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Der Israelit · 1876-04-26 · Heft 17 (26.4.1876) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 17 (26.4.1876)
Date
1876-04-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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374 nur bedungen, eine Kelter aus dem Keller herausnehmen zu dürfen, — sehr charakteristisch — nicht aber z. B. den tcnipn px, der dann wohl nebst den anderen nternp ’eroccm zu profanen Zwecken, wenn nicht jpt3 w'az-nb, verwendet werden wird. Mögen sich doch diese Herren, wenn sie nicht bemessen können, von welch' großer Tragweite ein derartiger Schritt für das religiöse Leben der ohnehin kleinen und darum auf Einigkeit angewiesenen Gemeinde sein muß, doch die Frage vorlegen, was wohl ihre Eltern und Großeltern n"y zu einem derartigen Bravourstück' einer edlen Handlungsweise sagen würden; und wenn sie einigermaßen gerecht gegen sich sein wollen, werden sie sich sagen müssen,' daß die Heimgegangenen n"y, wenn sie solch es nur irgendwie je von ihren einstigen Nachkommen erwarten zu dürfen geahnt hätten, sie testamentarisch die heil. Räume vor solchen Angriffen sichergestellt haben würden. —h— Freiburg, (Baden). Anläßlich der Petitionen, welche beim preußischen Landtage von orthodoxen Seperatgemeinden eingereicht wurden, um der Zahlungspflicht gesetzlich enthoben zu werden, haben die Neologen die Spalten ihrer Blätter mit ihren Versprechungen angefüllt, daß man gewiß von der Neologen-Majorität überzeugt sein dürfe, daß sie auch für den CuUus der orthodoxen Minorität aus den Gemeindemitteln sorgen werde, nur solle man keine Trennung in den Gemeinden Hervorrufen. Wie weit diesen Versprechungen Glauben gesche kt werden darf, beweisen die Umstände in hiesiger isr. Gemeinde. Trotzdem deren Mitgliederzahl bis jetzt ca. 80 beträgt, ist es noch nicht gelungen, daß ein mpo eingerichtet worden wäre, trotzdem sich schon öfters Mehrere angelegentlichst, wie es die Wichtigkeit der Lache erfordert, beim Synagogenrath verwendeten und „nicht unbedeutende freiwillige Beiträge" herzugeben versprachen. Leider herrscht hier bei den Meisten die irrige Meinung, ein Doppclbad in irgend einer Badewanne eines beliebigen Badehauses genüge auch unfern rituellen Vorschriften und weil hierdurch eben nur eine Minorität ein mpc wünscht, so bleiben deren Vorstellungen unberücksichtigt. Wie weit der Indifferentismus hier geht, beweist auch der Umstand, daß erst kürzlich ein Religionslehrer angestellt wurde, der öffentlich n2*“)Z2 ißt, und sich nicht scheuet, jeden Samstag Mittag von E. mittels Eisenbahn hierher zu fahren. Man sammelt hier Spenden zur Errichtung eines isr. Waisenhauses, ein Werk, das jedenfalls | löblich ist, allein vom religiösen Standpunkte aus > großes Bedenken schon deßhalb erwecken muß, weil! Leute an der Spitze stehen, die im Hause nicht lara | leben, und ihre Kinder, welche die Schule besuchen j am Sabbat schreiben lassen, was leider sämmtliche i hiesige isr. Kinder thun. * Ja, einer dieser hohen Vorstandsherren nahm Veranlassung bei einer Rede, die er am letzten Purimballe hielt, die Folgerung zu ziehen, weil doch die fromme Esther einen nichtjüdischen König geheirathet, sei es auch jetzt zeitgemäß, sich mit Christen ehelich zu verbinden. Dieser Herr, s. z. in christliche Zirkel eingeführt, ist von dort verdrängt, wieder in jüdische Gesellschaft eingetreten und scheint nun zum zweiten Male versuchen zu wollen, sich mit Nichtjuden vereinigen zu dürfen. Möge der Allgütige unsere hiesigen isr. Verhältnisse bald ändern! Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Prag. Die „Wehrzeitung" erzählt folgende wie sie hinzufügt thatsächlich wahre Begebenheit: Se. Majestät, der Kaiser sah bei einer Musterung einen ältern Unteroffizier mit Tapferkeitsmedaiüen und Auszeichnungen bedeckt. Der Kaiser fixirte den Unteroffizier und ließ sich dessen Conduitenliste und Nationale bringen. Bei der Rubrik „Glaudensbeketintniß" stand das Wort „mosaische und der commandirende Oberst versäumte nicht mit dem Zeigefinger die Aufmerksamkeit des Kaisers, insbesondere auf diese Rubrik hinzulenken. „Treten Sie vor, Herr Lieutenant/' rief der Kaiser dem decorirten Unteroffizier zu. „Treten Sie vor, Herr Oberlieutenant," wiederholte der Herrscher, nachdem der Angesprochene kaum ahnend, daß die Ansprache an ihn gerichtet sei, vor,chriftsmäßig in Reih und Glied verblieb. „Treten Sie vor, Herr Hauptmann," commandirte nun der Kaiser, „ich kenne in meiner Armee keine confessionellen Hindernisse." S. Kohn. F r a n k r e i ch. Paris, März. (Monatsbericht der „ All. Isr. Univ." Schluß.) (Die Israeliten von Tunis.) — H. Elmilik, Vicepräsident des Comitös von Tunis, berichtigt die in dem Monatsbericht vom Januar c. veröffentlichten, von einer anderen Quelle stammenden Mittbeilungen: Die Israeliten, sagt er, sind durchaus nicht aus denjenigen Stadtvierteln, in denen sie seit Jahrhunderten ihre Magazine haben, vertrieben k

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