Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1876)
- Date
- 1876-02-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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142 der IBM. Redaction der „Jüd. Pr." so genau gekannt zu sein, durch den aus der Wese, Zeitung abgedrnckten Artikel verleitet werden, das dj von c ry^p zu leugnen — will die lobt. Redaction der „Jüd. Presse" die Verantwortlichkeit dafür tragen? Und muß sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden? Wir erlauben uns Wohldieselbe auf Orach Chasim c. 307 § l6 aufmerksam zu machen, wo es ausdrücklich heißt, daß Derjenige, welcher derartige Dinge zum Abdrucke bringt, zu den O'mn r** O’N’fcno gezählt wird, „zu denen, i welche die Menge zur Sünde verleiten." Zum Schluffe haben wir noch einigen unserer Freunde gegenüber zu bemerken, daß wir es gewiß vorgezogen hätten, die obenerwähnte Rüge der löbl. Redaction der „Jüd. Pr." privatim mitzutheilen; allein das ist bei früheren, ähnlichen Gelegenheiten vielfach und zu unserm Bedauern, erfolglos geschehen; vielleicht haben wir damals unsere Mahnungen und Warnungen an die Unrechte Adresse geschickt; denn wer eigentlich Redakteur des in Rede stehenden B.attes ist, das wissen wir nicht genau. Die Herren, die darin als solche genannt werden, das wissen wir genau, sind es nicht; auch ein von uns hochverehrter Mann, dessen berühmter Name zu unserm Bedauern manchmal mit dem Blatte in Verbindung gebracht wird, steht der Redacrion desselben — das wrssen wir genau — fern. Wir hätten, trotz der bisherigen Erfolglosigkeit, auch diesmal die private Mahnung der öffentlichen vorgezogen, konnten es aber unmöglich versagen, dem durchaus berechtigten Unwillen unseres geehrten Würzburger Correspondenten in uuserm die jüdische Orthodoxie vertretenden Blatte Ausdruck zu geben. Ob wohl dem Herrn Würzburger Correspondenten der ,Jüd. Pr." Lurch Vorstehendes eine Ahnung davon aufsteigt, warum von seinem Gegner die „Jüd. Presse" nur ein südisches Blatt (nicht aber ein orthodoxes, jüdisches Blatt) genannt wurde? Berlin, im Februas. Bekanntlich hat sich, veranlaßt durch den Bericht des Professor Grätz und seiner Reisegefährten über deren Reise im heiligen Lande, hier einComil« gebildet, um Waisenkinder in Jerusalem erziehen zu lassen. Dieses an und für sich so löbliche Projekt fand bei den Rabbinen in Jerusalem in richtiger Würdigung seines Ursprungs lebhaften Widerspruch. Wie sehr sie dabei im Rechte waren, kann aus Folgendem ersehen werden: Das Comitö ließ in ganz Deutschland Sammlungen veranstalten und läßt neuerdings zu seinen Gunsten hier in Berlin Vorträge halten. Einen der ersten Vorträge hielt Herr Rabbiner (?!) vr. Treuenfels aus Stettin. Der Vortrag war gegen die in der heiligen Schrift erzählten Wunder' gerichtet, oder suchte sie vielmehr in natürlicher Weise zu erklären. Das Manna, mit dem die Israeliten in der Wüste gespeist wurden, sei das Product der Mannastaude gewesen und dergleichen Unsinn mehr. „Laß keinem Wunder Einlaß in Dein Gemüth," war die Quintessenz des Treuenfels'schen Vortrages. Wie lief traurig sind solche Erscheinungen! Wenn selbst die WohltHalen dieser Menschen dereinst als Ankläger gegen sie auftreten werden an Gottes Thron, wie werden da erst ihre Missethaten sie verklagen! Feuilleton. Haus Ebers. Erzählung von S. Ko hn, Verfasser des „Gabriel". (Fortsetzung.) „Ich fuhr sofort um zehn Uhr, Nachts, nach Altona hinüber .... ich wußte es, ich konnte in der Nacht Niemanden wach finden, nichts unternehmen, aber ich war glücklich bei dem Gedanken, etwas früher die Luft in der Stadt einzuathmen, in welcher ich mein Kind vermuthete. — An wen mich dort wenden? — hätte ich auf's Gericht gehen und dort die Eheftandsrcgister einsehen wollen, so hätte dies vor neun Uhr, Morgens, nicht geschehen können — das war für meine Ungeduld viel zu lange. Die Trauung mußte wohl von dem dortigen Rabbmer vorgenommen worden sein, des Nachts war's schon gar zu spät; am frühen Morgen suchte ich ihn beim Gottesdienste in der Synagoge auf. Der würdige Mann nahm mich freundlich auf, und lud mich ein, ihn in seine Wohnung zu begleiten. Er hatte zufälligerweise mein Kind etwas näher gekannt. Las arme, verwaiste Mädchen war zu fünfzehn Jahren, als sie aus dem Hamburger Institute entlassen worden war, aus der Nachbarstadt nach Altona gekommen, und hatte sich dort durch Handarbeit erhalten. Nach einem Jahre hatte sie zufällig ein blutjunger Schauspieler, Gustav Beer, kennen gelernt; und da er für meine Tochter rasch in heißer Leidenschaft entbrannt war, bot er ihr seine Hand an. Der 3