Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1876)
- Date
- 1876-03-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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211 sellschaft zu Frankfurt a. M. herausgegeben. Wir wollen auf dieses Conglomerat von unsinnigen und lächerlichen Behauptungen für heute nicht näher eingehen und uns eine Besprechung desselben für ein anderes Mal Vorbehalten; nur die eine, überaus schmerzliche Thatsache wollen wir constatiren, daß ein Jude, und noch dazu ein solcher, der sich „Rabbiner" nennen läßt, der kraft seines Amtes ein Vertreter und Vorkämpfer unsrer heiligen Religion sein sollte, unsre Codices in derselben Weise verdächtigt, wie es die schlimmsten Judenfeinde gethan haben und noch heute thun. Höret und staunet! Herr Rabbiner Süskind behauptet in der vorliegenden Broschüre Seite 12, „daß im Schulchan Aruch die Bekenner des Christenthums ausdrücklich als Götzendiener erklärt werden." Wahrlich, Herr Rabbiner Süskind hätte besser gethan, sich die Hand abhauen zu lassen, ehe er solch eine unwahre Behauptung in die Welt geschleudert, eine Behauptung, die in minder aufgeklärten Ländern geeignet wäre, Judenverfolgungen der schlimmsten Sorte heraufzubeschwören. Von dem Behauptetem befindet sich nichts im Schulchan Aruch. Wir wollen hier vor die Augen der Leser eine Anmerkung hersetzen, die sich bei den Vorschriften in Bezug auf den Götzendienst in Schulchan Aruch, Joreh Deah, Cap. 153 vorfindet (eäitio Wilna, S. 358). Wir wollen die Anmerkung hebräisch und deutsch hersetzen, damit Jeder erkenne, daß das gerade Gegentheil von dem der Fall ist, was Herr Süskind zu behaupten sich erkühnt. Diese Anmerkung lautet: unji new i"jpi n"jp "i"jp j"jp 'dsif' nizpnn bj mTH m nc® kV» d'sob V'iy i\“ueo iiDVnn jon Vdn V"jn 'ira rouff onmn bzi py om»n ivn dikh pnu p*K pVi DPiyn nnno nno nPi« D\xDn ion nny .i"nn Pniw’2 iVPn d’jhh „Alle die Vorschriften in den (den Götzendienst behandelnden) Kapiteln 153, 154, 155 u. 156 sind gesagt worden und waren im Gebrauch zur Zeit (der Abfassung) des Talmuds, als wilde Heiden weder positive Religion noch Humanität kannten; diese Heiden standen in Verdacht, alle die Dinge zu thun, die in den genannten Capiteln erwähnt werden; aber jetzt gibt es derlei Sünder in den meisten Ländern der Welt nicht mehr, und daher sind in unserer Zeit diese Vorschriften in Israel außer Gebrauch gekommen." Jeder, der das isr. Religionsgesetz kennt, weiß, daß weder die Christen noch die Muhamedaner mit den Götzendienern identificirt werden, und es ist den meisten Büchern religiösen Inhalts eine .->2-! njnia „eine allgemeine Kundmachung" vorausgeschickt, daß sich die Worte Götzendiener o'oy ic. nicht auf die Bekenner der positiven Religionen beziehen, die, wie wir, an Gott, den Schöpfer des Weltalls glauben und denen als religiöse Basis eine Sitte'nlehre gilt, die von der mosaischen nur wenig abweicht. Wir bedauern es auf's Tiefste, daß Jemand, der selbst Jude ist, ja, der sich Rabbiner nennen läßt, in die Fußtapfen der enragirtesten Judenfeinde getreten ist und sich bemüht, unsere christlichen Mltbürger gegen die Religionsquellen des Judenthums aufzuhetzen. Wie wird sich die isr. Gemeinde zu Wiesbaden diesem Vorgehen ihres Rabbiners gegenüber verhalten? Wir, wir rufen Herrn Süskind zu die Worte des Propheten: Pk uoy o mp’ kPi nm ,-isim nsy nr-.y „Rathet nur Rath und er wird zerstört werden, redet nur Wort, und es wird nicht bestehen, denn mit uns ist Gott!" Zeitungsnachrichten & Correspondenzen Deutschland. Aus Westphalerr. Bezugnehmend auf die vor einiger Zeit in Ihrem geschätzten Blatte über einen Pmo aus Meiningen gebrachte Mittheilung kann ich Ihnen berichten, daß solche Falle in Westphalen nicht selten Vorkommen. So fährt der Lehrer Steinweg aus Redah, ein vielbeschäftigter bmo, so oft er zu ns» mit der mso beauftragt wird, an diesem Tage hin und her. Was soll man da bewundern, den Mann oder die Leute, die, solches wissend, ihm dennoch diese n»npn rosa übertragen? Düsseldorf, 26. Febr. In Bezug auf die Friedhofsfrage theile ich Ihnen Folgendes mit: Es war von Seiten der städt. Behörde dem hiesigen Vorstande schon längst die Verlegung des Friedhofs mitgetheilt wor en; aber beim Vorstande fand diese wichtige Angelegenhei: nicht die gehörige Beachtung. Der Oberbürgermeister H amm ers, der sehr zuvorkommend verfuhr, bot ein Stück Land als Ersatz cm sogen. Stosfeler Damme an, das dem Vorstande nicht gefiel. Er bot noch andere der Stadt gehörige Grundstücke an, w s aber unberücksichtigt blieb, bis endlich der Vorschlag mit dem allgemeinen Friedhof gemacht und acceptirt wurde. Zür Charakterisirung des W. noch folgendes. In d r 1. Versammlung, wozu er geladen war, damit man seine Meinung höre, sagte er. es verstoße gegen den jn; wir müßten ein Grundstück