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Der Israelit · 1876-02-16 · Heft 7 (16.2.1876) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 7 (16.2.1876)
Date
1876-02-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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147 seumS daselbst an ihn gerichtet hat, einer Gesellschaft, welche sich die Gründung einer öffentlichen Bibliothek und eines griechischen Museums in Smyrna zur Aufgabe gestellt hat, außerdem Bildung zu verbreiten und die Intoleranz und die religiösen Vorurtheile zu bekämpfen sucht; dieselbe hat bereits 12,000 Bände gesammelt und hofft, daß auch die Alliance sie in ihrem Streben unterstützen werde; sie bat H. Sidi. ihr Organ bei dem Eentral-Comitö zu sein. — Das C.-Comir« freut sich, dem Wunsche der geehrten Gesellschaft, die sich ein so erhabenes Ziel gesteckt hat, ensprechen zu können, und votirr einen Credit behufs Anschaffung von Büchern, die dem hellenischen Museum zugeschickt werden sollen. — Ein Korrespondent von Tunis spricht von der gehässigen Gesinnung, die sich gegen die jüdische Bevölkerung der Regentschaft zeigt: Seit einiger Zeit, sagt er, werden die Israeliten hart bedrängt. Man vertreibt sie aus den Stadtvierteln, in denen sie seit Jahrhunderten Läden besitzen. man hindert sie an der Betreibung gewisser besserer Handwerke, man verfolgt auf's Eifrigste einen armen Mützenmacher und hat die Muselmänner aufgefordert, keine von Juden verfertigte tzez'S ferner zu kaufen; anderen Israeliten nimmt man die Concession, öffentliche Ausrufer in den Bazars zu sein, wodurch circa 100 Familien chreS Broterwerbes verlustig werden; ebenso widersetzt man sich, daß isr. Kaufleute in einem neuerichteten Bazar sollen Läden miethen dürfen, gleichzeitig überhäuft man sie mit den kränkendsten Schimpfworten, worunter „Hund", „Hundssohn" das gewöhnlichste ist; nach und nach entzieht man ihnen alle öffentlichen Anstellungen und aus dem neulich vom Premierminister eingeweihten tunesischen „College" sind die israel. Kinder vollständig ausgeschlossen. I DaS C.-Comit6 hofft, daß die neulich von ihm in Angelegenheit der Israeliten von Tunis gethanen und von anderen Comites unterstützten Schritte ihre gute Wirkung haben werden. — Die bei dem Kaiser von Maroeco gethanen iSchritte zur Bestrafung der im vergangenen Jahre Wiederholt an Israeliten begangenen Mordthaten «ind nicht fruchtlos geblieben. Es ist eine Specialkommission zur Behandlung dieser Sache ernannt! Worden; 8 der SchuldiglN sind verhaftet und gegen k andere ist der Haftbefehl bereits erlassen; man Wird sie bis zur Ankunft Sr. Majestät in Marocco Gefangen halten. Es fragt sich nur, ob man ihnen »och nach dem allen Gesetze gestatten wird, sich! Durch eine Geldstrafe freizumachen. Diese Strafe lat um so weniger Bedeutung, als sie in solchen »allen von der ganzen muselmännischen Gemeinde,! welcher der Beschuldigte angehört, aufgebracht wird und daher für den Einzelnen kaum empfindlich ist. Hoffentlich wird dies Gesetz mvdiflcirt werden; das C. - Comitö hat die hierzu nöthigen Schritte gethan. Feuilleton. Ailder aus dem alten Prager Ghetto. Erzählungen von S. Kohn, Berf. des „Gabriel" (Fortsetzung.) Es bestand nun in jener Zeit die Gepflogenheit, daß Niemand ein Diplom — Chower oder Morenu — vom Rabbinate erhielt, wenn nicht entweder er selbst oder ein Anderer für ihn beim Bes-Din bittlich wurde. Es wäre Wodolka sehr erwünscht gewesen, wenn ein Anderer ihm diesen Liebesdienst erwiesen hätte; — aber zu seinem Bedauern verfiel Niemand auf diesen — wie es ihm schien — sehr naheliegenden Gedanken. Daß er Jemanden auffordern sollte, das widerstrebte seinem Stolze. Einer — bei dem hätte es allerdings nur eines Winkes, nur einer leisen Andeu- Vtmi'ft — der wäre schon durch die Pflicht der Dankbarkeit gezwungen gewesen, für ihn durch Feuer und Wasser zu gehen, und das war Feiwel Jerig, aber warum fiel er nicht von selbst darauf, der ..Meiße Beheme*)'? dachte Wodolka im Aerger über Jerig, diesen gegen seine bessere Ueberzeugung in seinen Gedanken so bezeichnend . . . . und dann . . . schön hätt' es auch nicht auSgesehen, wenn der „Höckler" Feiwel Jerig sein Fürsprecher beim Bes-Din hätte fein sollen! — Jakob Wodolka beschäftigte sich drei Tage lang ausschließlich mit dem Gedanken, wie er das am Vernünftigsten anfangen sollte. Endlich gelangte er nach reiflicher Ueberlegung zu dem guten Spruch der neuen Zeit: .Selbst ist der Mann," freilich in dem jetzt etwas veralteten Gewände von: „Gebenscht sind die Hände, die sich's selbst machten," und zu dem Entschlüsse, mit rücksichtsloser Hintansetzung aller für ihn völlig unpassenden Blödigkeit, persönlich bei dem Rosch Bes - Din Reb Michael Bacharach um den Chower bittlich zu werden. Da sein Stand kein Hinderniß darbot, lag ein Grund zur Verweigerung nicht vor. Wann? er hielt einen Dienstag als jenen Tag, an welchem 1) duinme Mensch. 2) gesegnet.

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