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Der Israelit · 1876-02-23 · Heft 8 (23.2.1876) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 8 (23.2.1876)
Date
1876-02-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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167 fühlte, seine Liebe im reichsten Maße beweisen zu können: Et hatte stets den Vorsatz "festgehalten, sein ganzes Leben Nur dem Hause „Jvnaß Ebers" und den Kindernseines Bruders Josefs zu laet*- hen. Jetzt konnte er"s'voll. ausfühtkn. >' ' Franke, der selbstlose Mensch > der sein Glück stets nur in jenem Anderer fand'! war durch die wunderbare Wendung durch. Hottes Fygung uberselig. "Er liebte Alfred Cohen, und--seine Nichten, wie man nur eigene Kinder'lieben , kann. Alfred, b ohen oder die Firma.Leopold Cohen und Sohn war mit einem-Schlage sehr reich geworden. Dem großen' Vermögen gegenüber, das ihm Zöllner, zurückgestellthatte. erschienen scine.'Verluste verschwindend klein,. umsomehr als auch .Susannens Erbthe.il nach der Berechnung, die der Testator bei der. TheiluNg zu Grunde legte, sechstnalhunderttauscnd Gulden.betrug. Haus. Ebers konnte diese leicht herauszählen, es hatte durch.seinen jüngsten stillen Gesellschafter' Dorotheavon- Eberstein — so hatte es das -Testament Zöllners ausdrücklich bestimmt — einen Betmögensanwuchs von anderthalb Millionen Tbaler, weit mehr als zwei Millionen Gulden, erfahren. Daß die EbersteinH unter solchen Verhältnissen die Capitalien, die ihnen von den Cavalierem gekündigt'worden und ^der neuerrichteten österreichischen' Creditanstalt für Handel und Gewerbe zugewendet hätten werden.sollen, leichtentbehren, versteht sich.von selbst. Aber auch diese flössen zuxück. Eine riesige Ueberzrichnung derMubscription auf Aktiender üsterr. Creditanstalt hatte-eine sehr starke Reduktion nothwendjg gemacht, die. Subskribenten erhielten nur einen kleinen Hcherl des Erwarteten/ und viele .kehrten reuig und banknotenbeladeu zu'der Cassa des Hauses „Jonas Ebers "• zurück. ' , \. t r . Carl Eberstein fand, “7- und sein Bruder Robert und Franke mußten, ihm recht geben — daß die beiden befreundeten Firmen, Jonas Ebers und Leopold - Cohen und .Sohm, sich unnöthigerweise' Concurrenz' machten, und. daß die Persönlichkeit Alfreds eine sehr günstige Bcquisitionfür „Jonas Ebers" wäre. Aufeine Anfrage der Eberstein, ob sich Alfred mit -der großväterlschey Firma associiren wolle, erklärte dieser, dyß er Frankens Math, unbedingt Folge-leisten werde- und so trat Alfred Cohen - mit-seinem und seiner^ Fam.ilie, Vermögen als Mit - Chef in die alte Firma .Jonas Ebers". Diese strahlte setzt im höchsten Glanze. Später ward Prag für die großen Mittel und die Ausdehnung des Geschäftes zu klein, und die Firma errichtete in Wien eine Filiale? Die beiden Brautpaare warteten das Trauerjahr der Mutter ab, bevor die Hochzeit gefeiert wurde. Ein altes Herkommen bestimmt, daß nicht zwei Schwestern an einem Tage heirathen sollen, . und dte Hochzeitsfeier der beiden Paare fand^ an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. ,War eine herzliche 'innige Freude! Die qltestesi Frermdö . dfS Ebereschen Hauses halten Franke ^noch. niL.'so heiter .gesehen; er schien 'sich üm' zwanzig Jahre " .verjüngt, zu haben., Freilich war seine Heiterkeit " von jener sonderbaren Sorte, wo . das vergnügte / Lächeln mit der Thrane der Wehmuth' rasch ab-"', wechselt. Auch^ so gesprächig und unruhig war, .Franke noch nie gewesen. Bei der Hochzeitstafel " sprang er jeden Augenblick von seinem Sitze auf und lief zu Alfred und küßte und herzte ihn, den ' bärtigen Manim als wenn der noch ein tieufeS Bübchen wäre, . ... der kindische alte Mann! — und dann hatte er Alfred /immer 'etwas ins.Ohr zu wispern, und immer,-wenn er dies that,'traten Alfred, demkräftigen Manne, die Thränen in .die) ' .trauen, -guten Augen; und er mußte mit dem. . Taschentuche > über das Gesicht streichen und; wißt Ihr, was ihrn der ulte Schwätzer, .sich ver- - gnügt -die Hände reibend, immer zulispelte.?: „Siehft-Du, Alfred, Hab' ich's nicht vorausgesagt, halte ich -nicht recht? Gott ist gerecht,. Du mußt noch glücklich werden. . . , Hab' ich's nicht ge-:.., sagt? zweimal — und beidemal waren wir beide .. so' unglücklich — ich hätte von Kummer sterbe» mpgen . . -aberich, ich Hab' recht behalten! . .Siehst Du's wie ich recht hatte., Du-! Du! . . . j,,..-; -und niemals fand erein passendes Mort, das, so r -recht Alfreds ganze Schlechtigkeit bezeichnen konnte, " und dabei küßte er ihn immer, der alte Rechthaber! - , upd förmlich nusgelassen .wurde der. alte Franke: . , . ja., , ja! Ihr könnt-es glauben ausgelassen wurde.er!- Als bei Susannens Hochzeit feine..« Großnichte Clara zu ihm trat, und ihm die Hand u , küssen wollte -- Clara war-da noch Jungfrau, sie, feierte ihre Hochzeit als die jüngere, den zweitem , , -Tag was that er nicht da? .... - der alte. . Mann/er rief „Nichts'-da ..... . keine, spanische Grandezza^ gab ihr. einen kleinen Klaps, auf die. , Hand einen ganz kleinem es that gar nicht _ weh und - küßte sie .... ob ihr's . glaubt? vor -, allen Leuten auf die Stirn- . . ..ja das eine)-:) wollen-wir-nicht verschweigen — in -etwas unter?,? schiedsichdieser originelle Kauz,, auch, dabei, vor,.... ayd^rn Leuten, r« gleicher-Lage, «r wandte . sich, nämlich gleich ab, mußte sich, -die Augen - trocknen!,s und sagte seufzend, o! wenn mein Lorchen noch. lebte, ah!'. .. es wäre zu schön! > . , . . doch ewiger Gott, stch murre nicht; Du bist, gnadenreich und hast Dich wunderbar::bewährt. <i,. Uüd ans Alfred's Hochzeit da .... trank der alte Schlecker gar .... Wein und seine Wangen waren g.eröthet, und seine Augcn leuchteten — wenn sie

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