Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1876)
- Date
- 1876-01-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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78 unsrer heiligen Thora beschäftigen und sich ungetheilt dem Dienste Gottes geweiht, sowie auch Wittwen und Waisen. Die Versendung der gesammelten Geldbeträge geschieht jährlich zweimal in den Monaten vib-r und -nx und zwar direkt an den hochwürdigen Rabbi von Jerusalem, Herrn Meyer Auerbach, der die Vertheilung nach unserer Vorschrift auf das Gewissenhafteste besorgt und uns jedesmal außer einer Generalquittung auch von jedem einzelnen Empfänger besondere Empfangscheine zukommen läßt. Die Namen der Mitglieder werden in hebräischer Sprache nach Jerusalem übermittelt und sorgt obengenannter Rabbi dafür, daß an hohen FestundFeie,tagen in den dortigen Bethäusern für die Wohlthäter' gebetet und ihnen das übliche -pa» ’ö gemacht wird. Die Einnahmen betragen in diesem Jahre 1742 Thlr., die Ausgaben 1062 Thlr. Seit der Gründung hat der Verein 7542 Thlr. eingenommen und 7510 Thlr. ausgegeben. Schmalkalden. Vor einigen Wochen fand dahier an einem na» eine n^o tv-ü statt. Der Pmn, Herr Fleischermeister Walter aus Meiningen, (zugleich Besitzer einer (?) Restauration) war, weil er am Freitag vorher zum Reisen verhindert gewesen fein sollte. zu dieser feierlichen Handlung Sonnabend früh mit der Eisenbahn nach Schmalkalden gereist, verrichtete die Funktionen und reiste am na» wieder ab. Es ist wohl in Deutschland noch nie vorgekommen , daß ein in solcher Weise den Sabbat entweiht und eine maya nsan msso verrichtet hat. (Leider gehört ein solches gewissenloses Verfahren nicht zu den Seltenheiten. Red.) Oesterr.-Ungarische Monarchie. Wien, 24. Dec. Bezugnehmend auf meine Correspondenz in Nr. 70 v. I. habe ich ferner mitzutheilen, daß Hr. Salomon Spitzer ’"j, Rabbiner der Orthodoxen in Wien, wie auch der Vorstand der Schiffssynagoge, Hr. I. L. Fr ei stad t und Hr. Sigm. Papp euchrrra Vä S^. den Cultusminifter v Streymaier, vorsprachen u. Hr. Rabbiner Spitzer in sehr überzeugenden Worten auseinandersetzte, welche Gefahren der Erlaß des n. östr. Landes-Schulraths, für den jüdischen Glauben in sich birgt. Der Minister nahm die Deputation sehr freundlich und wohlwollend auf und gab die Versicherung, zu veranlassen, daß der Erlaß zurückgenvmmen werde. Wie cs scheint, haben die Direktoren der verschiedenen Schulen bereits die Weisung hohen Orts erhalten, den Kindern die am »np na» nicht schreiben wollen, den mindestens Zwang nicht anzuthun. Auch der Kämpfer für das wahre Judenthum Hr. Ignatz Deusch hat nicht verabsäumt seinen großen Einfluß hohen Orts geltend zu machen, diese Gewaltmaßregel rückgängig zu machen, was ihm auch n*»n miya gelingen wird, dem noch alles von ihm bbj D2'üb Unternommene bis heute gelungen. Auf Veranlassung des ehrw. Rabbinats und ehrsamen Cultusvorstandes der Schiff-Synagoge werden auch die anderen hiesigen Vorstände der orthod. Bethäuser gegen den erwähnten Gewaltakt Beschwerde führen. Welche Stellung nimmt aber die Reformgemeinde gegen diesen Erlaß, der, wie in voriger Nummer erwiesen, durch ihre Veranlassung das Licht der Welt erblickte? Auf Veranlassung des edlen, jüdischdenkenden Baron v. König smarter wurde wohl eine Sitzung abgehalten, die jüdischen Schulräthe dießbezüglich interpellirt; äußerten, der Erlaß wäre ohne ihr Wissen erflossen. Das Enderesultat der ganzen Sitzung ist aber ein bedeutend größeres und gefährlicheres nij/tsn, wie der Erlaß des n. östr. Landesschulraths. Die Reformgemeinde benützte die gute Gelegenheit und petitionirte an die h. Regierung um sofortige Anstellung von Religionslehrcrn an sämmtlichen Schulen Wiens um einigen abgekrachten Neformhölden zu Exiüenz-Mitteln zu verhelfen. Wer kennt aber nicht die von der Reforrngemeinde angestellten Religionslehrer, lauter □tet □’D'np’BN , die jede Gelegenheit benützen, um in den Herzen zarter, junger Kinder nwo n’DTp einzuprägen; der jüd. Unterricht wird »in vorgetragen und wird auch der P'in o» nnaa n"a ausgesprochen. ^ruo werden den Kindern lächerlich gemacht. Herr G. Wolf, derzeitiger erster Religionslehrer der Reformgemeinde, verflieg sich kürzlich so weit, daß er ein »Din mehrere Male zur Erde geworfen. Droht also Kindern wahrhaft jüdischer Eltern nicht bedeutend mehr Gefahr durch dieser Petition, wenn sie Dn mt>»i von der h. Regierung bewilligt werden sollte? Abr. Donath. Wien, 21. Jan. Gestern ist hier Herr Michael Neumann, Privatmann und gewesener SchrnNwaarenhändler, im Alter von 104 Jahren gestorben. Neumann wurde zu Boskowitz in Mähren im Jahre 1771 als der Sohn jüdischer Eltern geboren. Er lebte 40 Jahre im Neutraer Comitat, 40 Jahre in Königsbrunn und verbrachte den Rest seiner Tage in Floridsdorf. Er war zweimal verheiratet und hinterläßt 11 Kinder und 69 Enkel und Urenkel.