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Der Israelit · 1876-03-22 · Heft 12 (22.3.1876) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 12 (22.3.1876)
Date
1876-03-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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270 dem Verein zur Folge haben würde." — Damit war das Schicksal des Antrages entschieden. (Tr.) Höchst anerkennenSwerth ist das energische, ehrliche Auftreten Dunker's gegen den Antrag. Es war auch nicht zu erwarten, daß ein solcher Antrag im 19. ahrhundert, in der Stadt der Intelligenz, j zur Annahme gelangen wird. Allein daß ein sol- > cher Antrag gestellt werden konnte, ist ein trübes! Zeichen der Zeit und ermahnt uns zu ernstlichem j Nachdenken. Es scheinen in unserer Zeit die „Judenhetzen" i epidemisch geworden zu sein. Die „Dresdener I Nachrichten", welche mit Recht von der „Dresdener! Zeitung" das „unsaubere Skandal- und Schandi Blatt" genannt werden, scheuen sich sogar nicht,; gegen einen der edelsten und reinsten Charaktere 1 Deutschlands, gegen Lasker, den Verdacht zu! schleudern, als ob er dem „Einfluß des kalten Me- , talls zugänglich sei"!! Und dies „unsaubere Blatt" j ist das gelesenste Sachsens. — Auch der Herr Abg. Bamberg er, welcher in Dresden am 22. : Februar im „Reichsverein" eine wohldurchdachte, z gehaltvolle Rede hielt, die in allen Gauen Deutschlands großes Aufsehen erregt, wird von dem „Schandblatt", der jüdischen Abstammung wegen, in einer unwürdigen Weise angegriffen. M Auerbach. Aus Preußen, 24. Februar. In der Voraussetzung, daß auch kleine Erfolge der Aufmerksamkeit gern gewürdigt werden, erlaube ich mir Folgendes mitzutheilen: Als mehrjähriger Abonnent der „Nordd. Allg. Zeitung", welche keine eigentliche Parteizeitung, aber entschiede» regierungsfreundlich ist, hatte ich Gelegenheit, öfter von Bemerkungen gegen das Judenthum, die Rischuß voraussetzen ließen, unangenehm berührt zu werden. Ich habe nun vor einigen Tagen Veranlassung genommen, der Redaction darüber Vorstellungen zu machen und zwar in folgender Weise: Ich führte aus, daß eine Zeitung, die entschieden regierungsfreundlich sein will, auch Alles vermeiden und von sich fern halten muß, was mit der freisinnigen Richtung unserer Regierung nicht übereinstimmt. Eine solche Zeitung müsse den Standpunkt Lessing's, wie er in „Nathan der Weise" so schön gezeichnet ist, einnehmen; Lessing kannte durch seine Freundschaft mit Moses Mendelsohn das Judcnthum und macht eine Ausnahme von vielen großen Männern, welche das Judenthum beurtheilen, ohne es zu kennen. Zum Schluß machte ich die Bemerkung, daß es nicht zu verwundern ist, wenn die konservativen Bestrebungen als „Reaktion" verdächtigt werden, wenn selbst die „N. A. Z." sich nicht frei von konfessionellen Seitenhieben halten könnte und machte folgende Beispiele davon namhaft: 1) In einer Entgegnung gegen die „Franks. Ztg." des Sonnemann wird gefragt, ob die „N. A. Z." im Ghetto ihre Information suchen soll. 2) In den forensischen Rückblicken ist eine spöttelnde Bemerkung über die Mission des Judenthums enthalten. 3) Bei von Juden verübten Vergehen ist die Confessiou sehr oft angegeben, während dies bei andern Verbrechern meist nicht geschieht. 4) In einer Besprechung einer Schmähschrift, gegen das Judenthum „von Niendorf, ist keine mißbilligende Bemerkung zu finden. Auf diese Ausführungen habe ich umgehend im Redactionsbriefkasten der „N. A. Z." folgende Antwort erhalten: Wir haben von Ihren geschätzten Mittheilungen mit lebhaftem Interesse Kenntniß genmmen und sollen namentlich die Schlnßbemerkunzen für die Zukunft gern beachtet werden. Wreschen, 3. März. Der hies, „Israel. Armen-Verein" hielt heute (*nN 'j) die ordentliche General-Versammlung des IX. Jahrganges. Nachdem unser geschätzter Rabbiner, Herr vr. H o lland er, in einem Vortrage die Bedeutung des Tages hervorgehoben, die größte aller Tugenden von nipa n"y ijpzn nämlich: onDn mit dem Zwecke des Vereins verglich und die Mitglieder zum Festhalten an dem Vereine anspornte — wurde die Jahresrecknung publicirt, deren Ergebniß folgendes ist: Einnahme.Mk. 1848. 85 Hierzu Saldo -- Vortrag aus dem Vorjahre .... Mk. 786. 41 Summa Mk. 2635. 26 Ab Ausgabe . Mk. 1884. 25 Bleibt Mk. 751. 1 welcher Betrag das Vereinsvermögen ausmacht. R u nt ä n i c n. Bukarest. In einer Zuschrift an den Präsidenten der Benai Berith in Nordamerika drückt Herr Peixotlo, amerrk. Consttl dahier, seine volle Befriedigung über die seit seiner Rückkünst von London erreichten Ziele zu Gunsten' unserer Glaubensgenossen aus. Er ist daher froh, daß er sein Vorhaben, nach Amerika zurückzukehren, nicht ausgeführt hat. England. London. In der letzten Sitzung des „Board of Deputies" wurden mehrere an Sir Moses

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