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Der Israelit · 1876-04-26 · Heft 17 (26.4.1876) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 17 (26.4.1876)
Date
1876-04-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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368 Achtung gebietenden Haltung der kaum entstandenen orthodoxen Religivnsgeseüschaft in Sorge versetzt und jene Korrespondenz, welche die Veranlassung der gegenwärtigen Darstellung geboten, ist ein Zeichen dieser ängstlichen Sorge. — Das Ziel wird sicher erreicht werden und in Cöln ein Äemeindewesen erstarken, welches unter Gottes Beistand eine junge Generation heranzieht, die px “~n Dy nun zur Verwirklichung bringt. —s — Zeitungsnachrichten & Correspondenzen. Dcfterr. Ungar. Monarchie. Wien. Dem zweiundzwanzigsten Bericht des allgemeinen österreichischen isr. Taubstummen- Jnstitutes in Wien vom Schuljahre 1874/75 entnehmen wir: Viele Aufnahmsbewerber mußten zum tiefsten Bedauern des Vorstandes in Ermanglung der materiellen Mittel wieder abschlägig beschieden werden; ungeachtet es kühn behauptet werden darf, daß es nicht blos einen moralischen Verlust zu bedeuten hat, wenn den vom Geschicke hartbedrängten Erziehungsbedürftigen die Hilfe versagt werden muß, sondern mit'jeder Abweisung der Aufnahme eines taubstummen Zöglings zugleich die Verwerthung und der in ihm latenten Kraft und die Nutzbarmachung derselben für die bürgerliche Gesellschaft aufgegeben ist. Was uns jedoch ermuthiget, in unserem Bestreben auszuharren, ist eben jene erfreuliche Wahrnehmung , daß dieser Anstalt eine Theilnahme erhalten blieb, die auch durch die trübsten Zeitläufe keine Einbuße erlitten hat. Wir leben daher der Zuversicht, daß es nur einer allgemeinen Besserung der Verhältnisse bedarf, um auch unserem Humanitären Unternehmen das wünschenswerthe Wachsthum zuzuführen. Im abgelaufenen Jahre befanden sich 106 Zöglinge in der Anstalt, darunter 63 Knaben und 43 Mädchen, eine Zahl wie sie seit dem Bestehen des Institutes bisher noch nicht erreicht wurde. £>494^ %.% ^vt 51570 fl. Wien, 19. April. Aus einer Abhandlung in der „Statistischen Monatsschrift" über die Selbstmorde in Oesterreich constatiren wir die merkwürdige Thatsache, daß im Oest. Kaiserstaate auf je eine Million Katholiken 524, Griechen 519, Evangelische 642, und auf eine Million Juden 159 Selbstmorde fallen, so daß also der Selbstmord bei den Christen etwa vierfach häufiger vorkömmt als bei den Juden. Diese nüchternen Zahlen verkünden den Ruhm unserer heiligen Religion in unwidersprechlicher Weife. Pesth, 9. April. In der Pesther Theresienstadt waren vorgestern die Dreitrommel- und Königsgasse, dann mehrere andere Orte der Schauplatz sehr lärmender, fast tumultarischen Scenen. Anläßlich der isr. Ostertage wurden auch diesmal große Quantitäten von „Mazes" aus Mähren und Galizien nach Pesth gebracht und hier in den bezeichneten Gassen zum Verkaufe ausgeboteu. Im letzten Augenblicke hatte die isr. Cültusgemeinde vom Handelsministerium eine Verordnung erwirkt, wodurch der Verkauf von „Mazes" nur denjenigen gestattet wird, welche zur Erzeugung dieser Eßwaare von den betreffenden Organen der Cultusgemeinde unter Beachtung der rituellen Vorschriften autvrisirt sind. Auf Grund dieser Ministerial-Verordnung wurden die Bezirksvorstehungen ersucht, alle „Mazes"-Handlungen, welche mit der nothwendigen Befugniß nicht versehen waren, zu sperren und die Maare zu confisciren. Die Bezirksämter vollzogen die Verordnung des Handelsministerium stricte, was zu allerlei Auftritten Anlaß gab. Die meisten Händler gingen später der Maßregelung dadurch aus dem Wege, daß sie ihre Waare wieder nach der Eisenbahn brachten, um damit ihr Glück anderwärts zu versuchen. Die Ruhe unter den aufgeregten Parteien und Gemüthern wurde erst gegen Abend hergestellt. Innsbruck*), 25. März. Da es mit der Aufgabe des „Israelit" innig zusammenhängt, auch einem aufstrebenden Talente Bahn zu brechen, und dasselbe vor den fanatischen Angriffen, mit welchen selbst in unseren aufgeklärten Zeiten fromme Mordlust am Juden hinaufbellt, auch wenn er die höchste Höhe des Verdienstes erreicht hat, so möchte ich von einem Manne berichten, dessen Name zwar jetzt noch nicht allgemein bekannt ist, jedoch von Künstlern und Kunstprofessoren mit großen Hoffnungen genannt wird. Nachdem der Maler Moses Gottlieb an mehreren Akademien mit größtem Erqä Au.sll'.l.du.v.a, Q£Qxfcji&.t, ta.ufcu.h Kränkungen und Schwierigkeiten zum Trotz seinem Ziele zugeschritten ist, wird er im nächsten Monat ein größeres Werk zur Ausstellung bringen unter dem Titel: „Beim Rabbi." Da sowohl vom Direktor der Münchener Kunst-Akademie Herrn Carl v. Pyloti als auch von Professoren der *j i'on einem Nicbtjudcn.

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