Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1876-06-14 · Heft 24 (14.6.1876) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 24 (14.6.1876)
Date
1876-06-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447645-2447667--12596-2468428
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

546 dessen Baukosten bei Weitem die Kräfte der Gemeindemitglieder übersteigen. Bereits hat sie 700,000 Frs. für diesen Zweck verausgabt, die Stadtgemeinde hat der Gemeinde eine Subvention von 200,000 Frs. unter der Bedingung gewährt, daß die Gemeinde das Prachtgebäude bald zur Vollendung bringt; dazu sind aber mindestens noch 500,000 Frs. nöthig, welche die Gemeinde aufzubringen außer Stande ist. (Arch. Jsr.) Schweden. StpikholM, im Juni 1876. Sehr selten bringt Ihre geschätzte Zeitung ein Referat über das Gemeindeleben der schwedischen Juden und das wohl aus dem Grunde, weil die hiesigen Zustände wenig bieten, was für das orthodoxe Judenthum von Interesse wäre. Die Stockholmer Gemeinde huldigt der Reform; Orgel und Chorgesang sind seit Jahren in der Synagoge eingeführt und die neu hinzukommenden Gemeindemitglieder fügen sich ohne Weiteres in die gegebenen Verhältnisse. Ist auch, wie die Breslauer Richtung behauptet, die Orgel in der Synagoge nur Geschmacksache, so gab es doch seltsamerweise in hiesiger Gemeinde nur Ein Mitglied, dessen Geschmack dieser sogenannte solenne Gottesdienst nicht besagte und der daher an hohen Feiertagen ein besonderes jvjd veranstaltete. Die polnischen Juden freilich hatten seither ebenfalls ihren eigenen Gottesdienst, doch war weder das Lokal dem heiligen Zwecke entsprechend, noch war die ganze Andacht dazu angethan, sich auch nach Außen hin Teilnahme zu verschaffen. Erst seit zwei Jahren, seit dem Zuzug des auch in weiteren Kreisen bekannten Herrn Julius Mayer aus Hamburg, ist eine Wendung zum Besseren eingetreten. Mit Eifer und Energie, nicht pecunäre Opfer, noch Mühe scheuend wirkte er im Verein mit den Herren Rabb. Dr. Levysohn, W. Rubenson und M. Leipziger dafür, die polnische Gemeinde aus ihrer Lethargie zu wecken und sie für einen althergebrachten, doch den Anforderungen der Z?it entsprechenden Gottesdienst empfänglich zu machen. So ist es denn endlich auch gelungen ein passendes Lokal für den Gottesdienst zu miethen, eine angestellte Sammlung ergab außer sonstigen Geschenken über 500 Thlr. für die innere würdige Ausstattung der Synagoge, Statuten wurden entworfen und am verflossenen rvyutp my fand die Einweihung statt. Herr Rabb. Dr Levysohn hielt eine gediegene Predigt, dem Publikum und den Verhältnissen angemessen; durch sehr sinnreiche Auslegungen verschiedener Midrasch- und Talmudstellen ermahnte er die Polen. Frieden und Einigkeit zu erhalten, den Anstand während der Andacht zu wahren und das Gotteshaus 'seinem heiligen Zwecke gemäß auch heilig zu halten. Den gesanglichen Theil der Feier hatte Herr Cantor Philippson übernommen. Bei der Wahl des Vorstandes dieser Synagoge siel solche einstimmig auf Herrn Julius Meyer als, ersten und Herrn Stuppel als zweiten Vorsteher und bürgt uns besonders der ernst religiöse Charakter des Ersteren dafür, daß dieses Ehrenamt gewiß in besten Händen ruht. Wir können diesen Bericht nicht schließen ohne auch mit einigen Worten des gleichfalls hier vor einigen Jahren gebildeten -iDrf tsnn d-dd kurzer Erwähnung zu thun. Dieser Verein bewirkte mm □non '/’QAi mmy nach recht Mischer Sitte zu üben und auch hier hat der Vorstand (die Herren Dr. Levysohn, W. Rubenson und M. Leipziger) durch Herrn Julius Meyer eine besondere Stütze empfangen, da er sich angelegen sein läßt, auch in dieser Richtung, für jüdische Interessen bereitwilligst jedes Opfer zu bringen, so daß der Verein fortwährend im Zunehmen begriffen ist und selbst bereits in hiesigen schwedischen Zeitungen die größte Anerkennung gefunden hat. So wünschen wir denn von Herzen, daß das eifrige Bestreben dieser Herren für die Reorganisation der polnischen Gemeinde mit dem besten Erfolge gekrönt werde und daß die neue Synagoge der Mittelpunkt werde, an dem die religiösen Bedürfnisse ihrer Besucher im rechten Sinne ihre Befriedigung finden. S. B. Frankreich. Carperrtras. Herr Alfred Valabregue dahier hatte vor Jahren mit einer Christin eine Civil- Ehe eingegangen. Aus dieser Ehe stammen sechs Kinder (Knaben). Den verflossenen Winter ist die Mutter sammt ihren Kindern zum Judenthum übergetreten. Der älteste Knabe, 8 Jahre alt, hatte selbst den Wunsch ausgesprochen, daß der Beschneidungsact an ihm vollzogen werde. (33. I.) Amerika. New-Uorik. Im Staate Pensylvanien befinden sich ca. 50,000 Christen, die am Samstag ihren Ruhetag halten, hingegen am Sonntag ihre gewöhnlichen Arbeiten verrichten. Sie werden in vielfacher Weise von den übrigen Christen verfolgt und angefeindet. Dieselben haben aus diesem Grunde an die Legislatur eine Petition überschickt, worin sie um Aufhebung der in diesem Staate geltenden strengen Sonntagsgesetze bitten. (Jew. Chr.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.