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Der Israelit · 1876-01-19 · Heft 3 (19.1.1876) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 3 (19.1.1876)
Date
1876-01-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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50 drückliche Gesetz von 1864 verboten ist; in Erwä- > gung, daß ein Verlauf wie der in Rede stehende, der dem Gesetze von 1864 zuwiderläuft, null und nichtig ist und die Aufhebung desselben der öffentlichen' Ordnung wegen jeder Partei zusteht; in Erwägung, daß ein Kauf, wie der in Rede stehende, ungültig ist, weil er durch einen zu solchem Kaufgeschäft gar nicht Berechtigten vollzogen ist — in Erwägung aller dieser Gründe annullirt der Appellhof den Verkauf des HauseS des Hospitals Spiridion in Jassy durch Herrn Cuntacugero an den Hebräer Obadia König." Diese Argumentation eines hohen Gerichtshofes ist doch geradezu haarsträubend! Man bedenke aber noch die praktische Folge des Verbotes der Jmmobilien-Erwerbung für die Handelsleute. Es ist bereits bei rumänischen Schuldnern Usus geworden, ihr Vermögen rasch in Immobiliarbesitz anzulegen — dem Gläubiger, wenn er Jude ist, nützen dann die schönsten Wechsel nichts. Das sind die Zustände, welche Oesterreich in der Convention anerkennen will. Die darin ausgesprochene „Reciprocität" ist bei der im Urtheil ausgesprochenen, gerichtlich beglaubigten Auffassung über die Vaterlandslosigkeit der Juden überhaupt ohne alle praktische Bedeutung. Rußland. Petersburg. Der geheime Commerzienrath Samuel Polakvff ist vom Kaiser zum wirklichen Staatsrath ernannt worden; die höchste Rangstufe, die bisher ein Jude in Rußland erstiegen hat. (Hazeph.) England. London, 9. Januar. Heute, Vormittags 1072 Uhr, fand das Leichenbegängniß des vor einigen Tagen dahingeschiedenen Hrn. Barons Anthony von Rothschild in feierlichster Weise statt. Schon zwei Stunden vorher hatte sich eine unabsehbare Menschenmenge, sowohl vor dem Palais (Oroovenor Place), von wo aus sich der Zug in Bewegung setzte, als auch auf dem Begräbnißplatze (Willesden Cemetery) angesammelt, die sich den vorausgehenden Wagen anreihte. Viele Arme und Bedrängte, welchen der edle Heimgegangene hilfreiche Hand gewährte, befanden sich darunter. Dem vierspännigen Leichenwagen folgten zwölf Equipagen der Familie, etwa 70 Ehrenwagen und viele Privatequipagen. Von den Familienmitgliedern waren Sir Rathaniel Mayer v. Rothschild, Parlamentsmitglied, die Barone Alfred, Alphonse und Ferdinand v. Rothschild (Letztere aus Paris hierhergeeilt) anwesend, während Baron Lionel v. Rothschild und Sir Moses Montefiore wegen Unwohlsein dem feierlichen Traueracte nicht beiwohnen konnten. Ferner waren anwesend: Hon. Eliot Aorke, Sohn des Fürsten v. Hartwicke (der Schwiegersohn des Verlebten), Lord Henry Lennox, Vicomte v. Stern, Graf v. Beust, Baron v. Worms, Major Snell, Rathaniel Montefiore und noch andere Notablen. Auf dem Begräbnißplatze angelangt, hielt unser ehrwürdiger' Herr Oberrabbiner Dr. Adler eine ergreifende Grabrede, worauf Rabb. Dr. Ascher in herzzerreißender Weise das mon -osn vortrug. Die Ceremonien fanden nach alter, streng orthodoxer Sitte und Vorschrift statt. DeS Nachmittags wurde in der deutschen Synagoge von dem jüngst hier aufgenommenen polnischen Magid ein iso.-i vorgetragen, worin die Verdienste des Verblichenen für das allgemeine Wohl des Judenthums durch folgende Bemerkung im Wochenabschnitte characterisirt wurden. Es heißt nicht im Plural, daß 70 Seelen D'jnttf nwej unserer Ahnen mit Jacob, dem Erzvater, nach Egypten wanderten, sondern im Singular O’jnzr z-sj, weil alle jüdisch en Seelen ein Ganzes bilden und Jeder für das Wohl dieses Ensemble zu wirken und zu leben bestrebt sein müsse, was Baron v. Rothschild ernstlich und zu jeder Zeit bethätigte (Anmerkung der Red.: De raortuis nili nisi bene „Von den Todten nur Gutes! Dennoch glauben wir es nicht verschweigen zu dürfen, daß eine Tochter des Verstorbenen einen Nichtjuden geheiratet hat. — Red.) Türkei. Salonichi. Für die hiesige neuzubegründende isr. Schule wurden bis jetzt 45,706 Frs. gezeichnet. Baron v. Hirsch, der in der That durch seine großen materiellen Unterstützungen sich um das jüd. Schulwesen sehr verdient gemacht, hat ebenfalls 42,000 Frs. subscribirt. ' (Arch. Isr.) F e n i l l e t o u. Hans Ebers. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabrie lu (Fortsetzung.) „Ich hatte Alles aufgeboten, mein Ziel zu erreichen, es war Alles vergeblich gewesen, die

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