Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1876)
- Date
- 1876-04-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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366 und Weh über die Verlogenheit und Verkommenheit desselben rufen, der mit so eiserner Stirne die offenbarsten Unwahrheiten zu berichten sich erdreistet. Wohl mag es Vorkommen, daß in einer Schilderung einJrrthum sich einschleicht, eine falsche Auffassung einer Rede u. dergl. zu einer unrichtigen Darstellung der Sachlage führen kann, aber eine ganze Geschichte zu erfinden, «an der kein Wörtchen der Wirklichkeit entspricht", das ist unerhört, selbst in der schamlosesten Correspondenz eines verrufenen Blattes! Den Lesern der „Jsr. Wochenschrift" und des ..Israelit" wird aber die schwere Aufgabe gestellt, sich zu entscheiden, wer hier der Lügner ist, der Correspondent des „Israelit" oder die „Original- Correspondenz" der „Jsr. Wochenschrift"? Gehört die Gründung einer orthodoxen Gemeinde zuCöln in das Gebiet der Zeitungsenten? Ist die Darstellung in der „Jsr. Wochenschrift" die Mittheilung eines „berufenen" Wahrheitsliebenden? Es ist begreiflich, daß der Corresondent des „Israelit" ein lebhaftes Interesse hat, alles dieses möglichst klar zu stellen und da auch vie Gründung einer orthodoxen Gemeinde in der bedeutenden Stadt Coln ein für die gesammte Judenheit Deutschlands wichtiges Ereizniß wäre, so wird eine nähere Darlegung der hierauf bezüglichen Umstande auch dem Leserkreis des „Israelit" nicht uninteressant sein; und bedarf es deshalb wohl keiner Entschuldigung, wenn in diesem Artikel in möglichster Kürze eingehender auf diesen von den Correspondenten des ..Israeli:" iw Nr. 11 und der „Jsr. Wochenschrift" in Nr. 13 behandelten Gegenstand zurückgegriffen wird. Zunächst möge die von dem Correspondenten der „Jsr. Wochenschrift" angeregte Frage erörtert werden, wer ist der „Berufene" und wer der „Unberufene" in dieser Sache? „Berufen" ist derje nigc zu einer Mittheilung von allgemeinem Inte reffe, wer die Wahrheit berichtet, „unberufen" abe, der, welcher die Wahrheit negirt. Wäre also das Referat in Nr. 11 des „Israeli ein solches, an dem, wie unser Gegner behaupt „kein Wörtchen der Wirklichkeit entspricht", so w§- ren wir „der Unberufene"; sollte es sich ab^l Herausstellen, daß die „Originalcorrespondenz" tttV Nr. 13 der „Jsr. Wochenschrift" eine Negirung der Wahrheit wäre, so würde der Schreiber derselben „der Unberufene" sein. Wohlan — wir fordern den Correspondenten der „Jsr. Wochenschrift" hiermit öffentlich auf, dies folgenden Thatsachen in Abrede zu nehmen und er^ suchen die verehrl. Redaction des „Israelit"/hiermit ausdrücklich, dem Herrn Correspondentck de! „Jsr. Wochenschrift" die Spalten des „Jsüelit" Cöln | naqocg und gestal ®ebf als jnw zu einer »hatsächlichen Bestreitung der von uns anzuführer»den Facta zur Verfügung zu stellen. 1) Ir» Cöln besteht eine Vereinigung, welche sich jnwMbnp oder rny nennt. ii) Tkieselbe hat einen besonderen Vorstand und besonders Repräsentanten (dwo nyiv). 3) »Die Verwaltung ist von derjenigen deS Lehrerfe»ninars vollständig getrennt. Lin ehemaliges Mitglied des Vorstandes agogengemeinde Cöln. ßvelches gelegentlich der Rajohinerwahl ausschied, isAder Vorsitzende deS Vorstc^des der Religionsgesellj^haft my zu Cöln.U V Die im Hause Cäciliemtoster Nr. 1 zu m rs» dieses JMeS eröffnete Syist ausdrücklich für die jnW’ my reservirt en Schülern des Israel. Lehrerseminars nur tet, von Zeit zu Zeit zu ihrer Uebung im vortrage vorzubeten, während regelmäßig jetzt 3ocbe er die würdigen Mitglieder der my von Woche zu Woche abwechselnd fungiren. *6) Am o^pv 's rav hat der Rabbiner dieser meb»genannten Religionsgesellschaft, Dr. Plato. dieREinweihungsrede gehalten, in welcher er vor ap die Aufgabe der Religionsgesellscyaft kennzeMhnete. 7 7) An diesem <Babbate fjaben sämmtliche zur Hora Gerufenen für die riiy reichliche penden gelobt. Der Correspondent der „Jsr. Wchschr." möge iese sieben Thatsachen widerlegen und so lange r dieses nickt gethan, erklären wir die „OriginaliCorrespondenz" in Nr. 13 der „Jsr. Wchjchr.", insofern sie unsere Mittheilung in Nr. 11 des „Israelit" als eine unrichtige darzustellen sich erkühnte. als eine Entstellung und Verleugnung der Wahrheit; erklären unse--erseits den Correspondenten der „Jsr. Wchschr." als einen „Unberufenen", der die „Wirklichkeit" in Abrede stellen und das Publikum täuschen will. In der That — es gehört kein geringes Maaß von — Unverschämtheit dazu, ein so offenkundiges historisches Factum, wie die Existenz der orthodoxen Religionsgesellschaft zu Cöln, ihres Vorstandes, ihrer Synagoge, ihres Rabbiners zu leugnen und dieser — Muth steigert 'ich um so mehr zu einem unqualificirbaren Grade, als der Corresp. der „Jsr. Wchschr." sich unterfangen wollte, die einfache Registrirung einer Thatsache als Lüge zu denunciren! Welchen Eindruck unsere kurze Notiz in Nr. 11 des „Israelit" in Cöln gemacht hat, können wir nicht beurtheilen. Wir waren aber zu unserer innigen Befriedigung bei der Einweihung der Synagoge zugegen, waren Zeuge der edlen'Begeiste- ,