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Der Israelit · 1876-02-16 · Heft 7 (16.2.1876) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 7 (16.2.1876)
Date
1876-02-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 7 des Israelit. Leitender Artikel- Sir Moses Moatefiorr's Dcricht über seine Neisr nach dem heil. Lande. (Fortsetzung.) Es wurde mir von Signora F. C. S. Randegger-Friedenberg erzählt, einer Frau von großem Talente, die für das Wohl Jerusalems erglüht ist. Sie ist die Verfasserin eines Buches, ,^Strenna Jsraelitica" betitelt in welchem sie bemüht ist, Sympathien für unsere Brüder in Palästina zu erwecken. Sie trägt sich mit dem Gedanken, im heil. Lande eine Ackerbauschule für Frauen zu errichten. In Venedig fand ich Gelegenheit, dem Vice- Admiral Sir James Drummond mein Empfehlungs- Schreiben zu überreichen. Der Admiral versprach, alles nur Mögliche zur Erleichterung meiner Reise thun zu wollen, theilte mir aber zu gleicher Zeit mit, daß er von Beyrut Nachrichten erhalten habe, wonach in Damaskus die Cholera ausgebrochen sei und daß die Ausbreitung dieser verheerenden Krankheit längs der Küste gefürchtet werde. Diese unerwarteten Nachrichten mochten mich wohl etwas erschrecken, da ich mir wohl bewußt war, welcher Gefahr ich mich in einem so heißen Klima in der gerade ungesundesten Jahreszeit aussetzen würde; aber ich blieb bei meinem früheren Entschlüsse. Es schien mir, daß ich eine gewisse Pflicht, eine unserer Religion und unsern geliebten Brüdern in dem heil. Lande schuldige Pflicht zu erfüllen habe, es konnte daher nichts mich abhalten, meine Reise fortzusetzen, und die dringenden Bitten meiner Reisegefährten, von der Reise abzustehen, machten mich nicht einen Augenblick wankend, im Gegentheil, mein Entschluß, weiter zu reisen, ward immer fester. Am 1. Juli, dem Jahrestag der Eröffnung meiner Synagoge in Ramsgate und der Grundsteinlegung des nmm rwo' vnx na*Bn genannten und zum Andenken an meine verstorbene Frau errichteten College, ging ich in die Synagoge, wo die bei uns üblichen Psalmen recitirt wurden und Dr. Loewe ein hieraufbezügliches Gebet verrichtete. Ich erfreute mich eines überaus freundlichen Empfanges seitens meiner geschätzten Glaubensgenossen und ihres ausgezeichneten Oberrabbinen, Herrn Abramo Lottes. Es war unmöglich, alle Gemeinden in die Synagoge aufzunehmen; ein großer Theil ihrer Mitglieder füllte den ganzen Raum rings um das heil. Gebäude und die angrenzenden Straßen. Als ich die Synagoge verließ, sang ein ausgezeichnet gut geschulter, längs der von mir zu passirenden Straße postirter Chor in melodischer Weise das Gebet der Gemeinde für meine glückliche Reise, und als ich in die Gondel stieg, begleiteten mich die Grüße und aufrichtigen Wünsche einer großen Volksmenge. Den 2. Juli nsn znn bw an** bestiegen wir den „Geelong" und nach einer sechstagigen Reise langten wir in Alexandrien an. Durch besondere Güte des Capitäns Fraser wurde mir erlaubt, an Bord zu bleiben, bis das Schiff, das uns nach Jaffa bringen sollte, bereit war, den Hafen zu verlassen. Das war für mich eine große Bequemlichkeit , da es mir große Schwierigkeiten machte, von einem Schiff zum andern auf- und abzusteigen. Er brachte sein Schiff so nahe als nur möglich an das Jaffa - Schiff, so daß ich mit Leichtigkeit auf das andere gehen konnte. Der Chacham Baschi und die Repräsentanten der jüd. Gemeinden, die mich auf dein Schiff besuchten, und deren Einladungen, ihre Gemeinden zu besuchen, ich abschlagen mußte, suchten mich ebenfalls von der Fortsetzung der Reise abwendig zu machen, indem sie behaupteten , daß das Schiff wegen der ausgebrochenen Cholera in Jaffa gar nicht werde landen können. In diesem Falle hätte ich eben den Weg nach Beyrut oder Khaifa eingeschlagen. Den 9. Juli schifften wir uns auf dem österreichischen Dampfer „Ettore" ein. Niemals wurde ich auf dem Schiffe in irgend einer Weise in der Beobachtung meiner religiösen Pflichten unterbrochen oder gestört. Am Freitag konnte ich, wenn der Sabbat herannahte, meine Sabbatlampe, die ich mit mir führte, anzünden. Wir recitirten unsere Gebete und BHTp, deren Segenssprüche mit einem lauten „Amen" von denjenigen beantwortet wurden, die mit mir beteten und an unserer Sabbatmahlzeit theilnahmen. Am Sabbat - Morgen hatte ich die Befriedigung, nach dem gewöhnlichen Gebete von llr. Loewe einen der Commentare über die wöchentliche rrno zu hören, und den Rest des Tages verbrachten

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