Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1876)
- Date
- 1876-01-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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46 verwechsle nicht Begriff mit Vorstellung.) Da ich nun einen Begriff von Gott, dem Schöpfer des Alls, habe, so muß auch Gott existiren. — Ein vierter Beweis, der wichtigste von allen, ist der teleologische; aus der Zweckmäßigkeit in unserer Welt muß nothwendig auf das Dasein eines allweisen, allmächtigen Schöpfers geschlossen werden. Die Propheten, die Psalmen deuten uns häufig diesen Beweis an. jrp*tn “\39 vt nipyoi vN tzd O'iLOv ccem „Die Himmel verkünden die Ehre Gottes, und Seiner Hände Werk zeigt an das Firmament." TTN *03 'Q INT DDVj; O'QV INltf „Erhebet gen Himmel Eure Augen und schaut, wer der Sterne Heer erschaffen!" mn tns rni: n1?*« 'i , M ns« '»sj ’mii nyoo C'or neu tn ntvy „Lobe meine Seele den Herrn! Herr, mein Gott, sehr groß bist Du, hast mit Majestät und Pracht Dich umkleidet. Der hüllt in Licht sich wie in Gewand, breitet aus die Himmel gleich einem Teppich." In dem zuletzt erwähnten 104. Psalm wird die Zweckmäßigkeit der Schöpfung, das Jneinondergreifen der Naturkrafte nach einem weisen Plane in wunderherrlicher Weise dargelegt. Den Gewässern des Meeres hat Gott Grenzen gesetzt, daß sie die Erde nicht überfluthen. Die Quellen fließen in die Bäche, diese in die Strome, um das Lebendige zu tränken, die Erde zu befruchten. Für das Vieh wächst Gras, für den Menschen Gemüse, Wein und Brod. In den Wäldern und auf den Gebirgen Hausen die wilden Thiere, nisten die Vögel. Die großen Himmelskörper bestimmen die Zeit, die Sonne bringt den wohlthätigen Wechsel zwischen Tao und Nacht. Auch im Meere herrscht ein reges Leben und auf der Oberfläche desselben wandeln die Schiffe. Aus dem Tode selbst ersteht neues Leben durch Gottes belebenden Hauch. Wir sagen, der teleologische Beweis wird in den heiligen Schriften angedeutet; denn in der That bedürfen wir Israeliten all jener Beweise nicht. Vor circa hundert Jahren, als die Leipnitz- Wolf'sche Schule die Geister beherrschte, galten jene Beweise für unumstößlich. Da kam Kant, der große Denker von Königsberg, und legte die kritische Scheere an Alles, was bis dahin auf philosophischem Gebiete für feststehend gegolten, und siehe da, es erwies sich llles als anfechtbar. Aber das Judenthum hat jener philosophischen Fundamente nie bedurft. Die Entziehung derselben konnte deßhalb auch von keiner Wichtigkeit sein. Die Grundlage des Judenthums ist die Offenbarung. WaS wir kennen und wissen, fließt aus ihr. Nicht auf philosophischem Wege sind wir zur Gotteserkenntniß gekommen, sondern einem ganzen Volke hat sich die Herrlichkeit Gottes gezeigt, und selbst Abraham, dem die Gotteserkenntniß zuerst ein Resultat seines Nachdenkens war, hat die Bestätigung durch die göttliche Offenbarung erhalten. Die dem Volke Israel gewordene Offenbarung beginnt mit Mirjam. p.iN mnN nN-Qjn onn npm „Und es nahm Mirjam, die Prophetin, die Schwester Ahron's." Mirjam wär schon eine Prophetin, als sie noch die Schwester Ahron's allein war, ehe noch Moscheh geboren wurde. Da schon prophezeite sie, daß ihre Mutter, den Helfer Israels gebären würde. Da er nun geboren ist, soll er im Nil zu Grunde gehen. Die Schwester steht von fern, um zu sehen', was aus ihrer Prophezeiung werden wir>. t>d pkiL' 'i ies« 'd nipp no nyi1? pimo imns« usnni idnj ruottf d» i-p m piDsn „Und es stellte sich seine Schwester von fern, zu wissen, was ihm geschehen werde. Rabbi Jizchak sagte: Dieser ganze Vers bezieht sich auf die Offenbarung der göttlichen Majestät." Wie das zu verstehen — das wollen wir, s. G. w., das nächste Mal zu erklären versuchen. (Fortsetzung folgt.) ZeitttngSuarhrichten & Gorrespoudenze«. Deutschland. Mainz. Der in hebräischer Sprache in Preßburg erscheinende „hmm" ist mit Anfang dieses Jahres in seinen zweiten Jahrgang getreten. Diese gediegene und reichhaltige Wochenschrift hat allgemeinen Anklang gefunden und erfreut sich des Beifalls der Ungarns, wovon viele Zuschriften derselben, die sich über die Wissenschaftlichkeit und den frommen Sinn des Redacteurs, Herrn Jacob Fischer, aussprechen, Zeugniß ablegen. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß alle Freunde der heiligen Sprache den Herausgeber g e i st i g und materiell unterstützen, damit die Möglichkeit vorhanden sei, daß dieses Blatt erhalten bleibe. Man abonnirt bei Herrn I. Fischer, Redacteur des „Hajehudi" in Preßburg.