Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1876)
- Date
- 1876-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Plauen 1× ep/1045447
- Zittau 1× ep/1046085
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190 wahre Käufer nicht Rosnovano, sondern Meyerhoffer sei, dieser aber als Jude in Rumänien keine Liegenschaften erwerben könne, weßhalb der Kauf als null und nichtig zu erklären sei. Während der dreitägigen Verhandlung ließen die Kläger kein Mittel unversucht, um die Richter des Appellhofes für sich zu stimmen. Zur Ehre der Männer unserer Justiz sei es jedoch gesagt, daß dieselben sich in ihrer Ueberzeugung nicht beirren ließen, sondern nach kurzer Berathung das abschlägige Urtheil erster Instanz bestätigten. Rußland. Moskau. Die „Moskauer Zeitung" vom 6. Februar berichtet, daß sinige Tage zuvor in einer Entfernung von zehn Reiter - Meilen von Moskau sechs Schlitten, sogenannte Factoren-Fiaker, von Wölfen überfallen, und sämmtliche Reisende und das Fahr-Personal bis auf einen Fuhrmann, welcher sich durch schnelle Fluäll auf einem Pferde zu retten vermochte, von den wilden Bestien zerrissen worden sind. Aus den auf der Unglücks- Stätte später noch Vorgefundenen Effecten und Papieren wurde festgestellt, daß unter den Reisenden fünf Israeliten aus Lemberg, zwei aus Krakau, drei aus Moskau, ferner ein Schlosser Franz Richter aus Leivzig, ein Buchbinder Otto Martin aus Plauen i. V., ein Weber Bernhard Schlegel aus Zittau und fünf russische Zimmerleute sich befunden haben und nebst fünf Fuhrleuten, zusammen 23 Personen, umgekommen sind. Die Regierung in Moskau hat eine Belohnung von 20 Silber-Rubeln für jeden erlegten Wolf ausgesetzt. F rank r e t ch Paris. Gar oft begegnet man in den Zeitungen den Ausdrücken „christliche" Wohlthätigkeit, „christliche" Civilisation. Wenn das von Christen geschrieben wird, so ist das in gewisser Beziehung zu entschuldigen, da man annehmen kann, daß diese in dieser Beziehung falsch belehrt sind. Aber was soll man dazu sagen, wenn ein Israelit, der Neffe eines Oberrabbinen, sich eben dieser Ausdrücke bedient, wie dies ein Oerr Heimich Aron in den ..Debate " gcthan, als er die Predigtsammlung des Obcrrabbinen Z. Ea hn besprochen? (Un. Jsr.) E u g 1 a u d. London. Der „ Graphic" vom 15. enthält eine ausgezeichnet schöne Okizze aus einer Synagoge der weißen Juden in Cochinchina. In der zu dem Bilde gegebenen Erklärung wird erzählt, daß Cochinchina früher einen kleinen unabhängigen Staat der Malabarküste bildete, jetzt aber eine britische Besitzung ist. Die Juden, die ganz abgesondert von den Hindus und Christen leben, unterscheiden sich in zwei Classen, in die Jerusalemschen oder weißen und in die alten oder schwarzen Juden. Australien. Aus der in dem Victoria-Jahrbuch für 1874 veröffentlichten Erziehungs - und Religionsstatistik erfahren wir, daß Kinder zwischen dem Alter von 5—15 Jahren bei den Protestanten unter 1000 865 lesen, 606 schreiben, bei den Katholiken 791 lesen und 564 schreiben, hingegen bei den Juden 898 lesen und 7-1 schreiben können. Die „Australia and New Zealand Gazette" bemerkt hierzu: Aus dieser Zahl ist ersichtlich, daß unter den Juden wenigstens die Elementarerziehung sehr fortgeschritten ist. In Victoria wohnen 3571 Juden, oder 50°/o der ganzen Bevölkerung. (Jew. Chr.) Tuuis. Eine neue unmenschliche Thal wird dem „Uniyi Jsr." von hier gemeldet: Zwei israel. Kinder stritten und zankten sich auf der Straße mit einander; der Vater des einen kommt dazu und will den Streit schlichten. Die Wache mischt sich alsogleich ein und arretirt den Vater. Als dieser vor dem Cheick Medina (Richter) wegen seiner Arretirung sich beschwerte, da er doch als Vater gewiß die Berechtigung habe, den Streit der Kinder zu schlichten, sagte dieser saubere Richter: „Was, duMagst es, so mit mir zu reden? ich will ein ExenWMan dir statuiren." Er Wa den grausamen Befehl, diesem Israeliten und fAnem Sohne jedem 205 Stockschläge z« geben, waK-auch sofort geschah. V F e h t I 1 t t o n. Ainjamin. *) I. Das kleine Städtchen P. liegt am linken Ufer des schönen Rheinstromes. Wenn Du, lieber Leser, rheinaufwärts wanderst, so durchziehst Du *) Nachdruck verhören; Ueberse^nngöreckt Vorbehalten.