Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1876)
- Date
- 1876-05-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XVII. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 20 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Hall, Württemberg. 8. Mai. Tie geehrten Leser des ..Israelit" werden sich nod) eines Artikels in Nr. 6 d. I. erinnern, in welchem die Verdienste des Ooeramtsarztes Dr. Eichberg zu Crailsheim waren hervorgehoben worden. Dieser Artikel Kat zu einer Persifslage in einem F.ischingsblatte „das Speitrvgele" Anlaß gegeben, für welche der verantwortliche Nedacteur des genannten Witzblattes. Herr Dr. Kap ff zu Crailsheim, in eine Sirafe von 40 Mark und in alle Kosten wegen Beleidigung des Dr. E. durch die Presse ist veruriheilt worden. Berlin. Nach dem Februarheft des Centralbtattes für die gesammte Unterricktsverwaltung in Preußen sind den Baruch Auerbachffchen Waisenanstalten für Knaben und Mädchen zu Berlin folgende testamentarische Legate vermacht worden: Vom Kaufmann D. I- Wolfs und feiner Frau Sara geb. Wolfs zu Berlin ca. 84,000 M.. vom Kaufmann Wulff zu Berlin 5000 Thlr. — 15000 M., vonderWittwe Beschütz geb. Grüneberg zu Berlin 20t.0 Thlr. — 60Ö0 Dt. und ihre Bibliothek. Schermbeck, im April. Am 13. }d\3 starb Herr H. Anschel von hier. Der Verstorbene hat durch seine Frömmigkeit, seine Rechtschaffenheit und seine Güte einen Namen sich erworben, der, obgleich der Verewigte keine Kinder hinterläßt, ewig hier mit Ehrfurcht genannt werden wird. Der Heimgegangene war die Stütze aller Gemeinde- Institutionen, da er stets zu jedem guten Werke reichlich beitrug. Sein Amt als '«22 für 8*010' p« hat er länger als 20 Jahre mit der größten Aufmerksamkeit und Treue verwaltet; die öfteren Sendungen für das heil. Land suchte er auf jede Weife zu vergrößern. Ein mehrjähriges Leiden stärkte ihn in dem Vertrauen auf Gott. In einem großen Leichenzug erwiesen seine Freunde ihm die letzte Ehre. Es wurden mehrere Leichenreden im Haufe und auf dem Friedhofe gehalten. ,i"2"!r"2"r>. Hamburg. Am verflossenen Sonntag beging der allgemein geachtete ehemalige langjährige Oberlehrer der Talmud-Thora-Schi le in Altona, und so sehr beliebte Redner Herr? alomon Renner, sein 50jähriges Jubiläum; vielmehr, dasselbe wurde begangen, da dem genannten Herrn von Seiten seiner zahlreichen Freunde und Verehrer und ehemaligen Schüler, eine Theilnahme kundgegeben wurde, welche wahrhaft rührend und erfreuend war. <L>äon am frühen Morgen stellten sich viele Gratulanten ein, welche ihren Glückwunsch und verschiedene sinnreiche, mit Liebe gewählte Angebinde darbrachten. Ein Fest-Comite harte sich unter den Zuhörern gebildet, welche dem theuren Lehrer ein kostbares Geschenk überreichten, begleitet von innigen Dankesworten des Vorstehers des Vereins. Doch die Krone des Tages bildete der Abend, an weldem in der Synagoge, woselbst Herr Renner an jedem Sonnabend seinen Vortrag hält, eine religiöse Feier stattsaud. Di; Synagoge war reich mit Pflanzeu und Blumen geschmückt und hell erleuchtet. Herr Musiklehrer Ree, wie wir hören, Schwiegersohn des Jubilars, leitete einige Chorgesänge mit vielem Geschmacke. Herr Dt. S. P. Nathan begrüßte den Jubilar mit herzlichen und geistvollen Worten, worauf dieser selbst eine gehaltvolle, dem Feste angemessene Rede hielt, mit einer Schilderung seiner Vergangenheit beginnend. Eine zahlreiche Versammlung von Herren, an der Spitze Herr Oberrabbiner Ste'n. die Herren Vorsteher der Gemeinde, viele hochgelehrte Männer wie auch mehrere Damen hatten sich eingefunden; und dieses seltene Fest schloß so schön, wie es begonnen. Möge dem verehrten Greise noch lange ein segenreiches Wirken vergönnt sein. Wittersheim (Elsaß). Am 26. p\i starb der allgemein beliebte Rabbiner Judas Levi in Quatzenheim im Alter von 72 Jahren. Der Verstorbene versah während 42 Jahren sein Amt in Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit, seine Liebe zu Gott und Seiner heil. Lehre war unbegrenzt. Tag und Nacht war er im Studium der.-on' beschäftigt. Sechs Rabbiner, an deren Spitze Herr Oberrabbiner Aaron aus Straßbura, waren zu seinem Leichenbegängnisse herbeigeeilt. Die Leichenrede hielt Herr Oberrabbiner Aaron. Das Andenken des Verstorbenen wird in seiner Gemeinde, Familie und bei allen denen, die ihn im Leben gekannt, nicht vergessen werden. .Ya"» Vn. M. Weiller.