Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1876)
- Date
- 1876-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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194 \'A besondern Zimmer, im Hebräischen, Schreiben, Rechnen, Religion und Handarbeit. Die „Talinud-Thora-Schule" der Aschkenasim Peruschim zählt 128 Schüler in 13 Classen mit 13 Lehrern, jede Classe in einem besondern und großen Zimmer (nur ein Zimmer wurde zu klein gefunden), es wird unterrichtet hebr. Grammatik, Pentateuch und Commentare, die übrigen Bücher der heil. Schrift, Mischnah und Chajeh Adam, Talmud mit und ohne Commentar und die Codices. In dieser Gemeinde gibt es außerdem 25 Privat- Schulen. Auch die Marocco-Gemeinde hat eine Schule, die 55 Schüler zählt, in einem großen luftigen Zimmer und es wird Hebräisch mit arabischer Uebersetzung gelehrt. Die Schule der sephardischen Gemeinde zählt 326 Schüler. Dr. Löwe prüfte auch in Gegenwart von Sir Moses die 60 Schülerinnen der Directorin Rachel Rassyeh und die 62 Schülerinnen der Directorin Sarah Preß und war mit dem Resultat sehr zufrieden. M. ist unermüdlich im Empfangen von Deputationen und Einzelnen; Jeder findet Zutritt und Gehör bei ihm. Die Repräsentanten der 15 jüdischen Gemeinden überreichten ihm eine Anzahl ihre Gemeinde- Verhältnisse erläuternde Briefe und Dokumente, die auf's Genaueste zu prüfen er das feste Versprechen gibt. Er ist besonders überrascht über die Erscheinung der Repräsentanten der Gurgistan- (Georgia-) Gemeinde. Diese hat sich vor fünf Jahren in Jerusalem niedergelassen, zählt 200 Seelen, die alle mit der besondern Erlaubniß der russischen Negierung in's heil. Land gekommen sind. Manche von ihnen hatten Dekorationen an der Brust; einer, Namens Eliahu ben Israel, trug drei Orden, einen vom verstorbenen Kaiser Nicolaus und zwei vom jetzigen Kaiser. Auf M.'s Frage, wie sie zu diesen Auszeichnungen gekommen, erwidert ihmihrChacham Eliahu ben Jacob, daß bei dem letzten Kriege zwischen Rußland und den Circassiern die jüd. Soldaten meist tapfer gekämpft haben, und als die Einwohner von Kutais diesen Platz verlassen, sind die Juden da geblieben und haben mit ihrem Blute die Staatskasse der russischen Regierung vertheidigt. Herr Eliahu ben Israel, welcher die drei Orden besitzt, erzählte, daß er bei einer der Dekorationen vom Kaiser umarmt worden sei. Daß Angesichts solch tapferer Männer in Jerusalem die Klage der Desertion gegen unsere Brüder im heil. Lande erhoben worden ist, läßt M. beinahe Thränen vergießen. (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten & Correspondenzen Deutschland. Kleinheubach a. M. Am 10. Februar,! nipon, feierte das würdige Ehepaar j Jsaac und Johanna Halle das seltene Fest der j goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 80, die Ju-; bilarin 75 Jahre alt, beide sind gesund und kräf- I tig; von ihren 17 Kindern leben noch 7. An der j Feier, die großartig war, betheiligten sich nicht j blos seine Kinder, Enkel und übrigen Verwandten,! sondern auch die jüdische Gemeinde und ein gro- | ßer Theil der Einwohner der Stadt. Das Jubel-! paar wurde mit vielen Geschenken überrascht und 1 mit Gratulationen wahrhaft überschüttet Stratzburg. Nach „Jew. Chr." hätte die Regierung die Absicht, ein Nabbinerseminar für Elsaß zu errichten und hätte zu diesem Zwecke eine Conferenz von Rabbin en und andern jüd. Notabilitäten nach Colmar veranlaßt. Holland. ] Hang. Es wird gewiß viele Leser Ihres! geschätzten Blattes erfreuen, zu vernehmen, daß die Herren I. E. Andries, B. Edersheim, L. Simons aus Haag, S. Jacobs, M. Kalk er, M. > Lob aus Amsterdam mit dem Plane umgehen, in; Sch eveningen ein -^ü-Hötel ersten Ranges zu : errichten. Das Geld soll durch Subscriptiön auf Aktien von je 500 fl. aufgebracht werden. Sie haben zu diesem Zwecke an viele Glaubensgenossen ein Circulär gerichtet, worin sie zur Betheiligung an dem projectirten Unternehmen auffordern. Es; wäre sehr zu wünschen, daß die nöthige Geldsumme zusammenkäme; denn dann würde einem schon längst gefühlten Bedürfnisse in Scheveningen abgeholfen i werden. s England. Liverpool, 6. Februar. Vorigen Sonntag > wurde unserem hochgeachteten und allbeliebten Ober-! Cantor und Prediger der neuen hebräischen Cultus-! gemeinde, Herrn 1)r. Wilhelm Stern, ein prachtj voll ausgestattetes silbernes Thee - und Kaffeei Service zu seiner silbernen Hochzeit überreicht.! Herr Dr. Stern hat sich die Liebe und Hochachs tung der ganzen Stadt erworben, nicht nur bei; unseren Glaubensgenossen, sondern auch bei Nicht- : Juden. Als Herr Dr. Stern vor 3 Jahren zu uns! berufen ward, war ihm die englische Sprache ganz