Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1876)
- Date
- 1876-07-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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628 „Und Ihnen, Herr vr. Kolkmann, nochmals meinen besten Dank für Ihr männliches Auftreten zu Gunsten der Juden, sowie die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung und Verehrung." Zeitungsnachrichten und Correfpon-enzen Deutschland. Aus Württemberg, 23. Juni. Sie haben in Nr. 19 dieses Jahrgangs die Nachricht gebracht, daß das isr. Kirchenvorsteheramt Ulm gegen einen Erlaß der isr. Oberkirchenbehörde, welcher ein neues Steuersystem aufführen will, remonstirt habe und daß daraufhin die isr. Oberkirchenbehörde in ganz energischer Weise dieses Vorgehen Ulm's getadelt habe. Die Ulmer haben sich nun aber hiebei nicht beruhigt, sondern haben sich an das K. Ministerium des Kirchen- und Schulwesens, als die höhere Instanz mit der Bitte gewendet, dasselbe wolle unter Aufhebung der Verfügung der K. isr. Oberkirchenbehöcde und der mitsolcher an Ulm ertheilten Zurechtweisung entscheiden und anordnen, daß die Vollziehung des Normalerlasses vom 18. Febr. d- I. zu sistiren sei, daß die Landesumlagen für das Jahr 1876/77 noch einmal gleich wie im vorausgegangenen Jahre zu erheben,, und daß die K. isr. Oberkirchenbehörde aufs Neue' iu Erwägung zu nehmen, zu betrachten und zu beschließen habe, ob und wie in Zukunft die allgemeine Landesumlage und die Gemeindeumlage zu Culturzwecken nach dem Staatsfteuerfuße erhoben werden könne". Bemerkenswerth ist folgender Passus in der durch den Druck verbreiteten Beschwerdeschrift: „Wir wollen und können natürlich nicht den Pflichteifer und die Pflichttreue der früheren und seligen Mitglieder der K. isr. Oberkirchenbehörde in Abrede ziehen ober auch nur bemängeln. Allein, s e l b st wenn die K. isr. Oberkirchenbehörde zu ihren Mitgliedern "immer Männer gewählt hätte, bei welchen allen mit einemaufrichtigenundregenJnteresse für das Juventhum und seine Gemeind ev e rhältniss e sich eine durch reiferes Alter und Erfahrung gewonnene Kenntniß derselben vereinigte, so könnten wir der K. isr. Oberkirchenbehörde nicht die Eigenschaft zuerkennen, eine Vertretung der Israeliten des Landes und ihrer Gemeinden zu sein, von denselben selbst bestellt und ausgerüstet mit der natürlichen oder übertragenen Befugnis die allgemeinen Landesbedürfnisse der ReligionSgesellschaft und die Landesumlage zur Deckung derselben festzustellen." Neuerdings ist diese Beschwerde vom K. Ministerium abschlägig beschieden worden. BreSlan. woa bv 'k or starb hier der hochgelehrte und auch in weiten Kreisen angesehene y'i ijnj/D 2'b ppi\/i ‘rfniD pm 21. Der Dahingeschiedene genoß in hiesiger Gemeinde allgemeine Hochachtung und größtes Zutrauen. Der sel. F., der hier länger denn 30 Jahre als pn fungirte, war gebürtig aus Rawicz und hat zur Zeit des allgemein verehrten ta»py -n"rpo w"v"-ix in Posen von demselben seine talmudifche Ausbildung erhalten. F. war unstreitig der gelehrteste Talmudist in Breslau, was er auch in einem vor mehreren Jahren verfaßten nsD, betitelt »jor pa«, dargethan. Was den Verklärten aber mehr als sein Wissen auszeichnete, war sein unbeugsamer Charakter in religiöser Beziehung. Das bezeugte die allgemeine Trauer und Kundgebung derselben ob des Verlustes eines solchen Mannes, das bezeugten ihm die Ortsrabbinen, die Herren Landrabb. Ti kt in und Dr. Joel, die an seiner Bahre sprachen (im Hause sprach auch der dem Verklärten befreundet gewesene Rabbiner aus Wieraschow), und das bezeugte ihm Herr Rabb.vr. P. Neustadt, der kurz darauf "jntyna 's bw dv> in der Synagoge „zum Tempel" einen Trauergottesdienst “ison um den Verstorbenen veranstaltet hatte. mb nn rrn m Py, „Ueber den Verlust eines solchen p'iL ist unser Herz weh und unser Auge finster geworden". Doppelt müssen wir in die Klagetöne einstimmen, da wir setzt eines n*o)n b))2 in Breslau gänzlich entbehren, und wer weiß, wie lange noch. EDrwo O'UL" my, erwachet. Schlafende, aus Eurem Schlafe und strebet den Verlust der omi D’j’m wenigstens durch Anstellung eines nsnin byn wieder zu ersetzen. Feuilleton. Proselytco. Bon Friedrich Rott. VII. „Willst Du Dich nicht niederlegen, Werner?" fragte erstere schüchtern und nahm seinen Arm. Er nickte bejahend und ließ sich von ihr zur Thüre geleiten; auf der Schwelle blieb er nochmals stehen und wandte sich um, mit unaussprechlich schmerzlichem Blick auf die Tochter schauend, dann streckte er seine Rechte ihr entgegen. Hermine stürzte zu ihm und bedeckte seine Hand mit ihren Küssen. „„Verzeihung, Papa! Verzeihung!"" Er neigte sich zu ihr und berührte mit seinen