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Der Israelit · 1876-02-23 · Heft 8 (23.2.1876) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 8 (23.2.1876)
Date
1876-02-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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gesehen; mit bebender Stimme, in größter Aufregung ertheilte er seine Befehle. ' ' ' - „Ich lasse Herrn Löwenstamm.' und seine' " Töchter bitten, gleich zu mir zu kommen," gebot ' er dem einen Diener; „Sie> Jean, gehen gleich zu "- Herrn Alfred Cohen, er soll unverzüglich zu mir kommen, ohne Aufschub .... und Sie Wilhelm rufen Herrn Heinrich von Eberstein . schnell! . . . ." Zehn Minuten später finden wir die eben Genannten alle in Frankens Wohnung versammelt; die erstaunt, erschreckt, säst gleichzeitig'eingetreten, und überrascht waren, sich gegenseitig zu finden. Franke ließ ihnen nicht Zeit, ihrer Verwunderung Ausdruck' zu geben.' Er ergriff die Hände seiner - 'beiden Großnichten-Susanne und Clara und führte ' sie den beiden jungen- Männern zu. ' „Ich bringe Euch Eure Bräute, meine Freunde," 'sprach er 'mit tiefster Rührung---..-,. „Gottes ,u Wegecsind wunderbar .*. . . Zöllner ist soeben gestorben .er hat seine kleine Enkelin mit sich, .... diese — merkt wohl auf, meine Lieben — ist Gustav Eberstein's Tochter aus erster Ehe, ist Deine Nichte, Heinrich; bevor, Gustav, Dich, meine theure Susanne, geheirathet, war er zuerst mit Zöllners Tochter - verehlicht gewesen. Der Flatterhafte hat sich bald wieder von ihr geschieden; Gustav — Susannens Mann, hat ein Kind hinterlassen und Susanne-bedarf daher keiner Cha-- liza .... sie kann Dein treues, edles Weib werden — Du, Gustav, hast nicht mehr die Pflicht Deine Schwägerin Susanne von der Schwagerehe loszulösen; und ihre Schwester, Deine Braut,' kann nun Dein Weib werden .... Gottes reichster Segen' über Euch! und Ihm, dem Allmächtigen/' Allerbarmenden unseren heißesten, tiesinni^-- sten Dank!" , - - - - '' . -Es herrschte-nach diesen-Worten, die Franke ' mit von'Thränen erstickter Stimme sprach, eine -' heilige wortlose Stille. - Die Liebenden sianden wie erstarrt, ' LömenstamM breitete seine ' Hände segnend über seine Töchter,-das war, wie eins Wunder, u-rplötzlich, -wundenhetlend-, beglückend, -'beseligend bekommen-! .-- ''Svll'ich 'Euch die Gefühle schildern, die die; Herzen -der Anwesenden durchwogten.?! Ich sollss? ja-wber das vermag -ich wahrhaftig nicht! und Wohl kein Mensch, der j-e gelebt auf Erden, ‘: von -Anbeginn der Schöpfung bis auf den heutigen j ' 'Tag vermöchte dies! --— Wie; wer^-aus tiefster! 'Nacht ins hellste Licht, aus tödtlichen, erstickenden, giftigen Dünsten,-an die freie Gottesluft emportaucht .... so war'S den edlen Manschen zu Muthe ... es war kein gewöhnlich irdisch Glück, — es wcr das reinste, schönste, edelste Glück — es war veredelt ^durch ^die Opfer; die jeder dieser ' vier Mepschen, willensstark, mit blutendem Herzen, mit zerissener Seele gebrachte ... es 'war ein Glück so rein - : . . so himmlisch schön! Es kommt wohl alles Gute aus der Hand des'Höchsten, aber dem Auge des kurzsichtigen Menschen, — auch jenem der Besten, der Erhabensten unter ihnen — erscheint die Art der Gabe nicht immer gleich — den hier Versammelten schiens als wenn der Herr diesmal unmittelbar seine unendliche Huld auf sie herabgesenkt, in seiner unermeßlichen Äügüte sich ihrer erbarmt und unmittelbar ihre gebeugten Gemüther mit einemmäle — ihnen schidn's wie durch ein Wunder — aufgerichtet hätte. '' Es war Hs reinste, schönste, heiligste Glück, das den Menschen überkommen'kann, weil es ein wohlverdientes war-.-. . . weil jeder in sich Mit stolzem Vollgefühl erkannte, daß es ein 'wohl erworbenes, und darum auch dauerndes sei; daß er ein Menschenrecht an Gottes unendlicher V'aterhuld habe! Dreizehntes Kapitel. Ich hätte mit dem Vorangehenden füglich schließen können/ Ein sölHe^PuMü^, stürmischer - Jubelruf a,vs hochbeglückter Menschenseele; ein stilles, dankbares EmporjäüHzen aus tiefster Menschenbrust zum Spender alles Guten; zuM Allvater, ein solch ungeschildert, seliges Behagen / ein vollkommen befriedlgres Beglücktsein, düß sich'so jeder recht ausmalen mag nach Herzenslust mit wortlosen unsagbaren Begriffen'! was "sollte nach dem - wohl noch, gesagt werden? 1 . .' '. damit "zu schließen hätte miram -besten gefallen und wer will, der kann schon-jetzt ganz beruhigt die Erzählung aus der-Hand legem Aber ein Freünd von Mir, ein guter, lieber, treuer Freund , ein freund mit dem sonst mein Sinn harmonisch züsamwen klingt, wie ein Ton, mein bester.Freund aüf Erden!' mit einem Wort, meine gute treue Frau, die meinte, ein solcher Schluß wäre schön : .(die glaubt wohl, was ihr Gatte schriebe,, wäre schön,, das muß man einer unverständigen, für 'ihren Gatten verblendeten Frau, schon zu gute halten) ,' aber es wäre doch wie ein-Septimaccord schön," aber nicht abschließend, an sich v'oÜkommeü, aber nicht vollendet, nicht vollendend /. . / nun denü, so wollen wir zum Ueberstuß. zum Schluß erzählen, was sich jeder Leser yus dem Vorhergesagten wähl selbst zu sagen wüßte. Es herrschte-'großer Jubel im Hause „Jonas Ebers", Robert Eberstein war überglücklich, 'daß die Hoffnungen feiner Neffen, die er-für immer gescheitert glaubte, sich' so schön erfüllten; er war überglücklich, der Enkelin seines unvergeßlichen Bruders Joses, in dessen Schuld er sich noch immer

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