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Der Israelit · 1876-02-09 · Heft 6 (9.2.1876) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 6 (9.2.1876)
Date
1876-02-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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117 im Szalader Comitat, dem Geburtsorte Deals und dem Stammgute seiner Familie, ließ die isr. Gemeinde ein neues Sefer Thora schreiben. . Der Gutsherr, der älteste Bruder des damals fünfzehnjährigen Franz, wünschte die geschriebene Gesetzrolle zu sehen. Der zur Einweihung berufene Rabbiner von St. Grot, Rabbi Simon Wiener b"L"r, trug im Verein mit den Vorstehern der Gemeinde die Thora auf das Schloß, wo die Familie des Gutsherrn, dieselbe bewunderte. Namentlich der junge Franz interessirte sich dafür und ließ sich die Thora aufrollen. Als er die „Schirah" erblickte, fragte er erstaunt, warum das da so eigenthümlich geschrieben sei. „Es ist das Siegeslied Moscheh's", sagte der Rabbiner. „Ah", rief der junge Deal, „das hat der Schreiber recht gemacht, daß er das herrliche Lied schon durch die Art und Weise der Schrift hervorgehoben. „Entschuldigen Sie", entgegnete der Rabbiner, „das hing nicht von der Willkür des Schreibers ab, das ist so religiöse Vorschrift, und wäre dieser Theil der Thora wie der andere geschrieben, so wäre die Rolle untauglich und dürfte nicht in der Synagoge gebraucht werden." — Der junge, wißbegierige Gymnasiast ließ sich nun von dem gelehrten Rabdinen die betreffenden, religiösen Vorschriften auseinandersetzen und war voll Bewunderung für dieselben. „Ja", sagte er, „nur durch solche exacte und strenge Vorschriften war es möglich, daß Ihnen die Thora unentstellt und unverfälscht geblieben durch die Jahrtausende." — Von da an datirte Franz Deak's hohe und unerschütterliche Achtung und Bewunderung für das orthodoxe Judenthum, p'i- -ob. „Dem Frommen erblüht ein ewiges, segensreiches Andenken in der Mit- und Nachwelt." Grotz-Gerau, 31. Jan. Herr S. Strauß aus Frankfurt a. M., welcher der letzten Versammlung des Brautausstattungsvereins, der aus Mitgliedern aus hiesigen Kreisen besteht, dahier beiwohnte , und dessen ganzes Streben auf Hebung des Vereins zu größerer Leistungsfähigkeit gegenüber den Ansprüchen unserer Zeit gerichtet ist, damit auch weniger bemittelte Mädchen versorgt werden können, von welchen alle 2 Jahre eines herausgeloost wird und 4()0 fl als Wiegengeld erhält, hat dem Verein 1000 Mark als Extrasond gestiftet, damit der gering dotirte bisherige Fond später kräftiger und leistungsfähiger werde. Durch fein Beispiel ermuthigt, zeichneten die anwesenden Mitglieder für genannten Zweck ebenfalls 500 Mark. Berlin, 28. Jan. Bei dem preußischen Justiz-Ministerium ist jetzt eine vom Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeinde-BundeS zu Leipzig aufgesetzte Petition eingetroffen, die sich gegen die ultramontane Juden-Hetze richtet. Der Bonifacius- Verein colportirt nämlich durch Rheinland und Westphalen ein Pamphlet: „Nicht Juden-Haß, sondern Christen-Schutz," welches, wie die Petition ausführt, in seinen Angriffen auf die Juden allebisherige Maß überschreite. Der ganze Inhalt der Broschüre von Anfang bis zu Ende sei offenbar lediglich zu dem Zwecke geschrieben, um die christliche Bevölkerung Deutschlands zum Haß und zu Gewaltthätigkeiten gegen die Juden anzureizen. Es seien dadurch die §§. 130 wie 166 des deutschen Straf-Gesetzbuchs verletzt. Es bitten die Petenten das Justiz-Ministerium, die competente Staats-Anwaltschaft mit Anweisung zur strafrechtlichen Verfolgung der Broschüre zu versehen. Die „K. Z." kann hinzufügen, daß die Absicht besteht, der Petition Folge zu geben und solchem Treiben ein Ende zu machen. Pzderbo»rr, 21. Januar. Es ist bekannt, welche Theilnahme Ihre Majestät die Kaiserin und Königin allen gemeinnützigen Anstalten und Instituten der Monarchie zuwendet. So ist bei Beginn des Jahres an die Vorsteherin des jüdischen Waisenhauses für Westphalen und Rheinland Fräulein Fanny Nathan Hierselbst, wie uns mitgetheilt worden, das nachstehende Schreiben eingetroffen: Berlin, den 31. Dezember 1875. Ihre Majestät die Kaiserin-Königin lassen Euer Wohlgeboren für Uebersendung des jüngsten Jahresberichts Ihrer Waisen-Anstalt, sowie für die Allerhöchst Ihr zum Jahreswechsel dargebrachten Glückwünsche Allerhöchst Ihren Dank ausdrücken. Ihre Majestät erwidern dieselben mit den besten Wünschen für das fernere Gedeihen Ihres Waisenhauses und haben für dasselbe das beifolgende Geschenk von einhundert Mark Allergnädigft zu bestimmen geruht. Im Allerhöchsten Aufträge: gez. v. Mohl, Kabinets-Sekretär Ihrer Maj. der Kaiserin-Königin. An die Vorsteheriu des jüdischen Waisenhauses für Westphalen und Rheinland, Fräulein Fanny Nathan, Wohlgeboren zu Paderborn. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Die isr. Cultusgemeinde zu Wien hat ebenso, wie in den fünf früheren Jahren auch *

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