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Der Israelit · 1876-01-12 · Heft 2 (12.1.1876) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 2 (12.1.1876)
Date
1876-01-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 2 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Keucht. Achter Bericht der hebr. Unterrichts-Anstalt über das Schuljahr Michaelis 1874/75 von Dr. P. Neustadt, Prediger und Dirigent des hebr. Unterrichts 0”n yy zu Breslau das. 1875. Bevor wir zur Besprechung dieses reichhaltigen und werthvollen Berichts übergehen, müssen wir vorausschicken, daß wir uns, da schon vor einiger Zeit in diesen Blättern des neuen Berichts Erwähnung gethan wurde, nur darauf beschränken werden, ergänzend zu verfahren und unfern gesch. Lesern nur'das zu geben, was jener Bericht, der einen andern Zweck'vor Augen hatte, außer Acht ließ. Wir glauben wohl keinen Fehlgriff zu thun, wenn wir unfern Lesern erst das Jnhaltsverzeichniß dieses reichhaltigen Berichts vorführen. Derselbe enthält 1. Vorwort, 11. die Gedächtnißrede auf den sel. Dr. Lobethal, 111. Statistik, Erlasse von Behörden und IV. Schulnachrichten, V. Wohlwollen und Theilnahme, Spenden für die Bibliothek und Rechenschaftsbericht über die eingegangenen Gelder, V!. Uebersicht der durchgenommenen Pensa im verflossenen Schuljahre, VII. das Gebet als Ersatz der ehemaligen Opfer (eine Homilet. Abhandlung) und Unser Gottesdienst, Vlll. Schluß: Trost und Stütze in dem Thoraworte, unsere Aufgabe rc. Ueber die Rede, die der Director als Prediger der Tempelgemeinde für den verstorbenen Vorstandspräses in der Synagoge hielt, ist nur eine Stimme, daß sie warm empfunden und von tiefer Begeisterung für den Mann getragen ist, dessen Herz so warm für die orthodoxe Sache schlug. Wir, die wir die Breslauer Verhältnisse kennen, fühlen nur zu tief mit Herrn Dr. N., daß er nicht nur an dem Verstorbenen einen unersetzbaren Freund und Gönner, sondern daß auch seine Gesinnungsgenossen mit ihm einen Mann verloren, der Decennien hindurch der Fürsprecher der orthodoxen Sache in der Gemeindevertretung war. aus der ihn erst die neuesten Reformen herausgetrieben hatten. Aus der „Statistik" ersehen wir die erfreuliche Thatsache, daß die Schülerzahl um 13 zugenommen hat und auf 78 gestiegen ist. Was aber unter gerechtes Erstaunen vor Allem erwecken muß, ist die Wahrnehmung, daß es dem Verdienstollen Director gelingen konnte, eine so große Stundenzahl wöchentlich für den hebräischen Unterricht abzugewinnen und mit Kindern, die außerdem noch die höheren Lehranstalten besuchen, ein Pensum gründlich durchzunehmen, das einen tiefen Schatz hebräischen Wissens in sich schließt. Eine solch' erfreuliche Wahrnehmung muß sicherlich das große Interesse aller jüdischen Pädagogen erwecken. Besonders hat uns die richtige Verkeilung der Gebete, sowie des bibl. resp. jüd. Geschichtsunterrichts auf die einzelnen Elasten erfreut. In soo:i konnte leider nicht viel erreicht werden, da der Lehrermangel sich gerade in der 1. Elaste sehr fühlbar zeigte. Der Gesammtcursus-der Anstalt ist übrigenachtjährig. Sehr geistvoll ist ferner im Bericht die homiletische Abhandlung über das Gebet und die sich daranschließende Partie über den Gottesdienst; zumal auch Nichteingeweihte hier mit Breslauer jüd. Verhältnissen vertraut werden, von denen sie sich wohl nie hatten träumen können. Was endlich den Rechenschaftsbericht betrifft, so können wir mit Freuden wahrnehmen, daß erstlich für die Schulbibliothek (1<>3) Druckschriften und Welke zugeflossen sind und zwar von Männern aller Parteischattirungew Für die laufenden Ausgaben gingen 4416 R.-M. 21 Pf. ein, darunter von drei isr. Gemeinden, Breslau, MySlowitz (Schlesien) und Fifchach (Bayern) 195 R.-M. Dem gegenüber stehen aber 1670 R. - M. 10 Pf. an Ausgaben, so daß sich ein Deficit von 253 R.-M. 89 Pf. herausstellte. Zur Gründung eines Fonds hat erst ein Wohlthäter die Summe von 101 R.-M. übersandt. Wir können unfern Bericht nicht schließen, ohne auf die Liebe und Hochachtung atbmenden Briefe des sel. Grätzer Oberrabbincrs Elias Guttmacher an den Director hinzuweisen und die Anstalt selbst nochmals dem herzlichen Wohlwollen aller Förderer des Thoraunterrichts zu empfehlen, da sie eine baldige und wirksame materielle Unterstützung in hohem Grade nöthig hat und sie auch in jeder Beziehung verdient. Zeitungsnachrichten & Gorrefpoudenzen. Deutschland. Düsseldorf, im Dec. 75. Herr Dr. Adolf Kohut, Chef-Redacteur der „DüsseldorferZtg.",

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