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Der Israelit · 1876-04-26 · Heft 17 (26.4.1876) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 17 (26.4.1876)
Date
1876-04-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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367 Timg, welche alle Anwesenden beseelte und haben jetzt aus Cöln Informationen, welche die Thatsache verbürgen, daß seit der Einweihung der Religionsgesellschaft neue Mitglieder beigetreten sind, daß die junge orthodoxe Gemeinde besteht und fortfahren wird zu existiren. Die Vorsteher und Repräsentanten derselben, uns zum Theil persönlich bekannt, sind Männer, die von dem Ernste und der Heiligkeit ihrer Aufgabe zu tief durchdrungen sind, um sich von einigen vielleicht Schwankenden und Aengstlichen irre machen zu lassen; sie wissen es vielmehr und find von dieser Ueberzeugung tief durchdrungen, daß, was jetzt in Cöln sich entwickelt, schon vor Jahren hatte geschehen sollen. Sie haben es erkannt, daß das Heil der Gegenwart und Zukunft unabweislich daran geknüpft ist, daß alle religiöse Institutionen unter vertrauenswürdige und sachkundige Leitung gestellt werden. Und in dieser klaren Erkenntnis haben sie ihren Rabbiner, I)r. Plato, sich erwählt, einen Mann, der in seltenem Maaße, tiefe Gelehrsamkeit, umfassende Bildung, Reinheit des Charakters, Festigkeit und Beharrlichkeit vereinigt, einen Mann, der der Schwierigkeit seiner Aufgabe sich vollkommen bewußt, nicht schwankt und wankt und je größer und schwieriger die Aufgabe, um so energischer und begeisterter an deren Lösung arbeitet. Diese Aufgabe aber, welche Rabbiner, Verwaltung unh. Gemeinde der mj? zu Cöln gemeinsam zu lösen sich gestellt, ist keine andere, als dem alten ehrwürdigen, glorreichen Judenthume, wie es von den Vätern uns überkommen, in Cöln eine Stätte zu stiften, auf welcher rnoyi mm zur Blüthe gelangen, demselben einen Kreis zu schaffen, in welchem seine Satzungen allein als Gesetz, als die von Gott gegebene Norm heilig gehalten und zur Verwirklichung gebracht werden. Wir wollen an dieser Stelle nicht bereits in dieser Zeitschrift Berichtetes wiederholen; wir wollen nicht anführen, aus welchem Grunde die jüngste Rabbinerwahl in Cöln die Veranlassung zu dem Entstehen der jrmc my geworden. Die Verwaltung einer Gemeinde, welche einen Mann zur religiösen Leitung der Gemeindeangelegenheit beruft von der Vergangenheit des gegenwärtigen Rabbiners der Synagogengemeinde zu Cöln, diese Verwaltung hat selbst damit den Keim zum Zwiespalt in d^n Schooß ihrer Gemeinde gelegt; und wenn der Corresp. der „Jsr. Wchschr." unsere Mittheilung in Nr. 11 dieser Zeitschrift schließlich als „Hetzerei" qualificiren will, so dürfte er diesen Vorwurf vielmehr gegen die von ihm „glorificirte" Synagogengemeindeverwaltung erheben. — Wenn eine Verwaltung zum Rabbiner eine Persönlichkeit beruft, von der sie bereits die vollste Kenntniß besaß, daß dieselbe in Cöln als ein rown leben mußte, falls sie im Augenblicke ihrer Berufung wirklich auf dem Boden des traditionellen Judenthums in That und Gesinnung stehen wollte, so hat sie dadurch allen denjenigen Gemeindemitgliedern, denen das göttliche Gesetz noch heilig und unverbrüchlich gilt, die ihr Leben nicht durch rro niDx beflecken wollen, die ihre Kinder zum treuen Gehorsam gegen Gott und Sein heiliges Gesetz zu erziehen als die höchste Aufgabe ihres Daseins betrachten, es zur Gewissenspflicht gemacht, nun ihrerseits Sorge zu tragen, daß die religiösen Institutionen gewissenhaft gepflegt, daß eine wirkliche, echte Gottesfurcht, die ja zunächst in treuer Erfüllung des Gottesgesetzes ihren Ausdruck finden soll, verbreitet werden kann. — Und wenn die Nöthigung zu der Ermöglichung dieser wichtigen Anliegen „Hetzerei" genannt werden soll, so hat ja Niemand anders, als jene Gemeindeverwaltung diese Nöthigung ausgeübt. Welche Gestaltung die junge |mr my in Zukunft nehmen wird in Bezug auf ihre Stellung zu der Synagogengemeinde, vermögen wir nicht zu beurtheilen. Es mag sein, daß für jetzt nur diese positive Aufgabe allein ihr Zweck ist und eine förmliche Loslösung von der Synagogengemeinde noch nicht beabsichtigt wird. Wir glauben, daß hiefür wesentlich äußere Umstände maßgebend sein dürften. So z. B. ob vielleicht die Synagogengemeinde sich entschließt, alle religiösen Einrichtungen als na'rüff u. s. w. einer vertrauenswürdigen, gewissenhaften Leitung zu unterstellen. Das ccher hoffen wir zuversichtlich und mit vollem Recht, daß die edlen Männer, welche jetzt in Cöln so muthig und begeistert sich erhoben haben für Gott und Sein Gesetz , in ihrem heiligen Eifer nicht erkalten werden, daß die Zahl derer sich immer mehrt, die sich ihnen anschließen in gleicher Reinheit, in gleicher Begeisterung, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo durch die eine oder andere Veranstaltung in Cöln für das heilige Vätererbe die Garantien in umfassendster Weise geschaffen sind, daß ein gesetzestreues jüdisches Leben sich daselbst entfalten kann; daß das Lehrerseminar, in welchem jüdische Lehrer im Geiste des echten , alten Judenthums herangebildet werden, in Mitten eines Kreises zur Blüthe gelange, welcher von dem gleichen Geiste sich getragen fühlt. Der ernsten That spendet Gott seinen Segen. Die Gemeinde zu Cöln zählt im Verhältniß zu andern Gemeinden Deutschlands noch eine sehr große Anzahl von Männern, die mit Bewußtsein und Entschlossenheit treu halten zur Fahne des Gottesgesetzes. Die Gegner sind schon vor der

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