Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1876)
- Date
- 1876-06-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 23 des Israelit. Zeitungsnachrichten & Correspond enzen. Deutschland. Warrrrbrunrr. Der einunddreißigste Rechenschaftsbericht der jüdischen Badearmenkasse zu Warmbrunn für die Badesaison vom 1. Mai bis ultimo Sept. 1875 weist eine Einnahme von 1288 Mk. und eine Ausgabe von!268 Mk. nach. Der Bericht schließt mit folgenden Worten der Verwaltung: Indem wir unfern werthen Glaubensgenossen vorstehenden einunddreißigsten Rechenschaftsbericht zur gefälligen Kenntnißnahme vorlegen, und den edlen Wohlthätern, die unsere Badearmenkasse mit milden Gaben unterstützt, den innigsten Dank im Namen der Armen aussprechen, fügen wir die Bemerkung hinzu, daß in vergangener Badesaison dreiunddreißig arme jüdische Badegäste die hiesigen Bäder besucht, und durch unser wohlthätiges Institut mit freier Kur und den nöthigsten Bedürfnissen zum Lebensunterhalt versorgt worden sind. Wieder haben wir Badesaison und die armen Kranken, welche die hiesigen Heilquellen zur Heri stellung ihrer Gesundheit besuchen'müssen, werden auch diesmal nicht ausbleiben, wir wenden uns daher hiermit wieder an die Wohllöbl. Vorstände der jüdischen Gemeinden und Wohlthätigkeitsanstalten, so wie an unsere Glaubensgenossen mit der sehr dringenden Bitte: „Unsere Badearmenkasse mit milden Beiträgen „zu unterstützen, und es uns dadurch zu ermöglichen , den armen kranken Glaubensgenossen, „wie bisher, die nöthige Unterstützung gewähren „zu können." Das Bestreben, endlich auch hier ein jüdisches Hospital für unsere kranken Glaubensgenossen errichtet zu sehen, wird dieses Jahr in Erfüllung gehen, und soll mit dem Bau desselben in Kurzem begonnen werden. 2)0, Liebesgaben, die vor einigen Jahren so reichlich dazu geflossen, haben durch die ungünstigen Zeitumstände fast ganz aufgehört, und besitzen wir die Mittel zum Bauplatz und Bau nebst Emrichtung des Hospitals, wohingegen die Fonds, von deren Zinsen die Unterhaltung der armen Badegäste geschehen soll, uns leider noch fehlen, doch hoffen wir auf bessere Zeit, wo dann die Sammlungen dazu wieder beginnen werden, um endlich doch das Institut mit dem nöthigsten Unterhaltungsfond für ewige Zeiten gesichert zu haben. Berlin, 19. Mai. Die Kommission für Justizwesen faßte dieser Tage gelegentlich einer Petitionsberathung den principiell bedeutsamen Beschluß, dem Plenum eine Tagesordnung vorzuschlagen, dahingehend, daß nach dem Gesetz vom 14. Mai 1873 der Vater bei seinem Austritt aus der Kirche berechtigt ist, diesen Austritt auch auf seine Kinder unter 4 Jahren zu erstrecken. Dem Kirchenvorstand steht j darnach die Befugnis: nicht zu (wie in dem speziell vorliegenden Falle), gegen den Willen des austretenden Vaters dessen Kinder in der Kirche zurückzuhalten. Kreis Samter. In dem Dorfe PfarSkie, wurden vorgestern, als man einige tiefe Löcher behufs Einpflanzung von Pappeln unweit der dortigen Reichelt'fchen Mühle grub, eine nicht unbedeutende Anzahl, zum Theil noch wohlerhaltener menschlicher Schädel gefunden. Der Umstand, daß bei diesen menschlichen Ueberresten auch Schlösser gefunden wurden, was an eine uralte Sitte bei der Bestattung von israelitischen Leichen erinnert und der Umstand, daß die ältesten Dorfbewohner sich nicht zu erinnern vermögen, daß auf! dem betreffenden Platze ein Kirchhof gewesen j sei, läßt mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß i auf dieser Schädelstätte dereinst Israeliten, die j bekanntlich im 14. Jahrhundert in Folge der Ver- ' treibung aus Spanien und anderen Ländern sich! in Hellen Schaaren besonders nach dem damals mächtigen und den Israeliten günstigen Polen- , reiche flüchteten, ihre unterwegs verstorbenen Ltammesbrüder in die Erde gebettet haben. (Pos. Z.) Frankreich. Paris. Nach dem von der Administration des isr. Consistoriums veröffentlichten Bericht für das erste Vierteljahr hat der Seinepräfekt das Consistvrium benachrichtigt, daß der nöthige Credit für die Einrichtung eines Religionsunterrichts für isr. Schüler an den höheren städtischen Schulen in das Budget für 1876 ausgenommen worden sei. Auf Vorschlag des Oberrabbinen von Paris wurde der Rabbiner von Versailles, Herr Weil, zur Ertheilung dieses Unterrichtes designirt. Das Consistvrium hat den Seinepräfekten auf einen Miß-