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Der Israelit · 1876-03-15 · Heft 11 (15.3.1876) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 11 (15.3.1876)
Date
1876-03-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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235 heißt es in dem Abschnitte 113, § 8, „Wenn jemand betet und kömmt ihm entgegen 12 bmi c"oy n’3 myi d. h. ein Götzendiener mit einem Kreuze in der Hand. Hier wird also der Christ ausdrücklich Götzendiener genannt. Die in dem bezeichneten Artikel gemachte Angabe, daß meine Behauptung unwahr sei, ist demnach falsch, und ebenso falsch ist die weitere Angabe, daß sich von dem Behaupteten nichts im Schulchan Aruch befinde. Wiesbaden, den 13. März. Süskind, Rabbiner." Wir hatten eigentlich nicht nöthig gehabt, die vorstehende Erklärung wiederzugeben, denn das einzig Thatsächliche darin, daß es nämlich statt „im Sch. A. werden erklärt" heißen sollte „der Verfasser des Sch. A. erklärt." ist, daHerrRabb. S. wirklich den Sch. A. für seine Behauptung citirt, durchaus unwesentlich. Wir wnwn jedoch um so mehr bereit, die Zuschrift des Herrn S. zu veröffentlichen, da sich aus derselben die nicht genug zu tadelnde Leichtfertigkeit ergibt, mit welcher Herr S.^ Behauptungen in die Welt schleudert, die geeignet sind, unsere heiligen Codices bei unseren christlichen Mitbürgern zn verdächtigen. Wir wollen zunächst das erste Citat in Betracht ziehen. Es ist dort die Rede vom Wein der Nichtjuden, es gibt da zwei Kategorien: 1. Wein, welcher den Götzen geopfert wurde; dieser ist biblisch verboten *;dj s" nicht nur zum Trinken, sondern auch ihn zu kaufen und zu verkaufen etc. n4um hdn. 2. Gewöhnlicher Wein onuj bw er’ dod. Das Verbot ist rabbinisch, und zwar ist Wein von Götzendienern zu jeglichem Genüsse untersagt, Wein aber von Nichtjuden, die nicht Götzen dienen, ist bloß zu trinken verboten; ich darf aber Geschäfte damit machen. Das sagt Maimonides am angeführten Orte; er nennt die Christen mit keinem Worte und auch der Commentator, Rabbi Joseph Caro, der Verfasser des Sch. A., erwähnt die Christen nicht. v'bxyQw’.i Pn DDV “Oiy uw ooy 22 pi D’jiwn >2 vvn pi n”jro miD) rp’ntea t,dn p” .rp'jrn -hdn dj” ood oiay ooaiyn Drvx 22r< „Und ebenso jeder Götzendiener, der nicht Götzen dient — Bleiben wir hier einen Augenblick stehen. Ist das nicht curios, lieber Leser? Jeder Götzendiener, der nicht Götzen dient! das wäre ja eine contradictio in re, ein Widerspruch in der Sache selbst. Aber merke dirs, lieber Leser, das Wort Oivy ist hier ein laxgus oalami, es sollte odj „Nichtjude" heißen und so passirt's manchmal. Fahren wir jetzt in der Uebersetzung der Stelle aus Maimonides fort: „Jeder Nichtjude, der nicht Götzen dient wie diese Jischmaeliten, deren Wein ist verboten zu trinken, aber erlaubt zu andern Genüssen (Geschäfte damit zu treiben rc.) und so lehrten alle Gaonim, aber diejenigen, welche Götzen dienen, deren Wein ist zu jedem Genüsse verboten." Wo steht da ein Wort von Christen? Oder in der Anmerkung des Cvmmentators «in üwb), „und das ist selbstverständlich?" Sehen wir uns im Schutchan Aruch um, wie dort die Sache entschieden wird. Dort heißt es Joreh Deah c. 123, §. 1. "idin ip» aoy yjoi x"' 'ir n:n piai .rp’nsea pn n*uro Vergleiche auch, n"jp p’o tiö »terob mawn, wo es erlaubt wird, mit von Christen producirtem Wein Geschäfte zu treiben, wie es auch in der Praxis allüberall der Fall ist. Es ergibt sich demnach gerade aus der von Herrn Rabbiner Süßkind citirten Stelle, daß die Christen nicht als Götzendiener betrachtet werden. Möge der geehrte Leser es beurtheilen, in welchem Grade der Haß gegen unsere heiligen Religionsquellen hier einen Rabiner verblendet, daß er das gerade Gegentheil von dem, was wahr ist, aus den Quellen herausliest. Ebenso, oder doch ganz ähnlich, verhält es sich mit dem zweiten Citat. Dort wird Folgendes vorgeschrieben: „Wenn Jemand betet, und es kömmt ein Nichtjude mit einem Kreuze in der Hand ihm entgegen, so soll er sich (nach dem Kreuze hin) nicht bücken." Das ist die einfache Vorschrift, die auch jeder Christ ganz sachgemäß finden wird. Glücklicherweise haben wir schon oben gesehen, daß das Wort ooy, das allerdings im engeren Sinne Götzendiener bedeutet, häufig anstatt ’-üj gesetzt wird. Das haben wir oben zur Evidenz bewiesen, denn sonst hätte das aoy i2iy irxtp aoy ein Götzendiener, der nicht Götzen dient, gar keinen Sinn. Es zerfällt also auch dos zweite Citat des Herrn Rabb. Süßkind in Nichts Und nun, Herr Ra?- süßkind, hören Sie unfern gutgemein i u ub. Gehen Sie auf dem betretenen W e weiter. Er gereicht Ihnen nicht zur 'snrc, weder bei Orthodoxen, noch bei Reformern, auch nicht bei edeldenkenden Christen. Bisher waren alle Parteien unter den Juden einig, wo es galt, das Judenthum nach Außen zu vertheidigen, zu Heben, zu ehren, damit sich erfülle die göttliche Verheißung: iPy 40pj '”1 -DIP pwi ’Dy 22 1401 „Und es werden es schauen alle Völker der Erde, daß der Name Gottes über dich genannt werde."

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