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Der Israelit · 1876-03-01 · Heft 9 (1.3.1876) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 9 (1.3.1876)
Date
1876-03-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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189 haltsschwerc, wahrheitsgetreue Geschichte, welche wir erzählt, ist glücklicherweise anders ausgefallen, als die Seelem'rettenden Schwestern es erwartet hatten. Wien. Die vorige Woche ging die Nachricht durch die Blätter, daß in Jsmael (Rumänien) der dortige Arzt, Dr. Nosenthal, in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar summt Frau und Kindern von Räubern, welche in die Wohnung drangen, ermordet worden sei. Die Nachricht bestätigt sich jedoch nicht in ihrem vollen Inhalte. Wohl bleibt noch des Thatsächlichen genug aufrecht, da Dr. Rosenthal von den Räubern 'ermordet wurde, während seine Frau geknebelt die That mit ansehen mußte; die Kinder aber waren durch einen glücklichen Zufall diese Nacht außer Hause. Dem Schwiegersöhne des Ermordeten, dem hiesigen Arzte Dr. Gustav Spitzer, der auf die Schreckensnachricht sofort nach Ismail geeilt war, gelang cs mit Hilfe der Cvnsular-Beh'örden, die Spur der Räuber aufzufinden und ihre Aufgreifung auf türkischem Gebiete (in Tultscha) zu erwirken. Dr. Spitzer, der gestern wieder in Wien eintraf, spricht sich mit Anerkennung über die ihm namentlich von den türkischen Gerichten gewordene Unterstützung aus. Gratz. Die Gratzer „Tgsp." erzählt folgende schnurrige Geschichte: „Eine Schulschwester hat in der Mädchenschule des Stainzerhofes am 14. Febluar in der Gcschichtsstunde Folgendes vorgetragen: „Bekanntlich ist den Israeliten nach ihrem Tode der Eintritt in das Himmelreich nicht erlaubt. Einmal gelang es jedoch einem solchen, durch vieles Bitten und Zureden den heiligen Petrus zu erweichen, so daß er ihm die Himmels- Pforte öffnete. Darob herrschte großer Aufruhr unter den Engeln und sie suchten den Juden aus jede mögliche Weise aus dem Himmel zu entfernen, was ihnen jedoch nicht so bald gelang. Einmal flogen die Engel hinaus, bließen draußen Posaunen und machten solchen Lärm, daß der Jude bestürzt schrie: wos is, wos is, wos is?!" Auf die Antwort der Engel, daß draußen eine Licitation sei, stürzte der Jude stracks hinaus, und sofort flogen die Engel zurück und schlugen dem Juden die Thüre vor der Nase zu." Das citirte Blatt bemerkt hiezu: „Unter den Schülerinnen der betreffenden Classen befinden sich auch einige Mädchen mosaischen Glaubens. Die Schulaufsichts- Organe sollten gegen diese unzurechnungsfähige Lehrerin die Disciplinar-Untersuchung 'einleiten und das Ergebniß derselben veröffentlichen. Die Eltern der katholischen Kinder wollen erfahren, ob ihre Töchter auch ferner dem entsittlichenden Einfluß solcher roher Anekdoten prcisgegeben bleiben oder nicht." Tacharr (Böhmen). Am 3. Febr. l. I. verschied hier im Alter von 85 Jahren Herr Abraham Stern, ältestes Mitglied der hiesigen isr. Cultusgemeinde, ein wegen seiner großen Frömmigkeit, Rechtlichkeit und Bescheidenheit allgemein beliebter und geachteter Mann. Seine beiden Söhne, von welcher der eine, Dr. W. Stern, Obercantor und Prediger, aus Liverpool herbeigeeilt war, erwiesen ihm die letzte Ehre. Letzterer hob in seinem ergreifenden nson besonders die Verdienste des Verstorbenen als Gatte, Vater, Mensch und Israelit hervor. Als letzterer, sagte der Redner, der seinen Text von rftisa 's (@job. 13, 19) nahm, ariden die Worte unserer Weisen nrs ru-zn non nrn sirot? na o»p ihre vollste Anwendung. „Abraham wandelte vor Gott und war vollkommen". Mehr als ein halbes Jahrhundert Mitglied der Gemeinde, versäumte e-: keinen Morgen und Abend den Besuch des Gotteshauses, beobachtete streng die Feier der Sabbate und Festtage des Herrn als gesegnete und geheiligte Tage und ließ auch die geringste rosa nicht unerfüllt. Sein Leben war eine Reihe frommer und guter Werke, Segen stiftend, segeu verbreitend. Seine Seele bleibe verbunden im Bunde des Lebens. Eine große Berheiligung am Leichenzuge, bestehend auch aus vielen Christen, bekundete die allgemeine Teilnahme an dem Verluste, den die Stadt im Allgemeinen und die jüdische Gemeinde im Besondern erlitten hat. Nebenbei sei bemerkt, daß der Verblichene vergangenen -'■ryyj L? seine goldene Hochzeit mit seinem naw gefeiert hatte. R u m ä u i e u. Jassy. Ein interessanter Proceß wurde dieser Tage vor dem hiesigen Apeühofe verhandelt. Zwei Edelleute, Bossie und Jorgandopulv hatten dem Bankier Meyerhoffer ihre Güter Lespezi-Siretzel hypothekarisch verpfändet. Als nun diese Liegenschaften Schulden halber subhastirt werden mußten, schoß Meyerhoffer dem Colonel Rosnovano die Kaufsumme vor, welcher die Güter als Meistbietender au sich brachte und Meyerhoffer für dessen Guthaben aus sein nunmehriges Eigenthum neuerdings hypothecirte. Hieraus wollten nun die freiwilligen Anwälte der klägerischen Partei, welche sich im Interesse der bedrohten rumänischen „Nation" in großer Anzahl unentgeltlich zum Worte gemeldet hatten, deduciren, daß der

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