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Der Israelit · 1876-02-02 · Heft 5 (2.2.1876) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 5 (2.2.1876)
Date
1876-02-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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die behördliche Genehmigung zu versagen, — erzielte aber schließlich nichts anderes als — seine Absetzung, welche, wie schon erwähnt, dadurch motivirt wurde, daß seine Opposition mit der Majorität des Vorstandes die Geschäfte gestört hätte. Es wird bei den Lesern dieses Blattes, wie es hier allgemein der Fall ist, eine gewisse Verwunderung Hervorrufen, daß das ein Grund sein soll, Jemanden seines Amtes, der es bis jetzt zur Zufriedenheit der ganzen Gemeinde bekleidet hat, zu entheben und noch nachdem sich herausgestellt, daß dieser Mann jedenfalls die Verhält, iffe richtiger verstanden und beurtheilt hat, als die Majorität des Vorstandes. Wir wissen noch nicht, ob Herr Levi den ihm gemachten Vorwurf auf sich ruhen und die hiedurch motivirte Absetzung gefallen lassen wird, denn wenn solche Gründe für das Großh. Kreisamt in Bingen bestimmend sind, dann muß man sich in Zukunft wohl hüten, in irgend welche Opposition zu gerathen. Altenstädt in Baiern. Wenn im Allgemeinen nichts Erfreuliches aus hiesiger Gegend zu berichten ist, indem die Religionslosigkeit so sehr überhand genommen, und der Lauen und Indifferenten sehr viele sind, so bin ich doch in der angenehmen Lage, Ihnen eine erfreuliche Nachricht zukommen zu lassen. Am vergangenen Sonntag den 9. d. M. feierte unser hiesiger Cultus-Porstand, Herr Max Maier, das Fest der goldenen Hochzeit. Die Theilnahme von Seiten der hiesigen Gemeinde an diesem Feste war eine allgemeine und herzliche. Böllerschüsse bezeichneten den Anbruch des Festtages. Morgens 8 Uhr versammelten sich alle' hiesigen Gemeindcmirgliedcr im Festgewande im beflaggten Schul- und Gemeindehause und zogen unter Vo.antritt der Musik vor das Haus des Jubelpaares. Das Greisenpaar, das von dieser Ovation ganz überrascht, war durch diesen theilsnahmvollen Akt der Gemeinde bis zu Thränen gerührt, so daß cs vor Bewegung fast nicht im Stande war, seinen Dank auszusprechen. Von hier aus bewegte sich der Zug unter Anschluß der Frauen und der Schuljugend und unter den Klängen der Musik zur Synagoge, welche von Außen beflaggt und mit Bäumen und Kränzen geziert, und in ihren innern weiten Räumen vollständig beleuchtet war. Der feierliche Gottesdienst begann mit dem no", der mit Chor vvrgetragen wurde. Verschiedene Gebete, als: . mT^n o>w pi.y, ‘w wurden in feiertäglicher Gesangsweise rezimt, und da der Jubilar bereits über ein Drittel Jahrhundert als *rr-o fungirte, trug der Cchor den ntmn rw» wie am Tage einer n'“3 n^o, vor. Am Schlüsse des Gottesdienstes wurden noch ein "iiotd gesungen und mehrere Q’piDs: aus dem Thilim rezitirt.; Nach Beendigung des Gottesdienstes wurde! das Jubelpaar wieder von der Gemeinde nach Hause geleitet. In dessen Behausung angelangt, drängte sich Alles herzu. dem Greisenpaar seine Gratulation auszusprechen. Herr Maier lud die Versammelten ein, ins Hans zu kommen. In einem geräumigen Zimmer, wo die zahlreichen und kostbaren Geschenks der Jubilare aufgestapelt lagen, hielt unser geehrter Mitvorstand, Herr Samsohn Kahn, eine gehaltvolle Ansprache an die Gefeierten , worin er die Verdienste des Herrn Maier während seines fast fünfzig Jahre währenden mit Eifer und gewissenhaften Pflichterfüllung geführten Amtes als Cultusvorstand, hervorhob; und ergreifend war der Moment. als Herr Kahn in Anerkennung dieser Verdienste dem Jubilare einen prachtvollen silbernen Pokal, im Aufträge der Gemeinde, überreicht. Ebenso erhielt die Jubilarin vom hiesigen Frauen-Verein, deren Vorsteherin sie bereits schon 40 Jahre lang ist, zum Zeichen der Verehrung und Hochachtung und in Anerkennung ihres Wirkens bei gedachtem Verein, ein prachtvolles mit Silber beschlagenes Gebetbuch (n'r^n) zum Geschenke. Die Jubilare drückten in kurzen Worten ihren Dank aus für die vielen Beweise der Liebe und Hochachtung, welche ihnen die hiesige Gemeinde erwiesen. Darauf lud der Herr Jubilar die Versammelten auf den Abend zu einem Glase Wein ein, welcher Einladung auch Seitens aller Gemeindemitglieder nebst ihren Frauen Folge gegeben wurde. Hier ging es sehr munter zu, und den Gefeierten wurde ein Toast nach dem andern ausgebracht. In später Abendstunde trennte man sich mit dem Bewußtsein, ein schönes und herrliches Fest begangen zu haben. Diese Ehren, womit das greise aber noch recht rüstige Jubelpaar überhäuft wurde, haben sie mit Recht verdient. Mit dem schönen religiösen Satz, „ny\x .-nt," im Herzen, durchwandclten sie den ganzen Weg des Lebens. Wahre Reli iösität zeichnete all ihr Thun und Wirken aus. Mit seltener Treue strebten sie danach, den Ausspruch unserer Weisen G”po zu sein mm rrs’ Q’js ~\ZD2 cnsn >2;\v ^apo. Mit freigiebiger Hand spendeten sie sowohl an Israeliten als Nicht- Israeliten. Als Beweis, wie sie an der Grundseste unserer Nelig ou, an ~T-yn, „Gottesdienst," fefthielten, möge Ihnen dienen, daß das Greisenpaar selten einen Gottesdienst versäumte, und zu jeder Zeit, bei Sturm und Wetter, bei Regen und KUte, fast die Ersten sind weiche in der Morgendämmerung das Gotteshaus betreten. Den Äers, Man r.pns yna rr-.v? - . kann man daher nur

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