Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1876)
- Date
- 1876-05-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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478 Berlin. Die preußische Staatsregierung, welche sonst die Schullehrer-Seminare streng nach Confesfionen gesondert bestehen ließ, ist jetzt davon zurückgekommen und hat sogenannte Simultan- Seminare eingerichtet, in welchen die christlichen Confesfionen nicht mehr getrennt sind und Protestanten neben Katholiken ausgebildet werden. Wahrscheinlich werden auch Israeliten zugelassen, welche bisher nur als Hospitanten figurirten Bonn. Der neue Friedhof der hiesigen isr. Gemeinde wurde in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai von ruchloser Hand demolirt. Die Thäter sind noch nicht entdeckt. Frankreich. Poris. Unter dem Vorsitze des Präsidenten des Co-isistoriums, Baron Gustav v. Rothschild fand eine zahlreich besuchte Versammlung von Israeliten statt, in der über die Gemeindeverhältnisse, deren Synagogen und sonstigen Anstalten berichtet und debattirt wurde. Unter anderm wurde mitgetheilt, daß Frau Baronin James v. Rothschild einen besonder» Pavillon für 50 unheilbare Kranke errichtet hat. Die vor einigen Jahren freiwillig errichtete Gemeindekasse verfügt nunmehr über mehr als 71,000 Frs jährlich. Es wird projectirt, die isr. Gemeinde in drei Bezirke einzutheilen, an deren Spitzen je einer der Herren Rabbineradjunkten stehen und deren Mittelpunkt eine der drei großen Synagogen fein soll. (Arch. isr.) Spanien. Madrid, 12. Mai. Die Cortes haben mit 220 gegen 84 Stimmen den Artikel 11 der Verfassung betreffend die religiöse Toleranz angenommen. England. London. Das Comite des „Sir Moses Montefiore Testimonial" hat nachstehendes Schreiben von „einem christlichen Bruder", der nicht genannt sein will, erhalten: „Herr — schließt eine 50Pfund-Note bei, womit er sich das Vergnügen macht, beizusteuern zu dem Fond „zur Erinnerung an den edlen und zartfühlenden Sir Moses Montefiore", dessen lange und mühsame Wohlthätigkeit gegen sein eiaenes Volk in allen Ländern und insbesondere in Palästina, sowie dessen universale Güte zu allen Menschen ihn zum Segen für! Viele gemacht und zum Beispiel für Andere erhoben haben, um in seinen Fußstapfen zu wandeln. (Jew. Chr.) London. Rev. A. L. Barnett, der über 40 Jahre das Amt einns pn versehen, wurde mit seinem vollen Gehalte (150 L) pensionirt, und es wird ein neuer pn mit 150 L. Besoldung angeftellt werden. (Jew. Chr.) Türkei. Die Stadt Salonichi, wo vor Kurzem von den Türken zwei Consuln ermordet wurden, ist eine wahre Judenstadt. Die Stadt zählt etwa 100,000 Seelen, darunter sind zwei Drittel Israeliten, also etwa 70,000. (?) Die dortigen Juden sind Spaniolen, d. h. spanische Juden, deren Eltern im Jahre 1571 Spanien verlassen und theils nach der Türkei und Griechenland übersiedelten. Sie reden verdorbenes Spanisch, auch Hebräisch und sind sehr religiös. Sie sind Banquiers, Kaufleute, Hausirer, Makler, Handwerker u. s. w. Ihr Oberrabbiner steht in hohem Ansehen. Salonichi ist nach Constantinopel und Adrianopel die größte türkische Stadt. Egypten. Alexandrien. Der Chef des Bankhauses Menasse, (österr. Unterthan) sandte für die Wasserbeschädigten in der österr.-ung. Monarchie 4000 fl. (P. jüd. Ztg.) Afrika. Tunis. Ein geräumiges Gebäude wurde in der Mitte der Stadt erworben, um dahin die isr. Schulen zu verlegen. Herr Eli Scemana, Generalagent der öffentlichen Finanzen, wurde vom Premierminister zum Repräsentanten der tunesischen Regierung bei diesem Werke designirt. (Arch. isr.) Feuilleton. Profelytc». Von Friedrich Rott. I. „Hast Du Oel in die Chanukah-Lampe gegossen, Hermine?" „„Ja wohl, Mama, und auf meine Schürze auch. Die abscheulichen Chanukah-Lichter, tagtäglich verderben sie mir meine Kleider.""