Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1876)
- Date
- 1876-05-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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446 Hingeschiedenen Vorstehers der Gemeinde n'V'd ^>"L"1 p.ö-ps joto Ihr Name ra m:nn •?"i fyptnjsyjD |ndd^ ’^-on 'nn hatte einen guten Klang in unserer Gemeinde. Ihre Bescheidenheit, ihre Demuth, ihr frommes und stilles Wirken war allgemein bekannt. Zwar hatte sie sich gewissermaßen einen "ibdh verbeten, und da wir auch '2"2 sind, an denen ein “i£Dn nicht stattfinden soll, so hatte der Herr Rabb. Felsen stein aus diese Gründe gestützt, der Hingeschiedenen bloß einen Nachruf gewidmet. In diesen Worten des Andenkens gab der Geistliche ein kurzes Lebensbild der Verblichenen, ihre hohen Tugenden und edlen Vorzüge hervorhebend. Der Besuch des öffentlichen Gottesdienstes war ihr stets eine Herzensangelegenheit, sie erfüllte mit Eifer alle Vorschriften unserer heiligen Religion. Sie zeichnete sich aus durch Dethätigung?der D’Hom rrnay min und übertrug diese Edelthaten auf ihre Kinder, welche in ihrem Sinne und Geiste fortwirkten. Sie war ein werthes Mitglied aller hier bestehenden nn?n, besonders eifrig und thütig in der Frauen - Chebrah OHDn in welcher ihr Hinscheiden eine fühlbare Lücke erscheinen läßt. Sie erreichte daS hohe Alter von 82 Jahren. Der Schluß der Rede betonte die Worte Ruth 3, 11: .nx b'ti ntfN ’D 'vy ny^ ym Die ganze Gemeinde weiß, daß Du ein wackeres Weib warst. ,]DN D”nn nnH3 mns nnctrj \nn Aus Weftphalen. nvvi k dp verstarb zu Iserlohn dos älteste Mitglied der dortigen jüd. Gemeinde, der Veteran Daniel Gerson, im 86. Lebensjahre. Derselbe war noch einer von denen, welche die denkwürdigen glorreichen Freiheitskämpfe gegen Frankreich nütgemacht haben. Die Beerdigung fand am v".->"n"-> 2 DP statt. Die Betheiligung an derselben war eine sehr große; nicht allein Seitens der jüd. Gemeinde und der D'-ipp aus der Umgegend, sondern auch die Mitglieder des städtischen Kriegervereins gaben dem vom Sterbehause nach dem ycny tva sich in Bewegung setzenden Zuge unser Musikbegleitung das Geleite. (Es waren zu diesem Behufs jüdische Choräle eingeübt worden.) Der Heimgegangene war ein schlichter, aufrichtiger h:,t. Möge der D'b'2-r emo der einzigen noch hinterlassenen unverheiratheten Tochter reichlichen Trost spcnden. n"2'W'n. Auf d^m jüd. Friedhofe zu Ahlen sind kürzlich von ruchloser Hand fast sämmtliche niDHD umgeworfen und zum Theil stark beschädigt worden. Unter denselben befanden sich mehrere kostspielige Monumente, die ebenfalls von der Hand des Uebelthäters nicht verschont geblieben sind. Leider hat man b's jetzt demselben nicht auf die Spur kommen köunen. So wie hier wurde auch kürzlich in Unna der Versuch gemacht, den dortigen jüd. Friedhof zu demoliren. Doch, G. f. D., gelang es hier dem Todtengräber, den Uebelthäter bei der frechen That zu ertappen um denselben dem Gerichte überliefern zu können. wo er jetzt seiner wohlverdienten Strafe entgegensieht. Bekanntlich wurden üo; einigen Jahren auf demselbkn Friedhofe mehrere Denkmäler zerstört, ohne daß es gelang, die Entdeckung des Thäters, trotz der darauf ausgesetzten hohen Belohnung, herbeizuführen. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Italien. Rom. Der Commandeur Cesare Novighi, Major unD Professor an der Militärschule zu Modena, ist zum Ordonnanzoffizier des Königs von Italien ernannt worden. Diese Beförderung bemerkt „Vesbillo ll8r.", steht bis jetzt ohne Gleichen, bei den Juden in Italien und vielleicht in Europa überhaupt da. Noch bemerkenswerther aber ist für ein jüdisches Blatt der Umstand, daß Novighi in seiner Jugend Gründer und Redacteur der „Revista israelitica“, der ersten isr. Zeitschrift in Italien, gewesen und noch jetzt Mitglied des Gemeindevörstandes zu Modena ist, und als solcher einen Theil seiner Thätigkeit den Interessen seiner Glaubensgenossen widmet. (Arch. Isr.) Spanien. Madrid, 5. Mai. In der heutigen Sitzung der Cortes begründete bei Berathung über die Religionsfrage Exminister Ortiz seinen Antrag, die darauf bezügliche Bestimmung der Constitution von 1869 wiederherzustellen. Der Justizminister sprach sich für Gewissensfreiheit aus und frug die Ultramontanen, ob sie die jetzt vorhandenen 39 protestantischen Gotteshäuser wieder schließen und alle Protestanten aus Spanien vertreiben wollten? Ferdinand Alvarez erwiederte, das sei allerdings ihre Absicht. Auf eine Anfrage von Ortiz erklärte darauf der Justizminister, die Andersgläubigen sollten die nämlichen bürgerlichen Rechte haben, wie die römischen Katholiken. Der Antrag Ortiz wurde übrigens mit 190 gegen 33 Stimmen abgelehnt. Madrid, 5 Mai. Im Fortgange der heutigen Sitzung lehnte die Deputirtenkammer mit 163 gegen 12 Stimmen ein Amendement zu Artikel 11 der Constitution ab, wonach der Cultus von Nichtkatholiken nicht öffentlich ausgeübt werden dürfe. _