Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1876)
- Date
- 1876-03-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XVII Jahrgang. Erste Seilage;u Nr. 11 -es Israelit. Leitender Artikel. Sir Moses Moatcfiorc's Kericht über seine Neise nach dem heil. Lande. (Fortsetzung und Schluß.) Die Gemeinden von Hebron und Safed bitten dringend um einen Arzt, welchem Gesuch, soweit möglich, nachgekommen werden soll. Ein Chacham reift nach Algier und der Berberei, um Spenden für die sephardischen Gemeinden zu sammeln. Von diesen Spenden, wird M. von den Herren Rabbiner Auerbach und Rabbi Galant versichert, erhalten die den deutschen Gemeinden ungehörigen Armen keinen Antheil. Dies wird angeführt, um gewisse in neuerer Zeit gemachten Aufstellungen dahin zu berichtigen. In Bezug auf die Verleihung von Pilgerwohnungen auf drei Jahre von Seiten der Gesellschaft 'Oliv to gibt das Localcomitö stets den Repräsentanten aller Gemeinden Kunde davon, sie bittend, ihnen 10 würdige arme Familien für die freien Häuser zu bezeichnen. Vor seiner Abreise, die Mittwoch den 18. August in aller Stille ganz früh ftattfand, um eben keinen Aufruhr zu erregen, beauftragte M. den nsio Chaslawitzer, für ihn eine neue min yo zu schreiben, und er selbst beginnt dieselbe mit dem Wort n'£'N-o. Den 20. schiffte er sich in Jaffa auf dem französ. Dampfer „Le Tage“ ein und gelangte nach einer recht glücklichen Reise über Neapel, Marseille und Paris den 9. September nach einer dreimonatlichen Abwesenheit in Ramsgate an. Wir haben im Vorstehenden eine kurze Skizze des 148 Seiten starken äußerst interessanten Berichtes von Sir Moses Montefiore gegeben. Der Bericht ist ein weiterer Beweis von dem echt frommen und für das Wohlergehen unserer Brüder im heil. Lande ernst besorgten Gemüthe des edlen Philanthropen. Der Schluß desselben, in dem das vorläufige Resultat der Reise niedergeschrieben ist, welches für die spätere Realisirung der in Aussicht genommenen Zwecke von bestimmenden Einfluß sein wird, veröffentlichen wir seiner Wichtigkeit halber ziemlich wörtlich. Er lautet: „Indem ich diese Erzählung schließe, fühlte ich es als eine erfreuliche Pflicht, alle Freunde Zions zu benachrichtigen, daß ich nochmals Gele-! genheit gehabt habe, mich von der Richtigkeit jener! Mittheilungen zu überzeugen, welche in den „Erwiderungen", die ich auf meine Fragen vom 15. October 5634 erhielt, gemacht wurden. Die große Achtung, welche ich immer für unsere Brüder im heil. Lande empfand, hat sich jetzt, wenn es möglich ist, doppelt vermehrt, so daß, wenn Sie mich fragen sollten: „Sind sie des Beistandes würdig und verdienen sie denselben?" ich Ihnen antworten würde: „Ganz entschieden." Sind sie arbeitsfähig und dazu bereit?" „Ohne Zweifel." „Sind ihre geistigen Fähigkeiten befriedigend?" „Gewiß." „Sollen wir sie, besonders als Israeliten, unterstützen?" „Lernen Sie," würde ich entgegnen, „wenn Ihre heiligen Schriften Sie nicht befriedigen, von den Nichtjuden, welchen Grad von Unterstützung denen gewährt wird, welche ihr Leben dem Dienste Gottes'widmen. Werfen Sie einen Blick auf die zahlreichen mildthätigen Schenkungen, auf die prächtigen Anstalten, auf die jährlichen Beiträge derselben nicht nur in Jerusalem, sondern in jedem Welttheile, und die nicht nur von Individuen, sondern von jedem mächtigen Regenten auf Erden herrühren. Erinnern Sie sich an den Krieg, welcher ausbrach, als es sich um ein Privilegium handelte, ein Kloster zu verbessern. Alles für den einzigen Gegenstand, die Religion aufrecht zu erhalten — und sollen wir Israeliten zurückstehen und sagen: Wir sind alle praktische Leute; es möge Jeder in Jerusalem arbeiten. Wir brauchen kein träges Volk, welches sich über Bücher verbreitet, um Gottes Lehre kundzugeben, und dabei denkt, daß es seine Pflichten im Leben erfülle und auf unsere Hilfe wartet." Die Juden in Jerusalem, in jedem Theile des heiligen Landes, arbeiten, sind sogar fleißiger als manche Leute in Europa, sonst wurden keine am Leben bleiben. Wenn aber die Arbeit nicht genügend bezahlt wird, wenn es keinen Markt für die Erzeugnisse des Landes gibt, wenn Hungersnoth, Cholera und andere Unglücksfälle die Bewohner heimsuchen, so müssen wir Israeliten, denen Gott sich auf dem Sinai offenbarte, mehr als irgend ein anderes Volk für sie eintreten, ihnen helfen, und sie von ihrem trostlosen Zustande ausrichten. Wenn Sie mir die Frage vorlegten: „Wir wollen zu einem Capitale beisteuern, welches dazu bestimmt ist, ihnen jo viel Beistand zu leisten, als sie fordern; wir sind sogar bereit, Opfer von unfern Mitteln, wenn dies nöthig sein sollte, zu bringen; welches Schema schlagen Sie vor, daß in der besten Weise dem fraglichen Uebel abgehol-