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Der Israelit · 1876-01-19 · Heft 3 (19.1.1876) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 3 (19.1.1876)
Date
1876-01-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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56 Ritter des Franz-Josepordens rc., besitzen wir eine Suppenanstalt, in welcher jedem Bedürftigen gegen Erlag von 2 kr. eine Portion warme, schmackhafte Suppe verabreicht wird. Hr. David Zappert ließ nämlich versuchsweise einige Tage im Spitale eine kräftige Mehlsuppe kochen, die rasch Absatz fand. Hierauf stellte derselbe ein Counts zusammen, miethete mit Hilfe der inzwischen eingelaufenen Spenden ein geeignetes Lokal und adoptirte dasselbe zu einer Suppenanstalt. Die angesehensten Damen verschmähten es nicht, daselbst als Ehrcndamen zu fungiren, die Aufsicht zu handhaben und die Marken an die Gäste zu verabreichen. Bis jetzt wurden circa 5600 Portionen verkauft. An Spenden gingen circa tOO fl. baar, 60 Ctr. Kohlen und 25 Ctr. Mehl ein. Jedermann wird einsehen, daß diese Anstalt, sowohl moralisch als materiell, wohlthätig auf die Verminderung des Pauperismus und des mit demselben verbundenen Branntweingenusses wirken muß und auch von heilsamen Folgen auf den allgemeinen precären Zustand sein wird. Das Beispiel des Hrn. Zappert wirkte auch auf weitere Kreise, so daß binnen Kurzem die Errichtung einer allgemeinen Suppen- und Theeanstalt für Prag und dessen Vororte im Zuge ist. Ich mag meinen Bericht nicht schließen, ohne noch im Allgemeinen den hiesigen Gemeindezustand zu erwähnen. Auf Anregung des Rabbiners Hrn. Teweles wurde die durch den Todesfall des Rabbiners Hrn. Aaron Fürth erledigte Koscherfleischaufseherstelle dem Hrn. S. Popper, ehemals Rabbiner in Honems, verliehen. Auch ist in den Kreisen der Cultvsrepräsentanz stark die Ansicht vertreten, daß eS an der Zeit sei, die seit dem Ableben des seligen Herrn Oberrabbinen S. L. Rappoport erledigte Oberrabbinerstelle wieder mit einer wissenschaftlichen und talmudischen Capacität zu besetzen, zu welchem Zwecke in Bälde ein Concours ausgeschrieben werden wird. Die Ansprüche an einen Oberrabbiner sind hier bekanntlich nicht gering. Viele werden sich für berufen halten, aber nur wenige zur Candidatur in Vorschlag kommen. Frankreich. Üßftftö. Herr Philipp Ansbach, pensionirter Rath beim obersten Gerichtshöfe, Officier der Ehrenlegion, ist am 3. Dezember im Alter von 75 Jahren gestorben. In Metz geboren, einer der geehrtesten Familien daselbst angehörig, hat Herr A. in dem Richteramte glänzende Carriöre gemacht; er war der erste Israelit, der am obersten Gerichtshöfe Stellung gefunden. Er war auch lange Zeit Mitglied des isr. Consistoriums in Paris und des isr. Centralconsistoriums gewesen. Eine Tochter des Verstorbenen ist die Gemahlin des Baron Gustav v. Rothschild. „Un. isr." erzählt von ihm eine Thatsache, die beweist, daß er niemals sich schämte, öffentlich zu bezeugen, daß er ein Jsraelite war. Zur Zeit der Monarchie ging das Consistorium gewöhnlich mehrmals im Jahre in das Residenzschloß, um dem Monarchen seine Ergebenheit dm zulegen. Mehrere Mitglieder desselben, die durch ihre besonderen Funktionen andern Staatskörpern angehörten, schlossen sich lieber diesen als der isr. Deputation an, Herr Ansbach aber zeigte sich vor dem Throne nie anders als inmitten der Repräsentanten des Judenthums. Paris. Unter den von der Nationalversammlung gewählten 75 Senatoren befindet sich Herr A. Crsmieux, Präsident der All. isr. un. Amerika. Netv-Np^k. Die Einnahmen des zu Gunsten der jüoischen Wohlthätigkeitsinstituten veranstaltenden Bazars schätzen die „Jew. Times" auf nahe an 100,000 Dollars. Afrika. Ora«. Herr Joseph Levy dahier starb am 24. November im Alter von 110 und Herr Athias Naphtali am 30. Nov. im Alter von 100 Jahren. (Arch. isr.) Feuilleton. Pil-er aus dem alte« Prager Ghetto. Erzählungen von S. Kohn, Berf. des „Gabriel" (Fortsetzung.) „Narrischkaten! . . . wegen dem! — ich weiß, Ihr seid der choschewste Mensch auf. der ganzen Welt . . . wenn Ihr so Euer Wort in Allem halten thäten thät, . . . wie mit der Nedann — könnt ich zufrieden sein!" Helle ZorneSröthe überflammte Budweisers

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