Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1876)
- Date
- 1876-02-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447652--12245-2468062- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
„jüdische Herz" auch in diesem Hause eine große Rolle spielt. Der Allgütige möge ihm das viele Guts reichlich vergelten und ihn segnen. Er lasse ihn ein hohes Alter erreichen zur Ehre seiner Gemeinde, wie des Judenthums überhaupt, sowie zum Heil und zum Glücke der leidenden Menschheit. Schippenbeil, im Januar. Den Lesern des „Israelit" ist es wohl bekannt, daß der Vorstand des isr. Provinzial-Waisenhauses zu Schippenbeil zu Gunsten dieser Wohlthätigkeitsanstalt eine Lotterie veranstaltet, die aber bis jetzt noch nicht den gewünschten Erfolg gehabt hat, indem erst die Hälfte der Loose untergebracht ist, und in Folge dieses die Ziehung verlegt werden mußte. Es ist dies sehr zu bedauern, um so mehr als dieses Waisenhaus ein Bedürfniß für die Provinz ist, und es die aus der Lotterie zu erzielenden Gelder nicht entbehren kann. Herr Bürgermeister Maquard dahier (Christ) hat sich inzwischen der Sache warm angenommen und ein Circular versandt, in welchem er sich über dieses Unternehmen folgendermaßen ausdrückt: „Die Anzahl der mittellosen jüdischen Waisenkinder hatte in Felge der Typhus-Epidemie des Jahres 1867/68 eine solche Höhe erreicht, daß die Errichtung eines israel. Waisenhauses für unsere Provinz zur unabwendbaren Nothwendigkeit wurde. Die Privatwohlthätigkeit nahm sich zwar mit großer Wärme der Angelegenheit an, so daß mit der Erwerbung eines Grundstückes vorgegangen, und die Aufnahme von 18 Waisenkindern' bewerkstelligt werden konnte. Indessen genügen die von einzelnen Wohlthätern gewährten jährlichen Beiträge nicht, um den Bestand der Anstalt dauernd zu sichern. Zur Erreichung dieses Zieles ist, mit Genehmigung des Herrn Minister des Innern, zur Veranstaltung einer Lotterie geschritten worden. Leider ist es jedoch bis jetzt nur gelungen, die Hälfte sämmtlicher Loose unterzubringen, in Folge dessen die Ziehung der Lotterie verschoben werden mußte. Mit freudigem Herzen widme ich der Anstalt, als deren Mitvorsteher, sowie dem Unternehmen meine ganze Dienste, denn die Humanität kennt keinen confessionellen Unterschied." Der Betrag für die Loose ist an das Bankhaus A. H. Heymann u. Cie. in Berlin, Unter den Linden 59 einzusenden. Borken. In einer früheren Nummer dieser Zeitung wurde bereits referirt über die O’jSJ in hiesiger Gemeinde zu Ehren des Herrn Benjamin Jonas, bei Gelegenheit seines fünfzigjährigen Jubiläums als Vorsteher stattgehabte Festlichkeit. Heute sind wir in der Lage weiter zu referiren, daß auch unsere Regierung dem Herrn Jonas die Anerkennung seiner Verdienste nicht versagte, indem ihm, bei Gelegenheit des Ordensfestes von Sr. Majestät, unserem Kaiser und Könige der Kronen-Orden vierter Klasse verliehen wurde. Wir freuen uns über diese Auszeichnung des Herrn Jonas um so aufrichtiger als er sich wahrhaft um die hiesige Gemeinde verdient machte, indem er es nicht nur verstand, die, trotz ihrer geringen Anzahl, früher in mehrere Parteien zersplitterten Gemeinde-Mitglieder zu einem festen Verbände zu einigen, sondern auch stets bei allen Gemeinde-Einrichtungen unsere heilige Thora als Richtschnur aunahm und niemals unsere heilige Gesetze, weder im Amte noch in der Familie außer Acht ließ. Er war und ist heute, wo bereits das Silberhaar sein Haupt schmückt, ein wahrhafter Schüler Ahrons nach dem AuSspruche unseres großen Lehrers Hillel: pnpoi rn*on na un«* ,D)btff DfcwDmt „Er liebt den Frieden und strebt nach demselben; er liebt seine Mitmenschen und leitet sie zur GotteSlehre." Ja, Alt und Jung läßt sich von diesem wahrhaften ny gern ein Ermahnungswort Vorhalten und so ist es wieder zum Theile dem Herrn Jonas zu danken, daß Alle in hiesiger Gemeinde, ja selbst die sonst so leichtfertige Jugend, ganz nach unserem göttlichen Gesetze leben. Möge es nun dem, trotz seiner 86 Jahre, noch immer rüstigen, lebensfrischen, ehrwürdigen Greise vergönnt sein, sich der Früchte seines Arbeitens in steter Gesundheit, noch eine lange Reihe von Jahren zu erfreuen! Der Lohn in der zukünftigen Welt wird ihm aber auch gewiß nicht ausbleiben. *038 -rnj>8 D’pns;na». Oeste r r. -Ungar. Monarchie. Wien, im Jan. In einem am 19. Januar in der nied. österr. Handels- und Gewerbekammer über die Handelsconvention zwischen Oesterreich- Ungarn und Rumänien gehaltenen Vortrage plaidirte Herr S. Löwit dafür, daß Schritte gethan werden mögen, daß dieser Vertrag nicht ratificirt werde, indem er einerseits Oesterreich-Ungarn materiell keinen großen Vortheil bringe und andrerseits 1,200,000 österr. Staatsbürger der mosaischen Confession von dem Rechte ausschließt, in Rumänien Besitz zu erwerben und das Loos der 250,000 Israeliten in diesem Lande nach wie vor ein j trauriges bleibt.