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Der Israelit · 1876-01-26 · Heft 4 (26.1.1876) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 4 (26.1.1876)
Date
1876-01-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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70 küßt seine Tochter und spricht: Deine Prophezeiung wird sich erfüllen. — Jetzt aber soll daS Kind dem Tode preisgegeben werden, und Amram ruft aus: Meine Tochter, was ist aus Deiner Prophezeiung geworden? asnni aber gerade fetzt wird es feststehende, unerschütterliche Ueberzeugung, daß ein Gott ist, der die Geschicke lenkt. Gerade die Aussetzung Moscheh's ermöglicht es, daß er aus der Mitte seiner Brüder herausgehoben, ihnen ein Retter wird. Er theilt nicht ihre Knechtschaft; gleich einem Prinzen wird er erzogen, und da er den ersten Versuch macht seinen Brüdern zu helfen, muß er entfliehen, bis Gottes Führung ihn leitet an den zur Offenbarung ausersehenen Berg. Gehen wir nun zur Characteristik einer andern Periode über. Mehr als vierhundert Jahre sind seil dem Auszuge der Kinder Israel aus Mizrajim verflossen. Jahrhunderte schon wohnt Israel in seinem Lande, ist es im Besitze der Thora. Aber die Gotteserkenntniß ist nicht fest in ihm begründet; den geringsten Anlaß ergreift die große Menge des Volkes, um von Gott ab, den Götzen sich zuzuwenden. Das ist die im Buche der Richter erzählte Geschichte: Immer wieder und wieder neuer Abfall. Da tritt ein Held auf in Israels Mitte, von so großem Gewicht, von so hervorragender Bedeutung wie Moscheh und Ahron zusammen, und dieser Held heißt Samuel. „Und der Knabe Samuel diente dem Ewigen vor Eli pBJ pin p« onn O'Q'I /m\ 1311 und das Wort des Ewigen war selten in jenen Tagen, Offenbarung war nicht verbreitet. Und Gott ruft dem Samuel zu; aber Samuel weiß nicht, daß es Gott ist, der ihn ruft; er meint sein Lehrer Eli habe ihn gerufen; so zum zweiten, so zum dritten Male. Endlich merkt Eli, daß Gott den Knaben ruft; er belehrt ihn darüber. Da nun Samuel wieder auf seinem Lager ruht *np»i 'n „da kömmt der Ewige und stellt sich hin und ruft." „Und Samuel ward groß, und der Ewige war mit ihm. Und es erfuhr es ganz Israel von Don bis Beer Scheba, daß Samuel beglaubigt war zum Propheten dem Ewigen. Und der Ewige fuhr fort, sich zu zeigen in Schilo, denn es offenbarte sich der Ewige dem Samuel in Schilo mrt dem Worte des Ewigen." Von diesem Augenblicke an erst schlug die Gotteserkenntniß Wurzel in den Herzen der großen Menge des Volks. Seitdem Moscheh und Ahron daS Volk belehrt hatten, war der Unterricht, die Belehrung desselben gar gewaltig vernachlässigt worden. Die Jahrhunderte lang waren es immer nur Einzelne, Wenige, die dem Thorastudium lebten. Deßhalb nahm der Abfall so leicht große Dimensionen an. Mit Samuel ward das anders; er zog umher daS ganze Jahr, errichtete Schulen allüberall, rottete den Götzendienst mit der Wurzel aus, und von da an und weiter gab eZ in Israel eine große Anzahl owuj ^2 Prophetenschüler. Diese traten dem Abfall von Gott immer und immer entgegen, und wenn auch viele Israeliten nach Samuel- Tode öfters zum Götzendienste sich verleiten ließen, niemals wieder wurde der Abfall ein so allgemeiner wie zu den Zeiten der Richter. Die Propheten traten auf ebenso gegen das verleitete Volk, wie gegen die abtrünnigen Könige; us’rpi die Gottes-Erkenntniß war fest?,estellt, unerschütterlich. Durch Samuels Einfluß war ein Geschlecht erzogen worden, das Verständniß hatte für Davids herrliche Psalmen, für der Propheten machtvolle Mahnungen. (Forts, folgt.) Arber den Erlaß der Württemberg, isracl. Oberkircheabehördt, die sogen, kirchliche Trauung betreffend. Motto: '^n '2", tnj« (Berach 6 b.) Verschiedene politische Zeitungen und dieses geschätzte Blatt berichteten über eine Verfügung, welche die obengenannte Behörde in Folge der Einführung der Civil ehe erlassen hat; dieses Aktenstück verdient aus mannigfachen Gründen eine Besprechung in der gesetzestreuen jüdischen Presse. Wir beabsichtigen diesen Erlaß in folgendem Aufsätze vom rechtlichen und gesetzlichen Gesichtspunkte auS zu betrachten, nachdem wir vorher den verehelichen Lesern seinen wesentlichen Inhalt, wie wir ihn den angeführten Blättern entnehmen, noch einmal vorgeführt haben werden. Der Erlaß sagt im Allgemeinen: Die Gesetzgebung beabsichtigte durchaus nicht, die Beziehungen Derjenigen, welche in den Ehestand treten wollen, zu ihrer Kirche anzutasten oder zu beeinträchtigen. Die isr. Kirche aber habe ein höheres Interesse daran, daß ihre Angehörigen auch in Zukunft in die Ehe mit dem sittlichen Geist und der ernsten Weihe eintreten, für welche die kirchliche Trauung Ausdruck und Quelle bilden soll. Da nun verschiedene Bestimmungen des Kapitels „von der Trauung" in der Gottes-

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