Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1876)
- Date
- 1876-05-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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396 vilisation von Interesse sein wird, ersuche ich Sie höflichst, dieselbe gütigst in Ihrem Blatte veröffentlichen zu wollen. Es ist sicher anzunehmen, daß die Leiden, über die sich die Juden zu Zerkhan zu beklagen haben und von denen sie nun glücklicherweise befreit worden,. dem Schah von Persien unbekannt sind. Ich kann nicht diese Gelegenheit voiübergehen lassen, ohne dem Earl of Derby und der englischen Negierung meine volle Dankbarkeit auszudrücken; ihre schnelle und mächtige Intervention hat, mit der Hilfe Gottes, die besten Resultate erzielt. Ich habe, geehrter Herr, die Ehre zu verbleiben Ihr treuer und ergebenster Moses Montefiore. Teheran, den 5. März 1876. Mein Lord! In Bezug auf Ihr Telegramm vom 21. Februar habe ich die Ehre, Ihnen hiermit eine Uebersetzung eines Briefes zu übersenden, welchen der Minister für auswärtige Angelegenheiten an seinen Bruder, den General - Gouverneur der Provinz Fars, in Betreff der jüdischen Gemeinde von Zerkhan gerichtet hat, in welchem er ausdrücklich wünscht, daß diese unter dessen besonder» Schutz gestellt werde und daß er nicht erlanbe, sie mit Ungerechtigkeit zu behandeln, von welcher Seite es auch sei. Ich habe u. s. w. (gez.) Wm. Taylour Thomson. An den Earl of Derby u. s. w. Der Persische Minister für Auswärtige Angelegenheiten an den General-Gouverneur von Fars! März 1876. Aus mehreren Mittheilungen scheint hervorzugehen, daß die jüdische Gemeinde zu Zerkhan gewissen Ausschreitungen ausgesetzt gewesen und daß einige unter ihnen gezwungen gewesen seien, ihre Religion zu wechseln. Obgleich ich niemals zu glauben vermag, daß dieselben in dieser Weise behandelt werden, schreibe ich Ihnen nichtsdestoweniger diesen recommandirten Brief, um jeden Act der Ungerechtigkeit, welchen sie gelegentlich ausgesetzt sein könnten, zu verhindern, damit die Juden sich in Sicherheit fühlen, und es ist sicher, daß Sie in dieser Hinsicht die nöihigen Befehle geben werden. (In des Persischen Ministers eigner Handschrift:) Und ich wünsche, daß Sie die genannte Gemeinde unter Ihren besondern Schutz nehmen und daß Sie nicht erlauben, daß dieselben mit Ungerechtigkeit behandelt werden, von welcher Seite eS auch sei. Uebersetzt von Ronald I. Thomson. Emmen-ingeu (Baden), 1. Mai. Gerichtliche Schritte mir vorbehaltend, erkläre ich die Angabe des Freiburger Correspondenten in der ersten Beilage Nr. 17 Ihres Blattes für eine böswillige Erfindung. Seit 1. Novbr. v. I. versehe ich in Freiburg teilweise die Religionslehrerstelle und ertheile den Unterricht am Sonntag- und Mittwoch-Nachmittag. Am Sabbat habe ich den ganzen Tag an der hiesigen gemischten Schule zu unterrichten, mit Ausnahme der Stunden von 8—10 Uhr, welche Zeit dem Gottesdienste und dem Religionsunterrichte gewidmet ist. Auch nicht ein einziges Mal habe ich den Unterricht an der hiesigen Schule ausgesetzt und konnte also auch nicht nach Freiburg gefahren sein; ebenso unwahr ist die andere Behauptung. Ganz empörend ist die Entstellung der Rede „eines der hohen Vorstandsherren", der von der „Toleranz des Judenthums zu allen Zeiten" sprach, aber mit keiner Sylbe die Folgerung daraus zog, „sich mit Christen ehelich zu verbinden", wie der erwähnte Correspondent behauptet. Im Interesse der Wahrheit bitte ich um Aufnahme dieser Berichtigung und zeichne achtungsvoll K. Bodenheimer, Hptlehrer. Telegraphische Depesche. Papa (Ungarn), 30. April. Die hiesige autonome, orthodoxe isr. Gemeinde hat soeben Herrn vr. Salomon Breuer in Mainz zu ihrem Oberrabbiner erwählt. (Wir wünschen der verehrlichen isr. Gemeinde zu dieser Wahl von Herzen Glück. Herr vr. Br. vereinigt in sich diejenigen Eigenschaften, die ihn befähigen iw rmp onr6 mm, zum Besten seiner Gemeinde sowohl wie der Gesammtheit unter göttlichem Beistände Großes zu wirken. — Red.) (S. die Erzählung „Bin ja min' in der 1. Beil.) Hierzu drei Beilagen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung I. GottSleben's Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger.)