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Der Israelit · 1876-06-28 · Heft 26 (28.6.1876) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 26 (28.6.1876)
Date
1876-06-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Erste Leilage zu Ar. 26 -es Israelit. AeilungSnachrichte» & Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 18. Juni. Es liegen UNS mehrere Zeitungen vor, welche in unverschämtester Weise unsere Zeitschrift plündern, ohne auch die Quelle,- ja ohne auch nur den Verfasser zu nennen. Das zu Rotterdam erscheinende „Weekblad voor Jsraelitische Huisgezinnen“ veröffentlicht die von dem Herausgeber des „Israelit" verfaßte und in diesen Blättern im 12. Jahrgang erschienene Erzählung „Gabriel" mit der einfachen Bemerkung „Uit het Duitßch“ (aus dem Deutschen). Wie uns berichtet wird, soll das genannte Blatt das unverschämteste Raubsystem schon Jahre lang treiben und fast sämmtliche im „Israelit" erschienene Erzählungen annectiren. — Eine andere Zeitung, die sich desselben Vergehens schuldig macht, ist der „Jsraelitische Bote", her^usgegeben von Moritz Baum in Cöln, früher in Bonn. In Nr. 18 des genannten Blattes ist die Erzählung aus Nr. 13 des „Israelit, „Das Grab des Märtyrers" abgedrnckt, eine Original-Erzählung, die uns unser gutes Geld gekostet hat. Auch die von L. Wolfs in Kuppenheim edirte Zeitung verfährt in ähnlicher Weise. In Nr. 19 befinden sich kleinere Feuilleton- Artikel aus dem „Israelit". So ist die Erzählung, „Der Mensch darf hoffen, dieweil ihm der Odem geht," von Tendlau, abgedruckt; aber weder der Verfasser, noch die Quelle sind genannt. Wir werden künftighin unser Eigenthum durch die Gerichte schützen lassen und den literarischen Diebstahl zur Bestrafung bringen. Für heute mögen sich die Herren Annectirer an der Warnung genügen lassen. Aus Westphalen. Die kleine, aus nur fünf Familien bestehende, zur Synagogengemeinde Dorstfeld gehörende Gemeinde Annen bei Witten a. d. Ruhr mußte bis jetzt ihre Leichen auf dem fast l1/* Stunde davon entfernten Friedhofe zu Witten beerdigen lassen, weil der zu Dorstfeld noch viel weiter davon entfernt liegt. Nun hat sich aber vor noch nicht langer Zeit daselbst eine n-ün gebildet, deren Mitglieder während der kurzen Zeit des Bestehens derselben durch freiwillige Beiträge schon einen solchen Fond zusammen gebracht haben, daß es derselben recht bald möglich sein wird, ein geeignetes Grundstück zu einem o^nn rv3 ankaufen zu können. Hier sieht man, wie oft kleine Gemeinden in kurzer Zeit und mit wenig Mühe sich die nothwendigsten jüd. Gemeinde-Institutionen einzul richten wissen, während große Gemeinden hierum j sich oft jahrelang vergeblich bemühen, j Es liegt uns der kürzlick ausgegebene Jahresj Bericht der Unterstützungskasse des Vereins israel. Elementarlehrer Westphalens und der Rheinprovinz pro 1874—75 vor, dem wir Nachstehendes von allgemeinem Interesse entnehmen. In dem kurzen Vorworte spricht der Vorstand des Vereins sein gerechtes Bedauern darüber aus, daß dem Vertrauen desselben, die Interessen des Instituts durch Zuwendung reichlicherer Beiträge gefördert zu sehen, nicht entsprochen worden sei, daß die Beiträge sich nicht in dem Maße bethätigen, wie man mit Rücksicht auf den Nutzen des Vereins hätte nehmen müssen. Die reiche Gabe des Herrn Elias Mayer in Aachen von 1500 M. ist ihrer Bestimmung gemäß dem Fond zugewiesen und nicht mit zur Vertheilung gekommen. Eben so gerecht ist die Klage des Vereins, daß unbegreiflicher Weise viele Lehrer beider Provinzen dem Vereine noch nicht als Mitglieder beigetreten sind. Die Gesammteinnahme betrug 5462 M. 37 Pf. Die Ausgabe (außer den den Eingängen pro 1874 entnommenen Unterstützungen) für Verwaltunaskosten, Porto und Drucksachen belief sich auf 139 M. 56 Pf. Der Baarbestand des Vermögens belief sich am 1. Januar 1876 auf 27,608 M. 33 Pf. Unterstützungsberechtigt sind zur Zeit 6 Familien, theils dienstunfähige Lehrer mit Familie, theils Lehrer-Wittwen mit Kindern, theils Kinder verstorbener Mitglieder. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Frankreich. Paris, im Mai. (Monatsbericht der „All. Jsr. Univ. Schluß.) (Die Israeliten von Tunis.) Ein neuer Mord hat soeben die israel. Gemeinde von Tunis in Aufregung versetzt: Am 5. Mai wurde ein Israelit, der Colporteur Hayim Berda, als er über die Schuhmacherstraße ging, plötzlich von einem Muselmann, Namens Bu-Beker ben Amar el Gabst, zu Boden geworfen und abgeschlachtet, ohne daß er auch nur einen Schrei ausstoßen konnte; ein anderer Israelit, der zugegen war, rief um Hilfe, wurde aber von Bu-Becker, der sich sofort auf ihn warf,

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