Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1876)
- Date
- 1876-04-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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370 Und den Glauben der Väter vertheidigte. Ich kenne einige erbitterte Judenfeinde, die sich häufig in unserer Gesellschaft bewegten, doch gerade von ihnen habe ich nach einiger Zeit eine vollständige Abschwörung ihrer Vorurtheile vernommen. Noch vor Schluß des verflossenen Semesters erhielt Gottlieb ein inniges Empfehlungsschreiben vom Hofmaler Ängeli aus Berlin, welches an den Direktor Pyloti gerichtet war, in demselben zeigt Ängeli dem Direktor der Münchener Akademie an, daß er mehrere Zeichnungen und Farbenskizzen Gottliebs gesehen habe und in denselben ein großes Talent und emsiger Fleiß bemerkt habe. Da der sunge Maler den Wunsch geäußert habe sich unter seiner (Pylotis) Leitung auszubilden, wünsche er selbst von ga- ,em Herzen, daß er ihn gütigst annehmen Möchte. Mit diesem Empfehlungsschreiben und mit seinen letzten Arbeiten ging Gottlieb zum Direktor Pyloti, dieser fragte nach Prüfung der letzteren nach seinem Alter und hörte zu seinem großen Erstaunen, daß er noch nicht 20 Jahre alt sei, er reichte ihm hierauf herzlich die Hand mit den Worten: „Sie sind mein jüngster Schüler." Das ist Gottliebs Geschichte bis auf die letzte Zeit, und daß sich jene großen Männer, welche sich seiner angenommen in ihm nicht getäuscht haben, davon wird er im nächsten Monat einen neuen Beweis liefern. Holland. Amsterdam. In letzterer Zeit ist in Bezug auf den jüd. Religionsunterricht zwischen dem hiesigen Oberrabbiner, Herrn vr. Dünner und dem Oberrabbiner von Haag, Herrn B. S. Berenstein ein Federkrieg ausgebrochen. Herr Dr. Dünner batte Anfangs Februar in einem hiesigen israel. Blatte eine längere Auseinandersetzung über die Art und Weise, wie bisher der Religionsunterricht in den Armenschulen ertheilt wurde, veröffentlicht und kam in derselben zu dem Schlüsse, daß, um den Anforderungen der Jetztzeit zu genügen , der Religionsunterricht für Knaben und Mädchen vom 6. bis 11. Jahre beschränkt werde auf dre allgemeine Bekanntschaft mit den Ge- und Verboten, auf jüdische Geschichte, auf das Lesen und Uebersetzen der Hauptgebete, auf hebrätsche Grammatik und Lesen der Thora, und für Schüler, die bis zum 13. Jahre die Schule besuchen, was jedoch nicht so häufig der Fall ist, auf die Uebersetzung der übrigen Gebete, die Uebersetzung des Pentateuch und der Hapthoroth. Diesen Vorschlägen trat nun der Oberrabbiner von Haag in einem Rundschreiben entschieden entgegen; er will den bisherigen Gang des Religionsunterrichtes, der sich seit einer Reihe von Jahren bewährt hat und der sich auch auf die Uebersetzung des Pentateuch und die Erlernung von Mischnah erstreckt, erhalten wissen. Italien. Turin. Der Stadtreih von Turin hat als Beihilfe zur Erbauung der neuen Synagoge 200,000 Lire votirt. Diese große Summe bildet kaum ein D ittel des Geldes, welches zur Vollendung des luxuriösen Gebäudes nöthig ist. das der isr. Gemeinde bereits 800,000 Lire gekostet hat. (Un. Isr.) Frankreich. Puris. Herr Heinrich Aron, bisher beider Redaction der „Debats", wurde zum Director des „Journal Öfficictt" ernannt. Herr B. Levy, Generalintendant der Armee, wurde vom Kriegsminister zum Delegirten seines Departements in der Commission zur Revision der Handelsverträge mit den fremden Mächten erwählt. (Arch. Isr.) Besau^on. Der Herzog von Au male, schreibt das „Journal d'Alsace", scheint in dem Glauben zu sein, daß in Frankreich noch eine Staatsreligion exiftirt. Dieser Chef-Commandant des Armeecorps, dessen Hauptquartier Besanyon ist, hat den ihm unterstehenden höheren Officieren kundaegeben, daß, da die katholische Religion von der Mehrheit der Franzosen bekannt wird, es nicht nöthig sei, bei Gelegenheit von öffentlichen Gebeten Ehrenpiquets in die protestantischen und israel. Tempel zu schicken. (Un. Isr.) F e n i l I e t p n. f injatnin. IX. „Station Stockstadt, Station Stockstadt!" riefen die Schaffner, „Alles aussteigen, Alles auSsteigen!"