Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1876-06-21 · Heft 25 (21.6.1876) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 25 (21.6.1876)
Date
1876-06-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447645-2447668--12625-2468458
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

578 und Geiste nach auszuführen und ausführen zu lassen; 2) den Art. 10 des ländlichen Polizeigesetzes seinem Buchstaben und Geiste nach auszuführen; 3) von dem Veto - Recht Gebrauch zu machen, das ihnen das Gemeindegesetz gibt, um jede Transaction der Gemeinden mit Juden zu verhindern, welche unter dem Vorwände, die Einkünfte der Gemeinde zu erhöhen, vielmehr den Ruin derselben bewirken, indem sie die Verarmung der Einwohner herbeiführen. Nach Vorstehendem ist die Staatsbehörde mit dem Gesetz in der Hand berechtigt, es auszuführen, und wir werden es mit aller Strenge und Aufrichtigkeit ausführen lassen. Indem wir übrigens die nach der Verfassung unveräußerlichen Eigenthumsrechte schützen, ist es an uns, es in aller Aufrichtigkeit zu thun, wie ich nicht zweifle, daß auch Sie aufrichtig die Hebung der Landbevölkerung wünschen, die seit Jahrhunderten mit ihrer Arbeit den Großgrundbesitzer erhält. Ich richte also an Alle einen warmen Aufruf und bitte Sie von Herzen, über die kleinen Rücksichten des pecunären und augenblicklichen Interesses hinweggehen zu wollen, in Anbetracht des großen Interesses, die Nation zu heben, in deren vordere Reihen Sie vermöge Ihrer Stellung und Einsicht gehören, in Anbetracht der Zukunft unserer Grundstücke selbst, die unter den Händen von wohlhabenden Bearbeitern weit mehr gelten und produciren werden. Sie werden alle Tage für kleinere Theile Ihrer Grundstücke Pächter finden und somit in der Lage sein, mir zur Verwirklichung dieses nützlichen Projektes Ihre wohlwollende Unterstützung zu gewähren. Genehmigen Sie rc. Der Präfect C. Chriftodulo Cerchezu. Der Direktor M. Fugule. (Romanul vom 20. April/2. Mai 1876.) Se. Ex. der Minister Florescu hat versprochen, sofort Maßregeln zu ergreifen, um den Austreibungen, die an verschiedenen Orten dieses Bezirks stattgefunden zu haben scheinen, Einhalt zu thun. (Schl, flgt.) Australien. Sydney. Nicht blos England ist von der Plage der Missionäre heimgesucht, auch in Amerika und Ausstralien machen sie sich in neuerer Zeit immer mehr bemerkbar. In den vereinigten Staaten ist es ein getaufter Jude, Namens Nathans, der für diese saubere Gesellschaft Propaganda macht! Dieser Apostat war früher in einer der jüdischen Gemeinden in Philadelphia angestellt, verlor wegen seiner Unfähigkeit und Charakterlosigkeit seine Stelle; es war entdeckt worden, daß seine angeblich vom Oberrabbiner zu Preßburg ausgestellten Zeugnisse gefälscht waren. Die amerikanische Missionsgesellschaft ließ eine besondere Kirche für ihn einrichten, Einladungen wurden überall hingeschickt; aber trotz all' dieser Bemühungen wollten die verstockten Juden nicht anbeißen. Im Gegentheile diese erkühnten sich noch diesen Apostel in den öffentlichen Blättern in feiner ganzen Nacktheit zu schildern, und darob ist nunmehr im andern Lager nicht wenig Aerger und Zorn. In Sydney (Australien) ist es zwar kein getaufter Jude, sondern ein christlicher Geistlicher Reo. M. L. King, der in sich den hohen Beruf zu fühlen glaubt, die ungläubigen Juden zu bekehren. Aber dieser Herr King fand in dem Rabbiner Herrn Goldreich einen tapfern Gegner; vor uns liegen zwei Broschüren in welchen Herr G. dem bekehrungseifrigen Geistlichen tüchtig heimleuchtet. Feuilleton. Proftlyttu. Von Friedrich Rott. V. Inzwischen hatte Hermine das Ziel ihrer heißesten Wünsche erreicht. In den Sälen des Banquier Hartung bewegte sich in der That heute eine außerordentlich glänzende Gesellschaft. Inmitten des großen Saales befand sich der obligate Weihnachtsbaum, geschmückt mit dem Köstlichsten, das sich die Phantasie bei dergleichen zu ersinnen pflegt. Es war ein riesiger Weihnachtsaum, an dem Hunderte von bunten Kerzchen brannten, und zwischen den funkelnden Lichtchen, den grünen Nadeln und dem blinkenden Rauschgold prangten Geschenke für die Familienglieder und für die geladenen Gäste, lauter sinnige Überraschungen. „Wie schön, wie wunderbar schön!" flüsterte Hermine, die Hand ihrer Freundin Bertha drückend, und das Portrait derselben, das in einem zierlichen Medaillon ihr als Liebesgabe geworden, betrachtend. .„„Schmeichlerin,"" erwiderte Bertha lächelnd, „„mit welchen Worten müßte man Dein Portrait bezeichnen, wenn Du meines wunderschön nennst."" . „Darauf kann ich nichts erwidern," lachte Hermine, „denn ich glaube, man nennt es fade, wenn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.