope, Ohnmacht oder gänzlicher Verlust des Gefühls hervorgebracht. III. Nicht nur fühlt ein Ochs nichts innerhalb einiger Sekundeu, nachdem die Kehle durchschnitten worden, sondern das Schächten empfiehlt sich wegen seiner großen Sicherheit, ohne befürchten zu müssen, daß es unvollkommen ausgeführt werde, so daß, wenn die Polenna (?) entfernt ist, die Thiere zuweilen mehr als einmal getroffen werden müssen, um sie zu betäuben, und wenn nothwendig, muß die Trennung der Rückgratsschnur hoch oben am Nacken vorgenommen werden, um die Lebenstheile durch oft wiederholte Stiche aufzuheben. Aus diesen und anderen Gründen, welche leicht vermehrt werden können, halte ich die jüdische Art, zu schlachten, das Schächten, für wenigstens eben so gut, als jede andere Tödtungsart, welche in diesem oder in irgend einem andern Lande üblich ist. John Gamgee, Direktor des Albert Veterinary-College in London. Hr. Dr. Adler Oberrabbiner in London. London, 10. April 1876. Wohl bekannt mit der Bouterole und jedem anderen beim Schlachten des Viehes in Anwendung kommenden System, beharre ich noch immer bei dem Urtheil, welches ich in meinem den 26. Januar 1867 datirten Gutachten abgegeben habe, daß das jüdische Schlachtsystem ebenso schmerzlos und wenigstens eben so gut, als jedes andere in diesem oder in irgend einem anderen Lande übliche ist. John Gamgee. Gutachten des Herrn A. Chauveau, Professor an der k. Thierarzneischule in Lyon. Lyon, 2. März 1867. Ueber den Vergleich des von den Israeliten in Anwendung gebrachten Verfahrens, die Thiere zu tödten, mit demjenigen, welches gewöhnlich in den Schlachthäusern in Gebrauch ist. Ich habe die von den Israeliten in Anwendung gebrachte Tödtungsart der Schlachtthiere in der Absicht mit Sorgfalt geprüft, um die in Anregung gebrachte Frage zu lösen: „Ob dieses Verfahren grausamer und für die Thiere mit mehr Schmerzen verbunden ist, als das gewöhnliche Verfahren." Diese Prüfung hat hauptsächlich den Ochsen zum Gegenstand gehabt, weil nur für dieses Thier wesentliche Verschiedenheiten in den beiden Tödtungsarten vorhanden sind. Es handelt sich hier also ausschließlich um den Ochsen, wiewohl nothwendigerweise die folgenden Betrachtungen auch auf die anderen Thiere Anwendung finden. Der hier anzustellende Vergleich wird besonders drei Punkte in Betracht ziehen: 1. Ist das rituale Schlachten an sich mehr oder weniger grausam, als das bei den Christen übliche Schlachten? 2. Tritt der eigentliche Tod bei diesem oder bei einem andern Verfahren früher oder später ein?

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