Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1876)
- Date
- 1876-06-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XVli. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 24 -es Israelit. Zeitungsnachrichten Sf Correfpondeuzen. Deutschland. Schwabach (Bayern). Dem Rechenschafts- Bericht über die eingelaufenen und verausgabten Gelder zur Errichtung einer Talmudschule in Schwabach von Rabbiner L. W iß mann und P. M. H. Wechsler daselbst pro anno 1875—76 entnehmen wir: Zur Zeit frequentiren unfern jüdischn Unterricht 10 Jünglinge diversen Alters und verschiedener Kenntnisse und mußten wir daher 3 Klassen errichten. Unterricht wurde ertheilt: 1) in □'pD'S'> joc} ,mwpD nobn ,d’"Dis c"y p8in von Folio 59 bis 86 und L'PDND Dy V p“>£, von nur nwn bis 'rnr }cnD n"N y"^v und D3~i ruern nyio nD8n einige Piecen der wöchentlichen Perikopen für die Oberklasse; 2) In tniw ohne D'pD'D ganz pddd ,7>L'2 dd NDp jou mit niDD^n, vmn mit '"an, die wöchentlichen Perikopen dpn vm pnpn, von Anfang bis ras? no?n, eimge D'vrD, von diesen und 'lyv : nurn nyiO PDI2 rurn, beinahe ganz pp’U no und n*nuoi d'p.d* pddd für die Mittelklase und endlich 3) *oe:i ganz no-o 'dü, vn'.n, mit ’"tsn, ganz pdd, in« "n mit der 2. Klasse, etwas pr:ro unb dwdj für die Unterklasse, deren Zeitmaß sehr beschränkt ist, weil sie noch die deutsche Schule besucht und zum Theil auch Unterricht im Französischen genießt, und diese Klasse noch kein halbes Jahr besteht. In profanen Disciplinen genoß die Unterklasse Unterricht in der deutschen Schule, die Mittelklasse bei einem hiefür gewonnenen deutschen Lehrer an der hiesigen Schule Privatunterricht im Deutschen: Satzlehre, Aufsätze, Arithmetik, Naturkunde, Weltkunde, sowie auch Unterricht in der französischen Sprache und zum Theil auch in der englischen durch Privatstunden. Wir können auf jedem Gebiete angemessene Fortschritte verzeichnen und müssen nur bedauern, daß wir noch nicht in den Stand gesetzt sind, einen eigenen Lehrer für die profanen Unterrichtsfächer zu acquiriren. Wir haben mit den bescheidensten Mitteln soweit als möglich unser Vorhaben zu realisiren begonnen und hoffen zu Gott, daß Er unser Werk gelingen lassen und den Wohlthätigkeitssinn unserer Brüder diesem hochwichtigen Unternehmen zuwenden werde, uns kräftiger und nachhaltiger als bisher zu unterstützen. Auch konnte noch kein eigenes Unterrichtslokal errichtet werden, und noch gar Vieles, das höchst nöthig und wünschenswerth wäre, ‘iebt seiner Verwirklichung erst nach Eingang von reichlichen Mitteln entgegen. Wir richten daher wiederholt die dringendste Bitte an Alle, die Sinn und Herz haben für die Erhaltung des Judenthums und die Verbreitung seiner heiligen Lehren, die das Fundament der ganzen Welt bilden, uns durch thatkräftige Unterstützung an Geld und Büchern die oft undenützt bei Vielen liegen, recht bald in den Stand zu setzen, unser Streben seinem Ziele mit Gottes Hilfe immer näher zu bringen. Die Einnahmen betrugen 2510 fl., die Ausgaben 124 fl Aus Kattotvitz in Oberschlesien geht unS folgender Aufruf zur Veröffentlichung zu: An die jüdischen Gemeinden Preußens! Die in den letzten Jahren vielfach ventilirte Frage der gesetzlichen Einordnung des jüdischen Religionsunterrichts in den Lehrplan höherer Lehranstalten ist durch die Reskripte des Cultusministeriums vom 30. April 1876 (Centralbl. f. d. ges. Unterrichtsv. Juniheft S. 343) und vom 18. Januar 1876, wie durch den Specialerlaß vom 11. Februar 1876 (Centralblatt, Märzheft d. I.) in ein neues Stadium getreten. Während einerseits unter gewissen Verhältnissen die Aufnahme der jüdischen Religionslehre unter die Schuldisciplin bewilligt, die Unterweisung in derselben der allgemeinen Schulaufsicht unterstellt und die Einreichung des Lehrplanes gefordert wird, wird anderseits dem Unterricht ausdrücklich jeder obligatorische Charakter abgesprochen und demgemäß demselben jede Berücksichtigung beim Abiturientenexamen versagt. Thatsächlich ist durch diese letzteren Bestimmungen jede Wirksamkeit des jüdischen Religionsunterrichtes in Frage gestellt, seine Bedeutung an den höheren Lthranstalten illusorisch, sein bildender und veredelnder Einfluß auf Geist und Gemüth der Schüler erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht, wie dies genugsam mit Bezugnahme auf jene Rescripte von der jüdischen Journalistik hervorgehoben und eingehend erörtert worden. Wiederum sind wir einmal daran erinnert worden, daß die jüdischen Staatsbürger Preußens sich jeden Schritt zur Gleichberechtigung hin mühsam erringen und erkämpfen mußten. Uno