Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1876)
- Date
- 1876-02-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1 103 lichen Leistungen. Im ganzen Großherzogthnm Hessen besuchen seit Decennien die isr. Kinder die , Volksschulen; dem Religionslehrer bleiben noch 15 Stunden für Religionsunterricht. Ich kenne hessische Religionslehrer, die in solchen Religivnsschulen Rajchi, Chase Odom und Mischnajoth unterrichteten, von V'jn gar nicht zu reden. Execapla docent. Wo Gemeinde und Lehrer in dein Streben, die Religion zu erhalten, einig sind, kann durch Religionsschule neben Simultanschule Ersprießliches geleistet werden. Und wo Gemeinden und Beamten das Bewußtsein der Pflicht gegen die Religion abhanden gekommen, kann es auch durch jüdische Elementarschule nicht zurückgerufen werden. So können wir demnach ganz beruhigt der neuen Schulorganisation entgegensehen, um so mehr, da auch jüdische Lehrer durch dieselbe Verwendung finden. Freilich für den Religionslehrer, wozu auch der Rabbiner gehört, heißt's: auf den Posten! tcj/o -jmDtPD bp (Wir haben gern den divergirenden Ansichten nnscres geehrten Mitarbeiters Raum gegeben — überzeugt hat er uns nicht. Er hat bei seiner Auseinandersetzung außer Acht gelassen, daß die Kinder der Halben und Lauen auch nicht eine nichtvbligatorische Stunde besuchen werden. daß viele „bequeme" Religionslehrer nicht eine Stunde mehr geben werden, als die gesetzliche Vorschrift erfordert. Daß in orthodoxen Separat-Gemeinden selbst in bloßen Religionsschulen etwas geleistet wird > it't bei. der selbfin erfiä.n.d Irchev. Rel.r^iafit.ä.t. der Mitglieder und dem Eifer der Beamten nicht zu verwundern. Aber auch da ist es nur wenig im Vergleich mit dem, was geleistet werden könnte, wenn man an die Stelle der Religionsschule — wie in Frankfurt, Hamburg, Mainz rc. — eine Realschule treten würde. Indessen hoffen wir, daß die obige Auseinandersetzung da, wo die Verhältnisse nun einmal nichts Anderes als eine Religionsschule gestatten, dazu beitragen wird den Eifer der Eltern zur Erreichung des Möglichen anzuspornen und den Muth des oft durch so manches Mißliche der Verzweiflung nahen Religionslehrers zu erhöhen. — Red.) Zeitungsnachrichten Sf Correspondenzen Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Pesth Herr Leopold Stern, Direktor der österreichischen Nationalbank, hat sich bei den Ver- Handlungen wegen Vereinigung der Galizischen Eisenbahnen große Verdienste erworben. Der König von Ungarn hat demselben durch Ertheilung des Baronentitels für seine vielfachen Verdienste ausgezeichnet. Wie wir hören wird Herr Stern bald im ungarischen Oberhause seinen Sitz als n Magnat einnehmen. (Pesth. jüd. Zeit.) Amerika. Boston. Eine fast unglaubliche Geschichte, schreibt ,,Iew. Mess/', wird uns von Boston berichtet. Ein jüdisches Mädchen wurde in ein Correctionshaus gebracht, weil es Samstags die Schule nicht besucht und dies, obgleich dem Gerichtshof bewiesen worden, daß daS Mädchen und seine Eltern diesen Tag als Sabbattag feiern. Mehrere Israeliten, die den Sabbat halten, richteten an den Schulvorstand eine diesbezügliche Petition, worin sie für ihre Kinder um Dispensirung vom Unterrichte am Samstag baten, aber bisher ohne Erfolg. In Pine Bluff (Arkansas) wurde der jüdische Begräbnißplatz demolirt. Die Thäter sind noch nicht entdeckt. Feuilleton. Dildkr aus dem alte» Präger Ghetto. Erzählungen von S. Kohn, Verf. des „Gabriel" (Fortsetzung.) „Weiß Simon darum?" war das Erste, was Ester frug. „Ich glaube nicht," entgegnete Budweiser, „aber Ester, mein Kind, ein Sohn muß dem Vater gehorchen. Es steht geschrieben Kabed es owicho wees imecho! *) . . . Siehst Du, mein Kind! — Vater und Mutter sind, unzertrennlich vom Kinde. Wer die hat, hat sie für ewig — und wenn sie auch schon längst todt sind, sind sie noch immer Vater und Mutter — man bekommt keine zweitem . . . Der Mann kann eine zweite Frau, die Frau einen zweiten Mann bekommen und wenn sich Eheleute nicht vertragen, hat die Thora erlaubt, daß sie sich von einander trennen ... ich möcht' nicht wollen, daß Simon seinem Vater ungehorsam würde . . „Aber es steht auch geschrieben," gegeyredete Ester, „und der Mann soll verlassen Vater und Mutter und seinem Weibe anhängen . . 1) Du sollst Vater und Mutter lieben.