Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1876)
- Date
- 1876-01-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. M S Der Israelit. / Ein Henl/al - Grgan für das orlhodore Iudenthum. / HerauSgrgrden von / vr. Lekuran« in Mainz. Mittwoch, den 19. Januar 5«. t. 7 6). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwoch-, in mindestens 2 Sogen. 'pceiS deS Jahrgangs 10 Reichs - Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die großen Grundsätze des Judenthunls. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Frankfurt a. M. Mülheim. Hamburg. Hamburg Stuttgart. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. D Szerdahely. Rzeßow. —, Italien: Rom. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Petersburg. — England: London. — Türkei: Salonichi. — Feuilleton: Haus Ebers. Zutzatt der erste» Metlage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Preußen. — Oest.-Ung. Monarck ie: Pesth. Deutsch-Reichenau. Prag. — Frankreich: Paris. Paris. — Amerika: New - Port. -- Afrika: Oran. — Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Znyatt der zweiten Meikage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Bingen. Berlin Vom Niederrhein. — Ocst.-Ungar. Monarchie: Wien. Krakau. — England: London. London. — Rußland: Petersburg. Feuilleton: Es soll nicht trübe bei dir sein. Leitende Artikel. Die großen Grundsätze des Iudeuthums. ii. Mainz, 12. Januar. Seitdem es denkende Menschen gibt, haben diese über die höchsten und wichtigsten Fragen nachgedacht und find nicht müde geworden, die Wahrheit zu suchen. Die edelsten Männer, die tüchtigsten Geister haben die Erforschung der Wahrheit zum Endziele und zur Hauptaufgabe ihrer ganzen Lebensthatigkeit gemacht. So ist eS denn auch der I menschlichen Weisheit gelungen, für das Dasein GotteS eine Menge von Beweisen herbcizubringen. Da ist vor Allem der empirische Beweis. Alle Menschen, sagt man, haben das Bewußtsein — wenn auch mannigfach getrübt und unausgebildet — daß ein Gott exiftirt. Alle Völker deS Alterthums , alle Nationen der Gegenwart, selbst die uncultivirtesten, die Wilden im Australischen Busch oder in den Prairien Amerikas haben dieses Bewußtsein. Woher diese merkwürdige Uebereinstimmung? Die kann nur daher kommen, daß dem Menschen der Gottesbegriff angeboren ist; Gott hat ihn in die Seele gelegt; folglich muß ein Gott sein. — Ein anderer Beweis ist der cosmologische. Jede Wirkung muß eine Ursache haben. Gehen wir von irgend einem Gegenstände unserer Umgebung aus. Das Brod, das ich esse, hat der Bäcker aus Mchst gehakten; 'das Meht hat Per MMer aus Korn gemahlen; das Korn hat der Sandmann auf dem Felde geerntet; die Ernte ist aus dem Saatkorn erwachsen; das Saatkorn ist aus anderm Saatkorn gewachsen; das führt uns von Jahr zu Jahr Jahrtausende zurück bis zum ersten Saatkorn, das Gottes Werderuf aus der Erde hat erstehen i lassen, und die Erde hat Gott erschaffen. So führt uns jeder Gegenstand zur ersten Ursache zurück, und diese erste Ursache ist Gott. — Ein dritter Beweis ist der ontologische. Ich kann nur einen Begriff haben von solchen Dingen und Wesen, die auch wirklich sind. Bon dem, was nicht ist, kann kein Mensch einen Begriff haben. (Man