Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1876-03-01 · Heft 9 (1.3.1876) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 9 (1.3.1876)
Date
1876-03-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447645-2447655--12317-2468137
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

£03 rect Großes geleistet, wodurch er sich einen unerschöpflichen no? erworben hat. Auch der 'mn ’"ttn, welche unser verehrter Herr Rabbiner in anerkennenswertem Eifer vor Jahren tn's Leben gerufen. hatte der Verstorbene mit wahrem Seelenvergnügen sein Haus geöffnet, 'ui o”n yy war seine Devise. Aber nicht bloß den mm ua, auch den war er ein Freund. Sein Haus stand jedem Dürftigen offen. Wer da hungrig hineinging, gina gesättigt heraus. Er gab npns über seine Verhältnisse und übte r,"j bei jeder Gelegenheit. An ihm ging buchstäblich in Erfüllung non pdd mc. Sein andächtiges Beten Wort für Wort ist hier sprichwörtlich geworden. „Er ort wie der Seligmann," heißt hier soviel als: er betet lange und läßt sich in seiner Andacht durch nichts stören. Es wurde Einsender versichert, daß S., wenn er auf einen Markt, der 3—4 Stunden von hier entfernt abgebalten wird, zu gehen hatte, wobei es ihm unmöglich war, zu nnnff in das ja"na zu gehen , er zu Hause anfing zu beten und wenn er den Bestimmungsort so ziemlich erreicht hatte, so stand er am Schluffe seines Gebetes. Das ist dadurch leichter erklärlich, daß S., da er die ',"w nur mit Schwierigkeit aussprach, besonders auf ein Wort mit diesem nw verhältnißmäßig viel Zeit verwendete. Obgleich S. so viele Zeit auf's Gebet und darum um so weniger auf's Geschäft verwendete , so hat er es doch zu großem Vermögen gebracht. Er hatte wohl den größten Beitrag geleistet in die Gemeindekasse. Diese wenigen Züge erklären schon die große Trauer, welche nicht blos in der Familie des Verstorbenen, sondern auch in der ganzen Gemeinde und besonders unter den Armen über den Verlust des braven Mannes herrscht. — Möge sein noi auch seinen Hinterlassenen beistehen. — Buttenwiese«. Unsere Gemeinde hat leider schon wiederum den Heimgang eines Mannes zu beklagen, der in weiten Kreisen bekannt war. r>"i -ij/jjj/t 5>Oi' '-i, der fast ein halb Jahrhundert als vri-Vi iin hier suvgirte, ist uns unerwartet entrissen worden. Es ist für uns ein harter Verlust, denn wir besaßen in ihm einen der immer seltener werdenden sogen, alten Dum, der mit einem außergewöhnlichen Reichthum an alten herrlichen duuu mit einer außerordeutlich umfangreichen schönen Stimme begabt war« Dabei verband er einen Vortrag so klar und deutlich, daß man jede Silbe verstehen konnte. Was ihn aber so recht zum n'bv na» machte, das war die in unseren Tagen immer seltener werdende Erscheinung, daß bei ihm der Gesang vollständig in den Hintergrund trat und er nicht darin seine Aufgabe suchte, durch schöne Melodien die Ohren seiner Gemeinde zu kitzeln, sondern die Herzen der Betenden zu ergreifen. Man muß ihn an den O'snu v'v' gehört fja&eit, wie allgewaltig er durch seine seine Gemeinde hinriß; das war ein Bittender und um Verzeihung gleichsam Bettelnder, der sein ganzes Herz vor seinem Gotte ausschüttete. Wie ' aufopfernd und unerschrocken er idh übte, das weiß die ganze Gemeinde. Als z. B. im Jahre 54 die Cholera auch hier leider zahlreiche Opfer forderte und Alles in Angst und Schrecken die Häuser mied, worin Todte lagen, da war er es, der trotz einer noch unversorgten Familie, ohne Furcht und ohne Besinnen den Tooten den letzten Liebesdienst erwies. Seine Herzensgüte und die Weichheit seines Gemüthes sind beredte Beweise für seine Biederkeit und Menschenliebe. Sein Wunsch war es oft, einst ohne lange krank zu fein von dieser Welt zu scheiden. Und so war es ihm beschieden, als er gerade im Begriffe war, einem Leidenden zu helfen. im 75. Jahre plötzlich von uns zu geheu. Er besaß nämlich in einzelnen Gebieten der Arzneikunst und Chirurgie außerordentliche Kenntnisse und hat vielleicht mehr als 100 Menschen das Leben gerettet. In vielen Fallen wurde er von Aerzten zu Rathe gezogen. Und so ward er auch an seinem letzten Tage gerufen, um einem Bräuer, der sich auf schreckliche Weise verbrüht hatte, zu helfen. Wir verlieren leider viel an diesem Manne und die garze Gegend betrauert den Heimgang des so beliebten Chassen - Josef. Seine Thaten und sein Leben, sie haben ihm sicherlich ton nviy erworben, nsjp roon Frankfurt a M. Die verstorbene Frau Clara Trier, eine der Mitgründerinnen und eifrige Beförderin des Israel. Frauenvereins hatte letztwillig bestimmt, daß der Erlös aus ibren Mobilien zu gleichen Theilen diesem Vereine und der hiesigen Blindenanstalt angewiesen werde. Derselbe hat die Summe von 14.000 M. ergeben und erhielten beide Anstalten demgemäß je 7000 Mark Seitens der Testamentsexecutoren ausbezahlt. Oefterr. - Ungar. Monarchie. Pretzburg. Ich war von jeher ein entschiedener Gegner ausführlicher Referate über Jubiläum - Feier, silberne und goldene Hochzeiten rc. rc.; denn solche pflegen in den seltensten Fällen außerhalb den betreffenden Kreisen zu interessiren. Und wenn ich mich dennoch hiemit anschicke, einen derartigen Bericht zu erstatten, so thue ich dies

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.